Donnerstag, 21. September 2017


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Assekurata-Marktausblick zur privaten Krankenversicherung 2017

Köln, (lifePR) - Erfolgsseitig lief das Geschäftsjahr 2016 für die meisten privaten Krankenversicherer (PKV) in Summe besser als im Jahr davor. Das Kapitalanlageergebnis stieg in Summe um rund 600 Mio. € auf knapp 9,4 Mrd. € an. Nach Einschätzung von
Assekurata dürfte sich die Gewinnsituation 2017 weiter verbessern, da aufgrund der zu Jahresbeginn durchgeführten Beitragsanpassungen mit höheren versicherungsgeschäftlichen Ergebnissen zu rechnen ist.

Im Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2017/2018 zeichnet die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur ein aktuelles Bild über die Situation und Stimmung in der privaten Krankenversicherung, der Lebensversicherung sowie der Schaden-/Unfallversicherung. Interessenten können den 88-seitigen Bericht auf der Internetseite www.assekurata.de gegen eine Schutzgebühr von 378 € zzgl. MwSt. erstehen.

Trendwende in der Vollversicherung?

In der Ergänzungsversicherung konnte die PKV auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine positive Entwicklung verzeichnen. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Zusatzversicherungsverträge jedoch lediglich um 1,3 %, so dass die Zuwachsrate geringer ausfiel als 2015 (1,75 %). Die Pflegeergänzungs- und die Zahnzusatzversicherung sind und bleiben der Wachstumstreiber in diesem Geschäftsfeld. Hingegen wartet die von einigen Marktteilnehmern zum Hoffnungsträger auserkorene betriebliche Krankenversicherung (bkV) vertriebsseitig immer noch auf den Durchbruch. Nach Angaben des PKV-Verbandes stieg die Zahl der versicherten Personen in diesem Geschäftsfeld 2016 gerade mal um 31.800 auf 606.800.

In der Vollversicherung konnten die PKV-Unternehmen 2016 marktweit den Bestandsabrieb mit netto 14.600 Personen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduzieren. Mit einem Rückgang um 0,2 % hat die Branche ein durchaus zufriedenstellendes Jahr hinter sich. Ursächlich hierfür ist der verbesserte Saldo zwischen Wechslern aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV und umgekehrt. Hatten 2015 die Abgänge zur GKV die Zugänge noch um 19.500 Personen übertroffen, ist der Saldo 2016 mit -1.100 nahezu ausgeglichen. Dies ist insofern bemerkenswert, als der PKV-Verband bereits Ende September und damit genau zum Jahresendgeschäft prognostiziert hatte, dass auf rund zwei Drittel der Privatversicherten spürbare Beitragsanpassungen im zweistelligen Bereich zukommen würden.

Absolute Beitragserhöhungen im Assekurata-Durchschnitt niedriger als in der GKV

2017 verzeichnet der Durchschnitt der von Assekurata gerateten privaten Krankenversicherer (Assekurata-Durchschnitt), welcher nach Beiträgen rund 60 % des Marktes umfasst, über den Gesamtbestand der Vollversicherung eine Beitragssteigerung von 4,8 %. Im Beihilfebestand liegt der Wert, da es sich um eine Restkostenversicherung handelt, mit 3,0 % naturgemäß deutlich darunter, während der Durchschnittswert im sogenannten Normalgeschäft, also dem Bestand der Nicht-Beihilfe-Tarife, mit 5,4 % etwas höher ausfällt. „In den von einer Anpassung betroffenen Tarifen dürfte es für die Versicherten speziell in den Nicht-Beihilfetarifen allerdings zu spürbar höheren Beitragssteigerungen gekommen sein als die von Verbandsseite durchschnittlich ermittelten 11-12 %. In der Spitze ist ein Plus von 20-40 % durchaus realistisch, je nachdem wie lange die letzte Anpassung des jeweiligen Tarifs zurückliegt“, erklärt Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung und Autor der Untersuchung.

Im Zehnjahresvergleich 2007-2017 haben sich im Assekurata-Durchschnitt die Bestandsbeiträge im Normalgeschäft um rund 53 % erhöht, was einer jährlichen Anpassungsrate von 4,2 % entspricht. Das beitragsstabilste Unternehmen kommt auf einen Wert von 32 % beziehungsweise 2,9 % pro Jahr. Zum Vergleich: Der GKV-Höchstbeitrag (inklusive Zusatzbeitrag) ist in den vergangenen zehn Jahren zwar „nur“ um knapp 30 % beziehungsweise 2,8 % pro Jahr gestiegen, absolut gesehen liegt die GKV mit einem Beitragsanstieg von insgesamt 156 € jedoch rund 17 € über dem Assekurata-Durchschnitt. „Bei einem Vergleich zwischen GKV und PKV, die an dieser Stelle primär eine Positivauswahl darstellt, gilt es zudem das lebenslange, garantierte Leistungsversprechen und den im Regelfall höheren Leistungsumfang der PKV zu berücksichtigen“, betont Gerhard Reichl.

