Jahreswechsel bringt moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahlen / Wirtschaft sucht händeringend Auszubildende

Der Potsdamer Arbeitsmarkt im Januar 2016

(lifePR) ( Potsdam, )
Der Januar brachte den erwartet moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam. Gegenüber dem Dezember wuchs die Zahl der Arbeitslosen um 2.008 auf 24.730 an. Der Vorjahresstand wird jedoch um knapp 1.500 unterschritten. Die Arbeitslosenquote lag nun bei 7,5 Prozent – im Dezember 2015 hatte sie 6,9 Prozent betragen, im Januar 2015 8,0 Prozent. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt stetig zu: Im Juni 2015 – dies sind die aktuellen Werte – gab es in der Region knapp 225.000 Beschäftigte und damit 2,5 Prozent mehr als im Juni 2014. Dr. Ramona Schröder, Leiterin der Potsdamer Arbeitsagentur, bewertet den Arbeitsmarkt als robust und prognostiziert auch für das erste Halbjahr 2016 eine günstige Entwicklung.

„Der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel fiel niedriger aus als in den vier Vorjahren. Zudem können wir auf mehr als 4.900 offene Stellen – und damit auf rund 60 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr – vermitteln. Auch die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist sehr ausgeprägt und zeigt, dass die Unternehmen von der Auftragslage her zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das sind drei Indikatoren, die für eine gesunde Arbeitsmarktsituation sprechen“, führt die Agenturchefin aus. Deutlich gestiegen sei vor dem Hintergrund der Zuwanderung geflüchteter Menschen die Ausländerarbeitslosigkeit: Mehr als 2.000 ausländische Menschen werden derzeit von der Arbeitsagentur und den Jobcentern als arbeitslos geführt, knapp 500 mehr als vor Jahresfrist.

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich 6.039 Menschen im Januar arbeitslos. Dies waren 1.257 mehr als im Dezember und 519 weniger als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild ähnlich dar: Mit 3.082 Meldungen lag der Wert aufgrund des klassischen Kündigungstermins zum Jahresende deutlich über dem Vormonatsniveau (+62,6 Prozent), jedoch unter dem Wert vom Januar 2015 (-11,2 Prozent). 131 Personen kamen im Januar direkt aus einer Selbständigkeit. 92 junge Menschen mussten sich direkt nach einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Das entspricht einer Veränderungsrate von 9,5 Prozent zum Vorjahr.

Im Januar 2016 meldeten sich 4.037 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 215 weniger als im Dezember und 97 mehr als im Januar 2015. 1.215 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf (+66 zum Vormonat und +50 zum Vorjahresmonat), 84 eine selbständige Tätigkeit (-30 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit mit ähnlichen Tendenzen: Die Agentur für Arbeit betreute 7.346 Arbeitslose. Das waren 1.533 mehr als im Dezember und 962 weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.384 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 475 mehr als im Dezember und 536 weniger als vor Jahresfrist

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 12,1 Prozent in Brandenburg an der Havel. In allen Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten war zum Vorjahresmonat ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen, am deutlichsten fiel dieser in Brandenburg an der Havel aus.

Der Stellenmarkt

4.909 Stellen waren im Januar vakant, 101 weniger als im Dezember und 1.828 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 1.214 Jobangebote – 25 mehr als im Vormonat und 357 mehr als im Januar 2015.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Weiterhin händeringend gesucht wurden Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Neben der klassischen Stellenbesetzung durch externe Bewerber unterstützt der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter die Unternehmen auch dabei, bereits angestellte Pflegehelfer berufsbegleitend zu examinierten Altenpflegern ausbilden zu lassen. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise werden verstärkt Sozialpädagogen, Mitarbeiter in der Verwaltung und ErzieherInnen gesucht.

Das Baugewerbe suchte trotz unsicherer Wetterlage neue Mitarbeiter – vordergründig Poliere, Meister und Techniker. Im Kfz-Gewerbe wurden weiterhin Mechatroniker, Karosseriebauer und Fahrzeugpfleger nachgefragt. Im Hotel- und Gaststättengewerbe hat sich die Zahl der offenen Stellen mit Blick auf die neue Saison deutlich erhöht – hier steht zwar die Suche nach geeigneten inländischen Arbeitskräften im Fokus, mit der möglichen Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem Ausland wird jedoch auch eine zweite Strategie verfolgt.

Die Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im Januar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 30.321 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 9,1 Prozent. Im Januar 2015 hatte sie 9,5 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Ar-beitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 5.644 Teilnehmer gefördert (-129 zum Vormonat und -148 zum Vorjahr). Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.167 Menschen finanziell bezuschusst.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 438 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten oder die Beschäftigungsphase Bürgerarbeit.

1.353 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.265 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

Der Ausbildungsmarkt – Lehrstellenboom ausgebrochen

Mit Zuversicht blickt Dr. Ramona Schröder auf die neuesten Zahlen vom regionalen Ausbildungsmarkt. Erstmals stehen für das aktuelle Berufsberatungsjahr 2015/2016 Statistiken bereit. „Auf dem Lehrstellenmarkt ist ein wahrer Boom ausgebrochen. Schon ein Dreiviertel- jahr vor dem Ausbildungsstart stehen uns 2.648 Ausbildungsangebote zur Verfügung – rund 450 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Wirtschaft kam damit unserer Bitte um frühzeitige Meldung nach.“

„Auch den Bewerberrückgang konnten wir stoppen“, konstatiert Schröder. Mit 1.638 Lehrstelleninteressenten, die sich seither für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2016 bei der Berufsberatung gemeldet haben, sind es rund zwei Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auf einen Bewerber kommen derzeit 1,6 Stellen – im Vergleich zum Vorjahr hat sich die ‚Schere‘ weiter geöffnet.

„Persönlich sehr erfreut bin ich, dass sich wieder mehr Abiturienten für eine duale Ausbildung interessieren“, ergänzt Schröder. „Ein Zuwachs um 51 Schülerinnen und Schüler mit einer allgemeinen Hochschulreife bedeutet natürlich kein grundsätzlicher Paradigmenwechsel – aber nachdem wir im letzten Jahr hier schon kleine Erfolge feiern konnten, sehe ich die aktuellen Zahlen als Bestätigung für unsere intensiven Bemühungen, die duale Ausbildung als gleichwertige berufliche Einstiegsoption zum Studium zu kommunizieren.“
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