Donnerstag, 14. Dezember 2017


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Integrierte Lösung schlägt Spezialsystem

Schön Klinik-Gruppe setzt auf ORBIS Infektionsmanagement

Bonn, (lifePR) - Patienten- und Mitarbeitersicherheit, darum geht es im Kern beim Hygienemanagement in Gesundheitseinrichtungen. Das Infektionsschutzgesetz regelt die Maßnahmen zur Gewährleistung der Hygienestandards, eine Hygienekommission, die jedes Krankenhaus in Deutschland einrichten muss, überwacht sie. Sie tagt intern und setzt sich unter anderem aus Vertretern der Klinikleitung, Krankenhaushygienikern und Hygienebeauftragten, aus Ärzten sowie Leitern des Gebäudemanagements und der Hauswirtschaft zusammen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Hygiene hängt vom Risikoprofil der Klinik ab. Die Berechnungsgrundlage liefert die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO). Die Schön Klinik Neustadt etwa beschäftigt aktuell zusätzlich zu den fachspezifischen hygienebeauftragten Ärzten zwei Hygienefachkräfte und eine Krankenhaushygienikerin in Fortbildung.

„Messbar. Spürbar. Besser.“ Diesen Grundsatz der Schön Klinik-Gruppe hat sich auch die Hygieneabteilung auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen nicht einfach nur die gesetzlich-normativen Anforderungen erfüllen, sondern unseren Patienten eine messbar und spürbar bessere Hygiene zukommen lassen“, so Johanna Groß, Fachbereichsleitung Hygiene aus dem Medizinmanagement der Schön Klinik-Verwaltung. Voraussetzung ist, dass alle relevanten Daten so erfasst werden, dass sie einfach auszuwerten sind. Die Herausforderung liegt in der Vielzahl der Informationen, die es zu dokumentieren und zu berücksichtigen gilt. „Und das sollten wir nicht in einem informationstechnischen Paralleluniversum tun, also in einer Excel-Datei“, ist Hygienefachkraft Bettina Peter überzeugt, „sondern in einem integrierten System, damit die Daten allen am Behandlungsprozess Beteiligten zur Verfügung stehen.“ In Neustadt gewährleistet das die Basisdokumentation in ORBIS Infektionsmanagement.

Infektionsdokumentation in elektronischer Patientenakte

Die Einführung des Krankenhaus-Informationssystems von Agfa HealthCare war eine Entscheidung für alle Häuser der Klinik-Gruppe – seit November 2004 arbeitet die Klinik an der Ostsee mit dem KIS. „Wir setzen ORBIS für die gesamte klinisch-medizinische Dokumentation, für die Ambulanzabrechnung sowie Abrechnungen für ambulante Operationen ein“, erläutert Lars Brinkmann von den IT Central Services-Applikationen. „Die stationäre Liquidation läuft, wie das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Materialwirtschaft, über SAP.“

Warum ist es so wichtig, die Infektionsdokumentation in der elektronischen Patientenakte zu machen? „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Prozess so insgesamt schlank und transparent halten“, sagt Groß. „Wir müssen nur einmal dokumentieren und jeder Arzt, jede Pflegekraft und jeder Therapeut hat unmittelbaren Zugriff auf die Informationen zu seinen Patienten. Damit sichern wir intern die Informationswege. Wurde eine Infektionsmeldung angelegt, weiß jeder Bescheid – anders als früher, als wir noch ausschließlich in Excel-Sheets erfasst haben.“ ORBIS Infektionsmanagement bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Der statistische Vergleich der Erreger gemäß monatlicher Auswertung nach §23 Infektionsschutzgesetz fällt wesentlich leichter.

„Dazu haben wir nun die Chance, die Erfassung unternehmensweit zu vereinheitlichen“, sagt Groß, „und damit auch die Auswertung der Ergebnisse. Immer dann, wenn die Grundgesamtheit, beispielsweise der operierten Patienten, bei denen bestimmte Prozeduren dokumentiert werden, erfasst und ausgewertet werden sollen, ist ORBIS Infektionsmanagement großartig.“ Warum? Weil die Daten automatisiert vorliegen und nicht mit sogenannten Indikator-Operationen für alle Patienten einzeln manuell ASA-Score, Wundkontaminationsklasse und Schnitt-Naht-Zeit erfasst werden müssen. Der Workflow kann an so einer Stelle erheblich verbessert werden. „Wir haben uns entschieden, das Modul zuerst an den stark orthopädisch und chirurgisch geprägten Standorten einzuführen, weil wir dort den größten Benefit bei der Erfassung postoperativer Wundinfektionen erwarten“, so Brinkmann.

