Freitag, 27. April 2018


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Barometer Ernährungswirtschaft 2014

Ernährungswirtschaft blickt optimistisch in das 2. Halbjahr

Rostock - Bentwisch, (lifePR) - Das erste "Barometer Ernährungswirtschaft" 2014 gibt einen realistischen Stimmungsbericht der Branche. Erhoben wurde es vom Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV). Die Datenbasis konnte gegenüber den Vorjahren vergrößert werden: Die Zahl der angeschriebenen Unternehmen stieg von 130 in 2013 auf 179 Unternehmen in 2014.

Von den 179 angeschriebenen Unternehmen antworteten 41 Unternehmen, was einem Anteil von 23% (N=100) entspricht. Die Rücklaufquote der AMV-Mitglieder war mit 46% so hoch wie noch nie. Der Rücklauf betrifft sowohl konventionell arbeitende als auch Biobetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern (MV).

Die Branchenumfrage unter der Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird halbjährlich erhoben und beinhaltet insgesamt 23 Fragen. Das "Barometer Ernährungswirtschaft" basiert somit auf einer soliden Datengrundlage und kann als repräsentativ eingeschätzt werden.

Wie bei jedem Barometer ist auch dieses Mal die Gruppe der Produzenten von Fleisch -und Wurstwaren die größte Gruppe. Das widerspiegelt die Präsenz der Branche im Land. Auch im deutschlandweiten Vergleich ist diese Gruppe mit einem Umsatz von ca. 37 Mrd. EUR die stärkste Teilbranche in der Ernährungsindustrie.

Ertrag und Umsatz:

Die allgemeine Ertragssituation kann als angespannt bezeichnet werden. Während bei 50% der Unternehmen der Umsatz gestiegen ist, hat sich der Ertrag nur bei 33% der Befragten verbessert. Fast genauso viele Unternehmen (30%) melden sinkende Erträge.

Die allgemeine Auftragslage wird von 60% der Befragten mit gut bewertet. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Zahlungsmoral der Kunden von 82% mit gut bewertet wird. 95% der Befragten geben an, eine bessere oder gleichbleibende Wettbewerbsposition im Vergleich zu 2013 zu haben.

Investitionen

Erfreulich stellt sich die Entwicklung der Investitionen gegenüber dem Vorjahr dar: 56% der Befragten weisen Investitionssteigerungen auf. In 2013 lag die Zahl noch bei ca. 30%. Die Zahl der Unternehmen, die sinkende Investitionen aufweisen, ist um mehr als die Hälfte gesunken.

Beschäftigte

Positiv gestaltet sich auch die Zahl der Beschäftigten, die bei 88% der Unternehmen gestiegen bzw. gleich geblieben ist.

Wettbewerbsposition gegenüber 2013

Die Wettbewerbsposition gegenüber dem Vorjahr wird von 58% der Befragten als gleich und von 37% sogar als besser eingeschätzt. Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten liegt bei zwei Drittel der Befragten zwischen 80 und 100%. Beim Produktprogramm halten sich die Unternehmen, die ihr Programm erweitert haben, prozentual die Waage mit denen, die es beibehalten haben.

Zertifizierungen

Zertifizierungen sind unerlässlich, wenn die Unternehmen an den Lebensmitteleinzelhandel liefern wollen. 62,5% der Befragten haben den IFS-Standard (International Food Standard), 35% sind Bio-zertifiziert und 15% haben den BRC-Standard (British Retail Consortium).

Export

Bei der Exportquote gestaltet sich das Bild differenziert: 22 % der Unternehmen berichten über gestiegene, 32% immerhin über gleich bleibende Exporte. Dem stehen 15% mit gesunkenen und 29% ohne jeglichen Export gegenüber. Der Ausblick auf das 2. Halbjahr 2014 stimmt etwas optimistischer, denn 32% prognostizieren steigende Exporte.

