Verdienste legen zu - Löhne der Fachkräfte in Bremen besonders hoch

Aktuelles "Kammer kompakt" zur Entwicklung der Einkommen

(lifePR) ( Bremen, )
Die Löhne im Land Bremen sind 2015 erneut gestiegen. Im Bundesländervergleich liegt Bremen mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 3.776 Euro brutto gleich hinter Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg an vierter Stelle. Das geht aus dem aktuellen „Kammer kompakt" hervor, dass die Arbeitnehmerkammer Bremen heute (Donnerstag) vorgestellt hat. Besonders gut sieht es bei den Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung aus, die in Bremen so viel verdienen wie in kaum einem anderen Bundesland. Ungelernte und angelernte Beschäftigte erhalten dagegen deutlich niedrigere Löhne. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine gute Berufsausbildung auch heute noch rechnet und sich am Arbeitsmarkt bezahlt macht", betonte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Gute Verdienste in der Industrie

Hinter den Durchschnittsgehältern verbergen sich deutliche Unterschiede bei den Einkommen je nach Leistungsgruppe, also der Aufgabe im Betrieb: Arbeitnehmer in leitender Stellung verdienen beispielsweise 6.323 Euro und damit mehr als dreimal so viel wie ungelernte Arbeitnehmer, die im Schnitt 2.079 Euro erzielen. Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung verdienen im Land Bremen im Durchschnitt 3.289 Euro brutto monatlich – mehr Geld erhalten nur Fachkräfte in Baden-Württemberg. Im Bundesländerranking spielt – neben einem Ost-West-Gefälle – vor allem der industrielle Anteil der Wirtschaft und die Exportstärke eine Rolle. „Bremens Position im Bundesländervergleich spiegelt ganz deutlich die industrielle Stärke wider mit den Großunternehmen im Autobau sowie der Luft- und Raumfahrttechnik", erläuterte Schierenbeck.

Noch immer verdienen die Beschäftigten in der Industrie deutlich mehr als im Dienstleistungssektor. So liegt der Bruttomonatsverdienst für Fachkräfte im verarbeitenden Gewerbe bei 3.889 Euro brutto und damit rund 25 Prozent über dem der Fachkräfte im gesamten Dienstleistungsbereich. Ein genauer Blick auf die Branchen zeigt: Neben dem Fahrzeugbau findet sich der Maschinenbau an der Spitze der Branchen, gefolgt von einzelnen Dienstleistungsbranchen: Die Kommunikationsbranche, das Verlagswesen und der Finanzdienstleistungsbereich sind Beispiele für „markbestimmte" Dienstleistungsbranchen mit guten Einkommen. Im Gastgewerbe und im Einzelhandel fallen die Löhne nach wie vor gering aus und liegen am unteren Ende der Skala.

Mehr Geld im Portemonnaie: Reallöhne steigen

Seit 2010 steigen im Land Bremen und bundesweit die realen Löhne, das heißt, sie steigen auch, wenn man die Inflation berücksichtigt. Die Beschäftigten haben also tatsächlich wieder mehr Geld in der Tasche. Nach Schätzung der Arbeitnehmerkammer ist im Jahresdurchschnitt 2015 mit einem Anstieg der realen Löhne von mindestens zwei Prozent zu rechnen.

Der Anstieg der Reallöhne fällt dabei – wie zu erwarten – im produzierenden Gewerbe etwas stärker aus als im Dienstleistungsbereich. „Endlich steigen aber auch die Einkommen derer, die sich mit Pflege, Gesundheit, Erziehung und vergleichbar wichtigen Dingen beschäftigen", so Elke Heyduck, Geschäftsführerin. Diese sogenannten nicht-marktbestimmten Dienstleistungen, konnten erstmals seit 2010 ein reales Plus verzeichnen.

Mindestlohn wirkt sich positiv auf Verdienste aus

Auch im Niedriglohnbereich sind die realen Löhne im vergangenen Jahr gestiegen. Bundesweit haben vor allem die geringfügig Beschäftigten beziehungsweise die ungelernten Arbeitnehmer profitiert. Allerdings haben auch schon im Vorfeld der Mindestlohngesetzgebung Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in einer ganzen Reihe von Branchen Mindestlohntarifverträge abgeschlossen. Zudem hat es im Land aber auch Arbeitsplatzgewinne gegeben, die sich auf den Mindestlohn zurückführen lassen, wie etwa im Gastgewerbe: Allein im Arbeitsamtsbezirk Bremen-Bremerhaven war in dieser Branche Mitte des Jahres ein Plus von mehr als 900 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen; der Trend im Bund ist ähnlich. „Der Schluss liegt nahe, dass hier Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt wurde. Das wäre eine echte Trendwende", freute sich Elke Heyduck.

Das aktuelle „Kammer kompakt" finden Sie auf unserer Website unter http://www.arbeitnehmerkammer.de/publikationen/kammer-kompakt.html
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