System nach Anforderungen erweitert

In der Schön Klinik Neustadt werden viele Funktionalitäten des Moduls ORBIS Infektionsmanagement genutzt. „Wir erfassen beispielsweise alle Infektionen, die in der Klinik auftreten, egal, ob intern erworben oder von extern mitgebracht. So haben wir zu jedem Patienten eine entsprechende Infektionsmeldung und können jederzeit auswerten, wie viele Patienten in welcher Fachrichtung in welchem Zeitraum mit welcher Infektion und welchem Erreger betroffen waren“, erläutert Johanna Groß eine Anwendung. Die Erfassung in ORBIS Infektionsmanagement erhöht auf der einen Seite die Patientensicherheit durch eine lückenlose Dokumentation und auf der anderen Seite den Mitarbeiterkomfort durch die Transparenz in der Dokumentation.

Seit September 2014 arbeitet Neustadt als Pilothaus für die Schön Klinik-Gruppe mit ORBIS Infektionsmanagement. „Nach einer intensiven Einarbeitungsphase haben wir festgestellt, dass das System nicht alle Anforderungen erfüllt. Also haben wir mit Agfa HealthCare weitere Entwicklungen vorangetrieben“, blickt Lars Brinkmann zurück. „Wir hatten vor Einführung des Systems bereits ein detailliertes Pflichtenheft erarbeitet, in welchem unsere Anforderungen und Workflows festgeschrieben wurden. Das konnten wir als Basis für die Weiterentwicklungen nutzen.“ Seitdem hat sich in Dokumentation und Auswertung eine Menge getan, die Neustädter finden viele Anregungen in der Software wieder. Damit ist ORBIS Infektionsmanagement quasi aus der Praxis für die Praxis entwickelt worden. Dem gruppenweiten Rollout steht also nichts mehr im Wege. Um die Umstellung für die anderen Häuser möglichst reibungslos zu gestalten, haben Johanna Groß und Bettina Peter zusätzlich zum Handbuch eine detaillierte Arbeitsbeschreibung erstellt. „Wir wollen einfach den Kollegen die Dinge, die wir in Neustadt gelernt haben, mitgeben – man muss ja nicht jede Erfahrung mehrmals machen“, so die Medizinmanagerin.

KIS-Integration schafft Transparenz

Die Entscheidung fiel damals bewusst auf ORBIS Infektionsmanagement und nicht auf ein Spezialsystem in der Hygiene. Ausschlaggebender Grund war die tiefe Integration in das KIS. „Nur so können wir die nötige Transparenz gewährleisten. Die Gründe für die Isolation eines Patienten muss die Pflegekraft genauso kennen wie der Stations- und der Chefarzt oder die Physiotherapeutin“, so Peter.

Vor der Einführung hat sich die Klinikgruppe konkret nach Alternativen umgeschaut. Der erste Impuls war eine Eigenentwicklung, die jedoch in Programmierung und Unterhalt zu kostenintensiv geworden wäre. Dann kamen ein Parallelbetrieb von KIS und einer Speziallösung in die Diskussion. „Dabei war uns das Risiko bezüglich der Schnittstellenentwicklung zu hoch und auch die Kompromisse, die wir bei der Workflow-Unterstützung und der Integration hätten hinnehmen müssen“, erläutert Groß den Weg zu ORBIS Infektionsmanagement.

Letztlich gab also die tiefe Integration in das KIS den Ausschlag. „Schließlich müssen die Daten ja nicht nur aus der Hygiene in das patientenführende System, sondern auch umgekehrt fließen. Das ist wichtig für die Risikoeinschätzung der Patienten, da etwa im Rahmen einer ärztlichen Anamnese typischerweise nach dem Allgemeinbefinden gefragt wird und zusätzlich Informationen zu etwaigen hygienerelevanten Erkrankungen erlangt werden. Zur Detektion von MRSA setzt die Klinik ein selbst entwickeltes Assessment-Tool ein, das künftig in modifizierter Form auch in ORBIS Infektionsmanagement integriert werden soll. „In einem ORBIS-Formular fassen wir die Risikofaktoren eines Patienten für das Vorliegen multiresistenter Erreger zusammen und bekommen am Ende eine detaillierte Maßnahmenliste“, erläutert Peter. Je nach Risikoeinstufung kommt der Patient in eine sogenannte Barrieremaßnahme oder wird strikt isoliert, bis die Befunde vorliegen. Die Einstufung der Risikofaktoren wurde auf Basis der KRINKO-Empfehlungen gemeinsam mit der Krankenhaushygienikerin erarbeitet und berücksichtigt die Auswertungen und Erfahrungen der letzten Jahre.