Hohe Kundenzufriedenheit bei den Vollversicherten

Die positive Entwicklung der Beitragsanpassungssätze in den Jahren 2013 bis einschließlich 2016 spiegelt sich auch im Stimmungsbild bei den von Assekurata durchgeführten Kundenbefragungen wider. So hat sich die Zufriedenheit der vollversicherten Kunden mit der Beitragsentwicklung sichtlich verbessert. Hatten sich 2013 nur knapp zwei Drittel (63,8 %) der Vollversicherten zufrieden bis vollkommen zufrieden geäußert, lag der Wert 2016 immerhin bei fast drei Viertel (71,2 %). „Auch wenn die Zufriedenheit mit der Beitragsentwicklung aus unserer Sicht noch verbesserungswürdig ist – dies betrifft insbesondere die Nicht-Beihilfeversicherten in der Altersklasse 50 bis 69 – zeigen die Analysen im Ergebnis dennoch eine konstant hohe Kundenzufriedenheit“, hebt Gerhard Reichl hervor. „So waren zuletzt 96,0 % der Vollversicherten alles in allem betrachtet mit ihrem privaten Krankenversicherer zufrieden, sehr oder gar vollkommen zufrieden. 2013 hatte der Wert 95,3 % betragen.“

Vorerst kein Ende der Rechnungszinsabsenkungen in Sicht

Die Zinsentwicklung und die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) schlagen nun jedoch endgültig auch auf die Kunden der privaten Krankenversicherung durch, was sich in den kommenden Jahren negativ auf das Zufriedenheitsniveau der Kunden auswirken könnte. Für die Branche wird es immer herausfordernder, in der Neuanlage selbst den seit Unisex abgesenkten und üblichen Kalkulationszinssatz von 2,75 % zu erzielen. Besonders deutlich zeigt sich dies am Rückgang der laufenden Durchschnittsverzinsung, die 2016 mit voraussichtlich rund 3,5 % ihren historischen Tiefstand erreicht haben dürfte. „Auch der aktuarielle Unternehmenszins (AUZ) fällt weiter und rutscht 2017 im Assekurata-Durchschnitt bereits auf 2,8 % ab, so dass branchenweit bei gleichbleibender Entwicklung kurzfristig ebenfalls der Rechnungszins der Unisex-Tarife abgesenkt werden müsste“, warnt Gerhard Reichl. „Einige Unternehmen haben diesen Schritt bereits vollzogen. Im Assekurata-Durchschnitt liegt der Rechnungszins im Bestand aktuell noch bei 3,07 %, so dass sich für die kommende Beitragsanpassungsrunde 2018 im Mittel ein Absenkungsbedarf von rund 30 Basispunkten ergibt.“

RfB-Mittel zur Beitragsstabilisierung einsetzen

Im Sinne einer Verstetigung der Beitragsentwicklung plädiert die Branche für eine Reform der Anpassungsmodalitäten. Hohe prozentuale Beitragssteigerungen führen oft zu Verständnisproblemen beziehungsweise Beschwerden. „Neben der flexibleren Prämienanpassung durch die Aufnahme des Rechnungszinses als auslösenden Faktor gehören die Öffnung beziehungsweise Weiterführung des Standardtarifs für Versicherte ab 2009 und die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu den drängendsten Themen für die Branche“, konstatiert Gerhard Reichl. Ähnlich wie bei der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) im Jahr 2012 dürften aber auch mit einer neuen GOÄ mehr oder weniger starke Beitragserhöhungen für die Privatversicherten verbunden sein, wobei sich die Preiserhöhungen für ärztliche Behandlungen laut dem Vorsitzenden des PKV-Verbands Uwe Laue mit weniger als 6 % im Rahmen halten sollen.

Nachhaltige Ruhe an der Beitragsfront ist damit nicht in Sicht, schon allein aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase, die auch in den kommenden Jahren durch die weitere Absenkung des Rechnungszinses für Beitragsanpassungen sorgen dürfte. Die Fähigkeit, erhöhte Beitragsanpassungen durch vorhandene Finanzpolster abfedern zu können, ist ein Qualitätskriterium, welches den Markt vergleichsweise stark spreizt. „Die Krankenversicherer sind angehalten, die größtenteils üppige Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) dazu zu nutzen, die notwendigen Beitragsanpassungen im Kunden- aber auch im Unternehmensinteresse abzumildern“, betont Gerhard Reichl.

ASSEKURATA Solutions GmbH

Die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH führt ausschließlich Rating-Verfahren durch, bei denen die Vertreter der gerateten Einheit der Agentur einen schriftlichen Auftrag zur Erstellung des Ratings gegeben haben (beauftragte Ratings).

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