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Pressemitteilung BoxID: 523397 (Agentur für Arbeit Zwickau)
  • Agentur für Arbeit Zwickau
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  • 08058 Zwickau
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  • Ansprechpartner
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Menschen mit Behinderung sind Menschen mit Potenzial

Zwickauer Arbeitsagentur beteiligt sich an der bundesweiten Aktionswoche, um Menschen mit Handicap in den Fokus der Arbeitgeber zu rücken

(lifePR) (Zwickau, ) Der Rollstuhlfahrer manövriert seinen Stuhl ohne Hindernis bis zum Schreibtisch. Die blinde Kollegin sitzt vorm Rechner und konzentriert sich auf die Computerstimme, die ihre Mails vorliest. Der Diabetiker kann sich darauf verlassen, dass sein Team bei einem „Zuckerschock“ Erste Hilfe leistet: Dank barrierefreier Bauten, moderner Technik und gutem Miteinander haben viele Menschen mit unterschiedlichsten Handicaps ihren Platz in der Arbeitswelt gefunden.
Aber: Für manche ist behindert zu sein noch immer eine Barriere auf dem Weg in den Job. Dass etwas und was getan werden muss, um Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt zu integrieren, rückt die Zwickauer Arbeitsagentur im Rahmen der bundesweiten „Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 1. bis 5. Dezember in den Vordergrund.

821 Schwerbehinderte waren Ende November im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet; 38 weniger als im November des Vorjahres. Damit sind 7,1 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Zwickau schwerbehindert.Die meisten Arbeitslosen mit Handicaps haben gute Voraussetzungen für eine Integration ins Berufsleben. Denn sie können vorweisen, was heute fast unerlässlich ist: eine Qualifikation. 622 von ihnen haben eine schulische oder betriebliche Ausbildung, 36 eine akademische; 146 der Schwerbehinderten haben keine Ausbildung.

„Der Bedarf an Fachkräften nimmt immer mehr zu“, wissen Mathilde Schulze-Middig und Andreas Fleischer aus ihrer täglichen Arbeit. Aus diesem Grunde appellieren die Chefin des Jobcenters und der Chef der Zwickauer Arbeitsagentur an die Arbeitgeber: „Richten Sie Ihren Blick bei der Suche bitte auch auf das Potenzial, das schwerbehinderte Arbeitslose mitbringen.“ Handicaps könnten fast immer organisatorisch oder durch moderne Technik ausgeglichen werden. „Wenn der Arbeitsplatz passt, sind behinderte Menschen genau so leistungsfähig wie Menschen ohne Handicap. Entscheidend ist für Fleischer ein Bewusstseinswandel: „Gehandicapt heißt nicht automatisch leistungsgemindert“.

„Kommen Sie auf uns zu und lassen Sie sich dazu von uns beraten“, lädt er Arbeitgeber ein. Der gemeinsame Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Zwickau informiert über Gesetze, Regelungen und Fördermöglichkeiten. Interessierte Unternehmen wählen die kostenlose Servicenummer 0800 4 5555 20.

Die Experten der Arbeitsagentur Zwickau sind Ansprechpartner sowohl für schwerbehinderte Personen als auch für Arbeitgeber.Was an Beratung, Vermittlung, finanzieller oder technischer Unterstützung angeboten werden kann, hängt immer davon ab, was die behinderte Arbeitskraft benötigt bzw. welche Ausstattung beim Betrieb erforderlich ist. Jeder Fall ist anders und daher individuell abzuklären.

Was Arbeitnehmer/innen mit einer Behinderung wissen sollten:

Die Berater/innen vor Ort informieren über Chancen, beantworten Fragen zur Einstellung, geben Tipps zum Bewerbungsverfahren und suchen im Pool freier Arbeitsplätze nach passenden Stellen. Sie analysieren im gemeinsamen Gespräch, wie trotz bestehender Defizite die am Markt geforderte Leistung erbracht werden kann. Sie klären, ob und welche Förderung notwendig ist, klären Förderhöhe und -dauer und koordinieren die Absprachen mit potenziellen Arbeitgebern. Das Team für berufliche Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung unterstützt bei allen Fragen zum Thema Integration in Arbeit und Ausbildung.

Zudem berät der Technische Berater der Arbeitsagentur, über individuelle Arbeitsplatzlösungen, denn oftmals ist eine behindertengerechte Ausgestaltung von Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen erforderlich, um die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen.

„Eine Belegschaft, welche die Vielfalt der Gesellschaft spiegelt, ist eine Bereicherung für alle. Wenn dies alltäglich und normal ist, verschwinden Vorurteile und Berührungsängste von selbst“, sind sich Mathilde Schulze-Middig und Andreas Fleischer einig.

(Schwer)Behinderung: Hintergrund-Infos auf einen Blick

Behindert ist ein Mensch im Sinne des Gesetzes, wenn seine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert ist – wenn er dadurch Hilfen z.B. für die Teilhabe am Arbeitsleben, benötigt.

Schwerbehindert ist ein Mensch nach dem Sozialgesetzbuch IX, wenn vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung 50 oder mehr festgestellt wird. Wichtig: Der Behinderungsgrad alleine sagt nichts über die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen aus.

Gleichgestellt mit schwerbehinderten Menschen werden Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 30 aber unter 50 von der zuständigen Agentur für Arbeit, wenn die Aufnahme oder der Erhalt des Arbeitsplatzes behinderungsbedingt gefährdet ist.

Beschäftigungspflicht
Arbeitgeber mit monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt sind gesetzlich verpflichtet, mindestens 5 Prozent Ihrer Arbeitsplätze durch Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellten Menschen zu besetzen. In der Regel wird die Beschäftigung eines Menschen mit einer Schwerbehinderung auf einen Pflichtplatz angerechnet. Eine Mehrfachanrechnung ist auf Antrag möglich, wenn die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt behinderungsbedingt besonders schwierig ist oder wenn Betriebe behinderte Jugendliche ausbilden.

Ausgleichsabgabe
Arbeitgeber, die ihre Beschäftigungspflicht nicht erfüllen, müssen monatlich eine Ausgleichsabgabe entrichten. Diese wird von den Integrationsämtern erhoben und verwendet, um die Beschäftigungschancen und –bedingungen von Menschen mit Schwerbehinderung zu verbessern. Sie soll einen Ausgleich unter den Arbeitgebern herbeiführen.