Fachkräfte, Azubis, Nachwuchsgewinnung und Zusammenarbeit mit Hochschulen des Landes Die Fachkräftesituation wird mit 52,5% erstmals von mehr als der Hälfte der Befragten seit Beginn der Umfragen in 2011 als beunruhigend eingeschätzt. Damit begründen sich auch die zahlreichen Aktivitäten der Unternehmen um den Fachkräftenachwuchs. Im Mittelpunkt stehen Einladungen zu Betriebsbesichtigungen (51%), Teilnahmen an Jobbörsen (44%) und Besuche in Schulen (41%). Nur 37% der Befragten beteiligen sich auch an den Aktivitäten der Kammern. Immerhin noch 20% unternehmen keinerlei Anstrengungen, um auf das Unternehmen aufmerksam zu machen.

Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen des Landes hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. 18% schätzen diese als sehr gut und 42% als ausreichend ein. Dennoch bezeichnen 17% die Zusammenarbeit als Schlecht und weitere 17% haben gar keine Zusammenarbeit.

Aktuelle Probleme

Kaum Abweichungen zu vorherigen Umfragen ergeben die Daten zu Produktionshemmnissen in der Ernährungswirtschaft in MV. Rohstoff- und Energiekosten dominieren bei der Nennung der aktuellen Probleme. Zudem erschweren der Fachkräftemangel und der Preisdruck des Handels die Bedingungen. Neu mit hoher Problematik ist der Mindestlohn hinzugekommen, wobei die Aussagen hier bei näherer Betrachtung der Teilbranchen auseinander gehen. Bereiche mit einem hohen Anteil an Handarbeit haben dieses Problem besonders stark. Andere Bereiche wie beispielsweise die Milch - und Molkereiproduktebranche sehen hier keine Probleme, da sie seit Jahren viel höhere Löhne zahlen. In der Folge ergeben sich erschwerend höhere Betriebskosten. Als problematisch werden die Auflagen und Restriktionen von zunehmend mehr Unternehmen als Hemmnis benannt.

Ausblick

Der Ausblick auf das 2. Halbjahr zeigt, dass die Schere zwischen Ertrag und Umsatz weiter wachsen wird. Steigende Produktionskosten drücken immer stärker auf die Erträge. So wird in 42% der Befragten an neuen Produkten gearbeitet, um auf dem Weg einer besseren Preisgestaltung gegenüber dem Handel voran zu kommen.

Die Beschäftigtenzahlen bleiben zwar bei 80% der Unternehmen gleich bzw. werden steigen, bei knapp einem Fünftel werden sie aber bis Ende 2014 sinken.

Internationales Engagement wird aufgrund der Entwicklung auf dem deutschen Markt mit einer immer höheren Konzentration des Handels für viele überlebenswichtig. Erfreulicherweise prognostiziert ein Drittel eine steigende Exportquote.

Die deutsche Ernährungsindustrie wird zu 95% durch kleine und mittelständische Betriebe geprägt und ist mit mehr als 555.000 Beschäftigten in knapp 6.000 Betrieben der viertgrößte deutsche Industriezweig und nimmt eine führende Stellung in Europa ein. Jeder dritte Euro wird im Export erwirtschaftet.

Im Juni 2013 hatte MV lt. dem TGS-Arbeitsmarktmonitor vom April 2014 (Bericht zur aktuellen Fachkräftesituation in der Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beruht auf Daten des Statistikservice Nordost der Bundesagentur für Arbeit) insgesamt 16.149 versicherungspflichtige Arbeitnehmer.

Die Zahl der Betriebe der Branche betrug 498 in MV. Dabei fielen 56,2% (280 Betriebe mit bis zu 9 Beschäftigten) auf Kleinstbetriebe und 28,5% (142 Betriebe mit 10 - 49 Beschäftigten) auf Kleinbetriebe. Der Anteil der mittelständischen Unternehmen betrug 12,4%, der der Großunternehmen 2,8%. Damit wird die Branche in MV zu mehr als 97% durch Kleinst-, Klein- und mittelständische Betriebe geprägt.

Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Der AMV (Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.) ist das größte Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern für die Agrar- und Ernährungswirtschaft - die umsatzstärkste Branche innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in MV. Er vereint unter seinem Dach derzeit 111 Partner, darunter 63 Mitgliedsunternehmen, 37 Fördermitglieder sowie elf Kooperationspartner.

www.mv-ernaehrung.de

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