Dienstag, 21. November 2017


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Eine Brille für den Perspektivenwechsel: Schwerbehinderte sollen als Fachkräftepotenzial erkannt werden/ 50 Betriebsbesuche geplant

Potsdamer Aktionswoche für Inklusion vom 5. bis 9. Dezember

Potsdam, (lifePR) - In der Woche vom 5. bis 9. Dezember setzt die Agentur für Arbeit Potsdam ein Zeichen für schwerbehinderte Arbeitnehmer. Circa 50 Betriebsbesuche werden die Vermittler im Arbeitgeber-Service durchführen, um gezielt dafür zu werben, das Fachkräftepotenzial schwerbehinderter Menschen verstärkt zu nutzen. Den entsprechenden "Perspektivenwechsel" verdeutlicht dabei eine Decoder-Brille, die den Arbeitgebern überreicht wird, um eine "geheime Botschaft" auf den Infomaterialien zu entschlüsseln, die die besonderen ("speziellen") Qualitäten von Menschen mit Behinderung aufzählt: "SPEZIELL leistungsfähig, SPEZIELL motiviert, SPEZIELL gut ausgebildet".

Die Aktivitäten sind Teil der bundesweiten Aktionswoche Inklusion der Bundesagentur für Arbeit.

Ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen innerhalb der letzten zehn Jahre verdeutlicht die Brisanz: Während im November 2001 unter den insgesamt 45.000 Arbeitslosen im Agenturbezirk Potsdam etwa 1.000 Schwerbehinderte waren, so standen im November 2011 circa 28.000 Arbeitslosen knapp 1.400 schwerbehinderte Jobsuchende gegenüber. "An dieser Personengruppe ging der Aufschwung am Arbeitsmarkt ganz klar vorbei" konstatiert Edelgard Woythe. Gut ein Drittel davon zählte zur Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen.

"Schwerbehinderte Arbeitnehmer bilden ein ganz besonderes und unterschätztes Potenzial zur Deckung des Fachkräftebedarfs", erläutert Edelgard Woythe, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam, die Intention der Aktionswoche. "Diesen Perspektivenwechsel müssen wir vollziehen. Und wir versinnbildlichen ihn während der Aktionswoche mit Decoder-Brillen, mit denen wir den Blick der Arbeitgeber - sinnbildlich - für die Chancen öffnen wollen, die ihnen schwerbehinderte Mitarbeiter bieten."

"Behindert ist nicht gleich behindert"

Viele Menschen erlangen den Schwerbehinderten-Status erst im Laufe ihres Lebens. Einschränkungen am Bewegungsapparat, beispielsweise durch Bandscheibenvorfälle verursacht, sind eine sehr häufige Behinderungsart. Aber auch ehemalige Krebspatienten gelten zum Beispiel oft zu 100% als schwerbehindert. Andere Menschen mit Schwerbehindertenausweis können etwa Diabetiker sein. "Bei dieser Thematik ist es einfach sehr wichtig zu differenzieren. Behindert ist nicht gleich behindert. Entsprechend unterschiedlich sind auch unsere Unterstützungsansätze", so Edelgard Woythe.

Die Arbeitsagentur arbeitet eng mit dem Integrationsamt zusammen und hat einen eigenen technischen Beratungsdienst im Haus, der bei der Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze berät.

Arbeitgeber sollten sich von ihrem persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service beraten lassen. Wer noch keinen persönlichen Ansprechpartner hat, kann sich unter Tel. 01801/ 66 44 66 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) erste Auskünfte holen.

Zum Startschuss der Aktionswoche stehen ab Montag im Internet unter www.arbeitsagentur.de/potsdam > Bürgerinnen&Bürger > Menschen mit Behinderung weitere Informationen bereit.

Die Aktionswoche unterstützt den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

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