Schluss mit Exzellenz?!

Allgemeiner Studierendenausschuss kritisiert Bundesexzellenzinititative

(lifePR) ( Hamburg, )
Der Universität Hamburg wurden am 15.6. in der Bundesexzellenzinititative zwei Forschungsbereiche zuerkannt: Das Klimacluster wurde verlängert, neu gefördert wird die Strukturphysik. Zwei dieser "exzellenten" Forschungsbereiche können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Uni in den nächsten Jahren Mittel in Millionenhöhe fehlen werden.

"Wir freuen uns zwar, dass die Studierenden und Promovierenden die Möglichkeit haben, an Klima- und Strukturforschung und auf hohem Niveau teilzuhaben. Allerdings ist der SPD-Senat nun gefordert, auch die Bedingungen zu schaffen, dass dies nicht nur auf dem Papier möglich ist. Stattdessen kürzt er die Gelder der Uni und stellt zu wenig Geld für den Bau des MIN-Campus' zur Verfügung. Ohne Professuren und Räumlichkeiten kann aber weder Forschung noch Lehre stattfinden!", so Domenica Winkler, Referentin für Hochschulpolitik im AStA der Uni Hamburg.

Auch insgesamt lehnt der AStA die Exzellenzinitiativen ab. Die letzte Exzellenzinitiative bevorzugt nun schon zum dritten Mal einige wenige Hochschulen mit ohnehin schon größeren Möglichkeiten und zwingt die Universitäten in kostspielige Exzellenzinszenierungen. Die großen Summen, mit denen "Eliteuniversitäten" gelockt werden, lenken von der katastrophalen Unterfinanzierung der Hochschulen ab: An der Universität Hamburg droht eine Unterfinanzierung von mindestens 16%. Bis 2020 werden 20% aller Stellen gestrichen, ganze Studiengänge sind bedroht - kein Exzellenzcluster kann die Uni davor retten.

Zudem werden durch die Exzellenzinitiative immer nur bestimmte Fachbereiche finanziell gefördert - die Fächervielfalt der Universitäten bleibt dabei auf der Strecke. "Statt Geld in Prestigeobjekte und die Errichtung einer 2-Klassen-Hochschullandschaft zu pumpen, sollte der Bund vielmehr die Verbesserung von Studium und Lehre sowie den Ausbau von Studienplätzen finanzieren. Wichtiger als Exzellenz- oder Elitenförderung ist die Ausfinanzierung der Universitäten: Hierfür muss das Kooperationsverbot von Bund und Ländern im Bereich der Bildung abgeschafft werden. Bildung ist keine reine Ländersache, sondern muss auch vom Bund mitgetragen werden.", so Luise Günther, AStA-Vorsitzende des AStA der Uni Hamburg.

"Die 2,7 Milliarden Euro dieser fehlgeleiteten Elitenförderung müssen allen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden - von dieser Summe könnten 90.000 Studierende ein Studium beginnen!", so Martin Riecke, Referent für Hochschulpolitik im AStA der Uni Hamburg. "Konkret für die Uni Hamburg bedeutet dies: Was helfen zwei exzellente Forschungsbereiche, wenn die Uni in den nächsten Jahren keine Studierenden zu diesen Fächern zulassen kann, weil der SPD-Senat sie finanziell ausbluten lässt? Außerdem gibt es an der Volluniversität Hamburg auch noch mehr Fächer, die das Geld gebrauchen könnten. Was wir brauchen, ist Breitenförderung!" Das Fazit des AStA der Uni Hamburg zur Exzellenzinitiative ist deshalb: Bei der Exzellenzinitiative kann es nur Verlierer geben, eine weitere Runde des Wettbewerbs ist nicht sinnvoll.
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