Montag, 29. Mai 2017


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Tops & Flops - 80 Lebensversicherer im Bilanzvergleich

Nettoverzinsung der Kapitalanlage sinkt unter 4% / Solvabilitätsquote sinkt ebenfalls

(lifePR) (Berlin, ) procontra - Das freie Finanzmagazin hat die Zahlen von 80 Lebensversicherern ausgewertet und veröffentlicht, um zu zeigen, wie es um den Gesundheitszustand der Versicherer bestellt ist.

Die Auswertung der Nettoverzinsung der Kapitalanlagen ergab eine gegenüber dem Vorjahr deutliche Senkung. Diese gilt als Hauptüberschussquelle für die Versicherer.

In 2011 lag die durchschnittliche Nettoverzinsung der Kapitalanlagen bei den Lebensversicherern bei 3,9 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als noch in 2010 (4,4 %). Noch im November 2011 ging der GDV in seinem Statement zur Geschäftsentwicklung von einer Nettoverzinsung der Kapitalanlagen über der 4-Prozent-Marke aus.

"Ausschlaggebend für das schlechtere Ergebnis aus Kapitalanlagen waren die erhöhten Aufwendungen. Hier mussten die Versicherer insgesamt hohe Abschreibungen auf Kapitalanlagen vornehmen. Die Volatilität an den Aktienmärkten sowie die Staatsschuldenkrise verursachten Abschreibungen besonders auf Aktien, Investmentanteile und Inhaberschuldverschreibungen", so Matthias Hundt, Redaktionsleiter procontra.

Eine Auswertung der Solvabilitätsquote zeigt, dass jene wichtige Solvenzkennzahl sinkt. Die Solvabilitätsquote gibt Aufschluss über die Sicherheit und Solidität eines Lebensversicherers.

Die Solvabilitätsquote ist seit Jahren rückläufig: Nach 2009 (191,6 %) und 2010 (189,6 %) bedeutet der aktuelle Marktschnitt von 185,6 einen Rückgang im 3-Jahreszeitraum von rund 3,2 Prozent. Das Marktmittel über drei Jahre liegt nun bei 188,9 Prozent. Damit wird die gesetzliche Mindestanforderung von 100 Prozent jedoch immer noch deutlich übertroffen.

Die Redaktion des freien Finanzmagazins procontra untersucht mittlerweile zum dritten Mal die Bilanzen der Gesellschaften. Dabei wurden die Bereiche Geschäftsentwicklung, Finanzstärke, Erträge sowie Kosten &Verträge untersucht und mit den Ergebnissen der letzten beiden Jahre verglichen.

Die Ausweisung der Solvabilitätsquote ist keine Pflicht. Lediglich 66 Lebensversicherer wiesen die Kennzahl dennoch - entweder in ihren Geschäftsberichten oder auf Nachfragen von procontra - freiwillig aus und fördern damit die Transparenz im Markt. Im Gespräch mit procontra konnte sich der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) die fehlende Pflicht zur Ausweisung auch nicht erklären. Denkbar wäre für den Verband, dass eine Ausweisung dieser wichtigen Kennzahl mit Solvency II zukünftig verpflichtend würde. Ziel von Solvency II ist es, die heutigen Eigenmittelanforderungen für Versicherungsunternehmen zu einem konsequent risikoorientierten System der Finanzaufsicht weiterzuentwickeln.

Solvency II wird den Blickwinkel auf die Solvabilitätsquote verändern. "Nach der derzeitigen Berechnung spiegelt die Solvabilitätsquote die Risikotragfähigkeit eines Unternehmens nur unzureichend wider, da hierbei die Risiken nicht risikoadäquat abgebildet werden", erklärt Roland Schulz von der NÜRNBERGER und ergänzt: "Die Solvenzquoten nach Solvency II hängen künftig wesentlich stärker vom Risikoprofil der Kapitalanlagen und der Versicherungsverträge ab." Folglich sind die Quoten nach Solvency I nur noch bedingt mit den zukünftigen Quoten unter Solvency II vergleichbar. Gleichzeitig wird aber die Aussagekraft über die tatsächliche Solidität des Lebensversicherers steigen.

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