Gerüstet für neue Keime und Erreger

Die Schön Klinik Neustadt arbeitet bereits lange mit elektronischen Informationen über die digitale Patientenakte. Dort wird jede Empfehlung der Hygiene im Rahmen entsprechender Konsile dokumentiert. Über das ORBIS Anforderungsmanagement können Ärzte oder Pflegekräfte dann eine Anfrage an die Hygiene zum Umgang mit dem Patienten stellen. Auf diesem Weg werden auch komplette Empfehlungen für Hausärzte herausgegeben. „Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir als ‚Supportabteilung‘ für die Klinik wahrgenommen werden“, freut sich Bettina Peter und nennt ein weiteres Beispiel: „Es gibt einen Hygieneplan zum Thema MRSA, den eigentlich auch alle kennen. Trotzdem haben wir Textbausteine mit den wichtigsten Aspekten und Anforderungen in ORBIS eingestellt, die die Ärzte in den Befund integrieren und so auf Knopfdruck sicher die Nachrichtenkette dokumentieren können.“

„Wir arbeiten konsequent daran, ein gutes Screening zu machen, evidenz-basierte Hygienemaßnahmen sicherzustellen und beispielweise das Auftreten isolationspflichtiger Erreger lückenlos zu überwachen“, sagt Johanna Groß. „So können wir die größtmögliche Sicherheit für unsere Patienten und Mitarbeiter gewährleisten.“ Diese Arbeit könnte durch eine automatisierte Befundübernahme aus den Informationssystemen der zuliefernden Labore erleichtert werden. Darauf könnten dann Alert-Systeme aufsetzen, die bei auffälligen Befunden einen Warnhinweis senden. Momentan übertragen die Mitarbeiter die Informationen aus dem unstrukturiert übermittelten Befund noch manuell in ORBIS Infektionsmanagement. Bald wird das System aber in der Lage sein, einen strukturierten Laborbefund zu importieren und zu interpretieren, also selbstständig eine Infektionsmeldung zu erzeugen. „Das könnte dann so weit gehen, dass die Hygiene über das Alert-System automatisch benachrichtigt wird und aktiv werden kann“, blickt Groß voraus.

Genau, vollständig, zeitsparend

Die Schön Klinik Neustadt setzt ORBIS Infektionsmanagement konsequent als Workflow-Unterstützung in Richtung der Kliniker und Pflegekräfte auf den Stationen ein. Das führt nach Meinung von Bettina Peter dazu, dass die Dokumentation erstens genauer und vollständiger ist und zweitens konsequenter und schneller gemacht wird. „Bricht eine Infektion im Krankenhaus aus, sind wir schnell gewarnt und können eingreifen. Diese kürzere Reaktionszeit kann durchaus zu einem eminenten Kostenfaktor werden – von der Verunsicherung der Patienten und dem Imageverlust ganz zu schweigen“, malt Johanna Groß das Worst-Case-Szenario aus. „Durch die Softwareunterstützung kann ich Kontaktpersonen sehr viel schneller identifizieren. Die Infektion trifft weniger Patienten und im Idealfall auch in einem früheren Stadium der Erkrankung. Das erleichtert die Behandlung immens.“

Auch ein Blick voraus lohnt sich: Wird künftig eine qualitätsorientierte Vergütung für die Krankenhäuser eingeführt, kommt der Hygiene eine noch größere Bedeutung zu. Mit ORBIS und ORBIS Infektionsmanagement sowie deren angekündigten Weiterentwicklungen sieht sich die Schön Klinik Neustadt bestens gerüstet.

Über Agfa

Die Agfa-Gevaert-Gruppe gehört zu den weltweit führenden Unternehmen bei Imaging-Lösungen und Informationstechnologien. Agfa entwickelt, produziert und vermarktet analoge und digitale Systeme für die Druck- und Medienindustrie (Agfa Graphics), für das Gesundheitswesen (Agfa HealthCare) und spezielle industrielle Anwendungen (Agfa Materials). Agfa hat seinen Hauptsitz in Mortsel, Belgien. Das Unternehmen ist in 40 Ländern aktiv und verfügt über Vertretungen in weltweit weiteren 100 Ländern. In 2014 erzielte die Agfa-Gevaert-Gruppe einen Umsatz von 2,620 Milliarden Euro.

Agfa und das Agfa-Logo sind Marken von Agfa-Gevaert N.V. Belgien oder ihrer Tochtergesellschaften. Alle Rechte vorbehalten.

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Agfa HealthCare GmbH

Agfa HealthCare ist Mitglied der Agfa-Gevaert-Gruppe und ein weltweit führender Anbieter von diagnostischen Bildgebungs- und IT-Lösungen für das Gesundheitswesen. Das Unternehmen verfügt über eine nahezu ein Jahrhundert währende Erfahrung in der Gesundheitsbranche und ist seit den frühen 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Pionier auf dem Markt für IT-Systeme für das Gesundheitswesen. Heute konzipiert, entwickelt und liefert Agfa HealthCare Systeme nach dem neuesten Stand der Technik für die Erfassung, Verwaltung und Verarbeitung von diagnostischen Bildern und klinischen/ verwaltungstechnischen Informationen für Krankenhäuser und Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Kontrastmittellösungen, die effektive Ergebnisse in der medizinischen Bildgebung ermöglichen. Das Unternehmen verfügt weltweit über Verkaufsbüros und Vertreter in mehr als 100 Märkten. Der Absatz von Agfa HealthCare betrug im Jahr 2014 1,069 Milliarden Euro. Für weitere Informationen über Agfa HealthCare besuchen Sie bitte die Webseite www.agfahealthcare.com oder Agfa HealthCare Blog

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