Bach-Archiv Leipzig startet Thomaner-Forschungsprojekt - Wissenschaftler erhoffen Erkenntnisse zu Bachs Lebensgeschichte

(lifePR) ( Leipzig, )
Pünktlich zum Auftakt des Thomana-Festjahres startet das Bach-Archiv Leipzig ein umfassendes Projekt zur Erforschung von Johann Sebastian Bachs Thomanern, die als Kopisten, Interpreten und Rezipienten seiner Werke nunmehr erstmals systematisch im Fokus der Leipziger Bach-Forscher stehen werden. Zwischen 250 und 300 Archivstätten wird die Forschergruppe um Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Wolff in den kommenden Jahren nach Quellen durchsuchen. Von deren Erschließung erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse zu Bachs Lebensgeschichte, seiner Aufführungs- und Unterrichtspraxis.

Nur wenige aussagekräftige Zeugnisse zu Bachs Persönlichkeit, zu seinem pädagogischen Ansatz und der Aufführungspraxis seiner Werke sind überliefert. Zahlreiche Quellen werden noch immer in den vor der Wende nur schwer zugänglichen Kirchen- und Stadtarchiven Mitteldeutschlands vermutet, denn viele Schüler Johann Sebastian Bachs wirkten in der Region als Kantoren, Organisten oder Pfarrer. Seit zehn Jahren sichten die Forscher des Bach-Archivs Leipzig ebenda systematisch die Primär- und Sekundärquellen im Rahmen des Projekts »Expedition Bach«.

Ab dem Jahr 2012, dem Festjahr der Thomana, sollen diese Archive nun auch mit Blick auf die Lebensläufe aller etwa 300 Bach-Thomaner erschlossen werden. Die Forscher suchen nicht nur nach Originaldokumenten wie Bewerbungs- und Empfehlungsschreiben sondern erhoffen, durch die so gewonnenen Schriftproben auch zahlreiche unbekannte Kopisten der Werke Johann Sebastian Bachs identifizieren zu können. Gefördert wird das vorerst auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt von der Gerda Henkel Stiftung, die unter anderem Mittel für zwei Promotionsstipendien bereitstellt.

PD Dr. Peter Wollny leitet das Projekt: »Im Gegensatz zu den anderen großen Komponisten der Musikgeschichte ist über Johann Sebastian Bachs Leben und Wirken nur vergleichsweise wenige gesicherte Daten bekannt. Das Bach-Archiv Leipzig bemüht sich - als weltweit führendes Forschungsinstitut zur Musikerfamilie Bach - seit seiner Gründung darum, mit gleichsam kriminalistischem Spürsinn nach neuen Dokumenten zur Lebensgeschichte J. S. Bachs zu fahnden. Das von der Gerda Henkel Stiftung großzügig geförderte neue Forschungsprojekt erlaubt es uns, den Biographien der unter Bach ausgebildeten Thomaner erstmals systematisch nachzugehen. Wir erhoffen uns davon viele neue Einblicke in die Leipziger Periode unseres Patrons.«

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Die besondere Stärke des Bach-Archivs liegt in dem Perspektivenreichtum, den es im Zusammenwirken von Forschungsinstitut, Bibliothek, Bach-Museum, künstlerischem Betriebsbüro und Servicefunktionen auf eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte richten kann.
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