Donnerstag, 23. Februar 2017


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Schweizer Bauwirtschaft: Krisenresistent, aber vor Korrekturen nicht gefeit

(lifePR) (Basel, ) Die Schweizer Bauwirtschaft zeigte sich bisher erstaunlich krisenresistent. Der Ausblick für die Jahre 2010 und 2011 gestaltet sich jedoch verhaltener als für viele andere Branchen. So wird die Bauwirtschaft die Krise erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zu spüren bekommen. Im Wohnbau gilt dies vor allem für den bis anhin boomenden Mehrfamilienhausbau. Eine massive Korrektur ist jedoch nicht zu erwarten.

Hohe Bautätigkeit im Krisenjahr 2009

Die Finanzkrise hat die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2009 kräftig durchgeschüttelt. Die Bauwirtschaft zeigte sich jedoch bisher erstaunlich unberührt von den realwirtschaftlichen Turbulenzen. Während die meisten anderen Branchen in der Schweiz deutliche Einbrüche zu verzeichnen haben, erwartet BAKBASEL für die realen Bauinvestitionen (Hoch- und Tiefbau) im Krisenjahr 2009 immerhin noch ein leichtes Plus von 0.3 Prozent (2008:

0.6%). Für die anhaltende Stärke der Bautätigkeit gibt es vor allem zwei bedeutende Gründe: Zum einen werden viele grosse Bauprojekte trotz des Konjunktureinbruchs weitergeführt, zum anderen stützen die Konjunkturprogramme des Bundes und der Kantone die Bauinvestitionen.

Eingetrübter Ausblick für 2010

Verhaltener gestaltet sich der Ausblick für das Jahr 2010. Die Wachstumsimpulse des öffentlich geprägten Infrastrukturbaus (ohne Tiefbau) dürften ausgehend vom bereits hohen Niveau nachlassen, bleiben aber klar positiv. Im Jahr 2011 muss jedoch bei den Investitionen im Infrastrukturbau wegen des Endes der Konjunkturpakete und auslaufender Grossprojekte mit einem Rückgang gerechnet werden (-0.9%).

Mehrfamilienhausbau vor moderater Korrektur

Für die realen Wohnbauaufwendungen erwartet BAKBASEL für das Jahr 2010 einen Rückgang um 1.4 Prozent, wobei vor allem der bis anhin ziemlich robuste Mehrfamilienhausbau an Dynamik einbüsst. Eine massive Korrektur ist jedoch für den Mehrfamilienhausbau nicht zu erwarten. Damit dürfte die Zahl neu erstellter Wohnungen im Mehrfamilienhausbau über den gesamten Prognosezeitraum bis 2015 oberhalb des seit 1980 verzeichneten Durchschnittswertes von rund 27'000 Einheiten pro Jahr liegen. Die rückläufige Neubautätigkeit im Mehrfamilienhausbau kann in den Jahren 2010 und 2011 zu einem gewissen Teil durch ansteigende Umbau- und Sanierungstätigkeiten kompensiert werden.

Betriebsbau lässt deutlich nach

Nachdem sich der Betriebsbau 2009 noch ziemlich krisenresistent zeigt, erlebt er 2010 verzögert zum konjunkturellen Einbruch einen deutlichen Investitionsrückgang von rund 5.5 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in den konjunktursensitiven Bereichen wie Lager, Hallen und Fabriken. Auch im Bürobau zeichnet sich nach der regen Tätigkeit der Jahre 2008 und 2009 für das Jahr 2010 ein deutlicher Rückgang ab. So sinken mit der rückläufigen Beschäftigung in den büroflächenintensiven Dienstleistungsbranchen (z.B. Finanzbranche) auch die Investitionsanreize. Dem allgemeinen Trend zum Trotz verzeichnet der Hotel- und Restaurantbau 2009 und 2010 dank zahlreicher Hotel- und Ressort-Grossprojekte ein starkes Wachstum und bleibt in den darauffolgenden Jahren auf hohem Niveau stabil.

Regionale Entwicklung

Auf einer regionalen Ebene zeigt die Zentralschweiz für 2010 das grösste Wachstumspotential, bedingt vor allem durch das Tourismusgrossprojekt «New Andermatt». Mittelfristig erwartet BAKBASEL die grösste Dynamik im Bassin Lémanique. Dies liegt unter anderem daran, dass der Betriebsbau in dieser Region 2010 um knapp 18 Prozent einbrechen dürfte und deshalb aufgrund der nach wir vor grossen Anziehungskraft dieser Region mittelfristig (2011 - 2015) erhebliche positive Korrekturbewegungen zu erwarten sind. Auch beim volumenmässig bedeutenden Wohnbau präsentiert sich das Bassin Lémanique stark und wird hinter der Region Zürich / Aargau das zweitgrösste mittelfristige Wohnbauwachstum aufweisen, getrieben vor allem durch die wieder ansteigende Immigration in die attraktiven Zentren Lausanne und Genf sowie die anhaltende Wohnungsknappheit.

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