Mittwoch, 25. April 2018


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Kammern wollen Rechtsruck in der Gesellschaft gemeinsam bekämpfen

"Beschäftige dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern für einen fairen Interessenausgleich in der globalisierten Arbeitswelt kämpfen"

Saarbrücken, (lifePR) - Die Arbeitskammern des Saarlandes und Luxemburgs wollen dem Rechtsruck in der Gesellschaft künftig gemeinsam begegnen. Dabei werden sie sich noch stärker als bislang vernetzen und für mehr Demokratie, Solidarität und eine weltoffene, tolerante Gesellschaft engagieren. Das haben die Kammern jetzt bei einem gemeinsamen Treffen in Remich (Luxemburg) vereinbart. Circa 80 Arbeiterkammervertreter und Gewerkschaftsdelegierte haben an dem Kolloquium teilgenommen. Diskutiert wurde dort auch, welche Handlungsmöglichkeiten es bei rechtsextremistischen Aktivitäten im Betrieb gibt und was man dagegen tun kann. Wenn sich Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in Europa weiter ausbreitet, gefährdet dies die demokratische Gesellschaft.

Aus Sicht der Kammern gibt es gleich mehrere Gründe für Erstarken des Rechtsradikalismus. Das sind unter anderem Um- bzw. Abbau des Sozialstaates, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen sowie neue Formen der Armut und sozialer Ausgrenzung. Unsere komplexer werdende Welt führt bei vielen Menschen zu einer Verunsicherung. Das kann zu ein immer grösser Eingliederung dieser extremen Parteien führen.

Rechtsextreme sagen: „Wir gegen die Anderen“.

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten dagegen: „Sozial geht nur international“

Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften sind Rechten ein Dorn im Auge. Im Falle der Beteiligung der Rechtspopulisten an einer Regierung oder einer Regierungskoalition könnten die Konsequenzen für die Gewerkschaften dramatisch sein. Ihre Stellung in Gesellschaft und Politik wäre massiv gefährdet. Ob die Gewerkschaftsdelegierten in dieser Situation weiterhin in der Lage wären die Grundwerte der Demokratie und Solidarität im Unternehmen zu gewährleisten, ist fraglich. Die freie Meinungsäußerung und Handlungsfreiheit der Delegierten in den Bereichen der Gleichbehandlung, der Beschäftigung und der Sozialrechte, stände ohne Zweifel auf dem Spiel.
Umso wichtiger ist es, die Position von freie und starke Gewerkschaften für Beschäftigte zu garantieren. Nur sie können mit den Arbeitgebern einen Sozialdialog auf Augenhöhe führen und zu den wichtigen gesellschaftspolitischen Themen kompetent, engagiert und solidarisch Stellung beziehen. Das Prinzip der Rechten „Wir gegen die Anderen“ halten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für menschenverachtend. Ihre Alternative lautet: „Sozial geht nur international!“ und „Soziale Konflikte dürfen nicht ethnisiert werden.“ Für die Kammern sind Vielfalt in unserer heutigen Welt das Fundament für unsere Demokratie und für ein solidarisches Miteinander.

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