Frühlingserwachen auf dem Arbeitsmarkt/ Jugendarbeitslosigkeit steigt vorübergehend

Der Potsdamer Arbeitsmarkt im Februar 2016

(lifePR) ( Potsdam, )
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam leicht gesunken. Insgesamt waren Mitte Februar 24.524 Menschen arbeitslos gemeldet, 206 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote lag nun bei 7,4 Prozent und somit 0,1 Prozentpunkte unter dem Januarwert. „Diese besondere Entwicklung haben wir auch im letzten Jahr schon beobachten können - einmal mehr führt der milde Winter zu einer vorzeitigen Frühjahrsbelebung. Eigentlich steigt die Arbeitslosigkeit vom Januar zum Februar nochmals an“, unterstreicht Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam. „Gerade die Baubranche und der touristische Bereich haben schon viele Stellen gemeldet. Sie stehen in den Startlöchern für die bevorstehende Saison“, fügt sie hinzu. Das Niveau der Arbeitslosigkeit bewegt sich auch unter dem des Februars 2015. Vor einem Jahr waren 25.732 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote lag bei 7,8 Prozent.

Entgegen des allgemeinen Trends ist die Jugendarbeitslosigkeit angestiegen – dies ist auf die Beendigung zweieinhalb- und dreieinhalbjähriger betrieblicher und außerbetrieblicher Berufsausbildungen zurückzuführen. Mit 1.659 unter 25-jährigen Arbeitslosen erhöhte sich die Zahl um 100 oder 6,4 Prozent gegenüber dem Januar. Der Vorjahresvergleich (-3,5 Prozent) zeigt jedoch, dass sich der regionale Arbeitsmarkt auch bei den Jüngeren in einer stabilen Verfassung befindet. „Die regionale Wirtschaft hat einen großen Bedarf an jungen Fachkräften. Von daher bin ich mir sehr sicher, dass die 163 Ausbildungsabsolventen, die sich im Februar bei uns gemeldet haben, nicht lange arbeitslos sein werden“, verdeutlicht die Agenturchefin.

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich 5.239 Menschen im Februar arbeitslos. Dies waren 800 weniger als im Januar und 434 mehr als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild ähnlich dar: Mit 1.718 Meldungen lag der Wert aufgrund des erhöhten Kündigungsaufkommens zum Jahreswechsel deutlich unter dem Vormonatsniveau (-44,3 Prozent) und über dem Wert vom Februar 2015 (+2,0 Prozent). 128 Personen kamen im Februar direkt aus einer Selbständigkeit. 163 junge Menschen mussten sich nach einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Das entspricht einer Veränderungsrate von -16,4 Prozent zum Vorjahr.

Im Februar 2016 meldeten sich 5.431 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 1.394 mehr als im Januar und 139 mehr als im Februar 2015. 1.611 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf, das waren 122 mehr als im Februar 2015. Eine selbständige Existenz gründeten 115 Personen (+17,3 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit ähnlich:

Die Agentur für Arbeit betreute 7.209 Arbeitslose. Das waren 137 weniger als im Januar und 807 weniger als im Februar vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.315 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 69 weniger als im Januar und 401 weniger als vor Jahresfrist.

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 11,9 Prozent in Brandenburg an der Havel. In Brandenburg an der Havel war zum Vorjahr auch der deutlichste Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen (-9,2 Prozent).

Der Stellenmarkt

5.126 Stellen waren im Februar vakant, 217 mehr als im Januar und 1.650 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 1.557 Jobangebote – 343 mehr als im Vormonat und 349 mehr als im Februar 2015.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Neben dem Bau- sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe zeigte sich auch in der öffentlichen Verwaltung ein erhöhter Personalbedarf. Insbesondere in Brandenburg an der Havel werden zahlreiche Stellen im metallverarbeitenden Bereich angeboten. ErzieherInnen und Pflegefachkräfte werden in allen Teilregionen händeringend gesucht.

Die Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im Februar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 30.440 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 9,1 Prozent. Im Februar 2015 hatte sie 9,5 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Ar-beitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 5.589 Teilnehmer gefördert (-2 zum Vormonat und -418 zum Vorjahr).

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.158 Menschen finanziell bezuschusst. In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 454 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten oder die Beschäftigungsphase Bürgerarbeit. 1.239 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.257 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

Der Ausbildungsmarkt

Der Lehrstellenboom, der sich bereits im Januar abzeichnete, hat sich im Februar bestätigt. 2.957 betriebliche Angebote für den Ausbildungsstart im Herbst 2016 stehen den Jugendlichen der Region derzeit zur Verfügung – 514 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2015. Aktuell sind bei der Berufsberatung 1.896 ausbildungsinteressierte Jugendliche gemeldet, 18 mehr als im Februar 2015. Auf einen Ausbildungsbewerber entfallen momentan 1,6 Ausbildungsstellen. „Die Jugendlichen haben bei diesem Verhältnis natürlich alle Möglichkeiten. Deshalb empfehle ich den Ausbildungsbetrieben eindringlich, geeignete Ausbildungsbewerber nicht lange hinzuhalten, Lehrverträge schnellstmöglich zu schließen und mit den jungen Leuten auch bis zum Ausbildungsstart in Kontakt zu bleiben“, appelliert Schröder.
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