Sonntag, 19. November 2017


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AmCham gibt angesichts steigender Bedeutung der Emerging Markets Empfehlungen zur Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU

Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa ist zentraler Schlüssel für nachhaltiges Wachstum

Hamburg/ Frankfurt, (lifePR) - Angesichts der wachsenden Bedeutung aufstrebender Volkswirtschaften wie China und Indien im Welthandel fordert AmCham Germany eine Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen EU und USA. AmCham Germany hat Empfehlungen formuliert wie die Vertiefung erreicht werden könnte. Der Abbau von Zöllen zwischen den USA und der EU ist dabei genauso wichtig wie die Beseitigung von Handelshemmnissen im nichttarifären und regulativen Bereich.

"Gemeinsame Herausforderungen wie die wachsende Bedeutung der Emerging Markets oder der globale Klimawandel zwingen die USA und die EU noch enger zusammen zu arbeiten. Die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen wird langfristig stabil bleiben", so Fred Irwin, Präsident AmCham Germany.

Bilaterales Handelsabkommen zwischen EU und USA

Ein bilaterales Handelsabkommen zwischen den USA und der EU bringt Handelsvorteile für beide Regionen. Mit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Dezember 2009 ist die Zuständigkeit für Investitionsverträge mit Drittstaaten auf die EU übergegangen und wurde somit Teil der gemeinsamen Handelspolitik. Die EU ist nun in der Lage, internationale Investitionsabkommen sowie Freihandelsabkommen, die Investitionskomponenten enthalten, mit Drittstaaten wie den USA abzuschließen. Diese Chance sollte genutzt werden. Verhandlungen zwischen den USA und der EU sollten nach Ansicht von AmCham Germany in einem breit angelegten strategischen Abkommen münden. Dieses Abkommen sollte Regelungen zu Dienstleistungen, zum Abbau nicht-tarifärer Handelsbarrieren und anderen handelsrelevanten Aspekten wie Investitionen, Wettbewerbsfragen etc. umfassen. Die Schaffung eines bilateralen Freihandelsabkommens, inklusive der Abschaffung von Zöllen, ist langfristig wünschenswert.

Abbau aller Zölle zwischen USA und EU - Exportsteigerung um 17% möglich

Durch Zollabbau könnte eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts auf beiden Seiten des Atlantiks erreicht werden. Die Zölle sind zwar bereits mit durchschnittlich 4,8 bis 6,5 Prozent niedrig. Doch AmCham Germany fordert wegen des großen Potentials den Abbau aller Zölle. Das Handelsvolumen zwischen den USA und der EU beträgt pro Jahr über 400 Mrd. Euro. Laut einer Studie des European Center for International Political Economy (ECIPE) würde ein vollständiger Zollabbau zu einer Steigerung des kombinierten BIP der USA und der EU um 180 Mrd. Dollar innerhalb von fünf Jahren führen. Dies bedeutet eine Steigerung der Exporte zwischen den USA und der EU um 17% bis zum Jahr 2015.

Regulatorische Kooperation − mehr Kompatibilität schaffen

Die EU und die USA können ihre wirtschaftlichen Beziehungen durch die Angleichung technischer Vorschriften und Regulierungen weiter vertiefen. Die Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) schätzt das Wachstumspotential des BIP, das durch die Abschaffung nicht-tarifärer und regulatorischer Handelsbarrieren frei wird, auf bis zu 3,5% auf beiden Seiten des Atlantiks.

Wo beide Seiten vergleichbare Schutzstandards haben, könnten sie eine gegenseitige Anerkennung vereinbaren. Beispiele sind Regelungen im Bereich von GMOs, REACH oder der Nanotechnologie. AmCham Germany unterstützt das Ziel des EU-Parlaments, den Abbau aller Handelsbarrieren im transatlantischen Markt bis 2015 erreichen zu wollen.

Reform des Übereinkommens über öffentliche Beschaffungen (Government Procurement Agreement)

Die USA und die EU sollten das bestehende Abkommen über öffentliche Beschaffungen überarbeiten und erweitern. Öffentliche Aufträge haben eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Die Beschaffungsmärkte sollten weiter geöffnet werden. So können Investitionen und somit Wachstum und Arbeitsplätze gesichert werden. Jegliche Diskriminierung durch protektionistische Maßnahmen muss abgebaut werden.

Handelsbeziehungen in Zahlen

Die USA sind bei Weitem der größte Exportpartner der EU. Das Handelsvolumen beträgt über 400 Mrd. Euro im Jahr. Die EU-27 exportierten in die USA 2010 Güter im Wert von 242 Mrd. Euro. Die Importe aus den USA in die EU-27 erreichten im gleichen Jahr 169 Mrd. Euro. Für die USA steht Deutschland bei den Haupthandelspartnern nach China, Kanada, Mexiko und Japan an fünfter Stelle (4,8 Prozent der US-Importe kommen aus Deutschland, 3,8 Prozent der US-Exporte gehen nach Deutschland). Der Export Deutschlands betrug im Jahr 2010 66 Mrd. Euro, der Import 45 Mrd. Euro, insbesondere Maschinen, chemische Erzeugnisse, Autos und Elektronik. Über 3000 deutsche Firmen sind in den USA aktiv und haben 567.000 Arbeitsplätze geschaffen, davon 252.000 in der Industrie. In Deutschlang gibt es rund 2000 US-Firmen. Damit verbunden ist Investitionsvolumen von ca. 130 Milliarden Euro und 800.000 direkten Arbeitsplätzen.

Deepening Transatlantic Trade to Boost Jobs and Growth

Das Board of Directors der AmCham Germany hat heute das Positionspapier "Deepening Transatlantic Trade to Boost Jobs and Growth" beschlossen. Das Papier finden Sie in der Anlage. Weitere Informationen finden Sie außerdem in unserem "10 Point Program for Future Transatlantic Cooperation" vom November 2011.

Das Annual Membership Meeting

Am 11.05.2012 findet in Hamburg die 109. Jahreshauptversammlung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland statt. Das Programm besteht aus Vorträgen und Diskussionen zu transatlantischen Themen. Zu den Sprechern gehören US-Botschafter Philip D. Murphy und EUHandelskommissar Karel de Gucht. Beim Galadinner in der Handelskammer Hamburg spricht u.a. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

2013 feiert die Kammer ihr 110-jähriges Jubiläum.

American Chamber of Commerce in Germany e.V.

Mit etwa 3.000 Mitgliedern ist AmCham Germany die größte bilaterale Wirtschaftsvereinigung in Europa. Die Kammer versteht sich als Kommunikationsbrücke zu Investoren in den Vereinigten Staaten. Die Förderung der deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen und des Wirtschaftsstandorts Deutschland stehen im Vordergrund.

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