Dienstag, 17. Oktober 2017


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Der Potsdamer Arbeitsmarkt im Januar 2014: Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel - Situation dennoch günstiger als im Vorjahr

Potsdam, (lifePR) - Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam zum Jahreswechsel deutlich angestiegen. Insgesamt waren Mitte Januar 27.612 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.497 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote lag nun bei 8,4 Prozent - im Dezember 2013 hatte sie 7,7 Prozent betragen. "Natürlich ist dieser Anstieg sehr deutlich - und trotzdem kommt er für uns nicht überraschend", unterstreicht Edelgard Woythe, Leiterin der Potsdamer Arbeitsagentur. "Schließlich ist der 31. Dezember ein klassischer Termin, an dem befristete Arbeitsverhältnisse enden. Hinzu kommt die typische Saisonarbeitslosigkeit im Winter", fügt sie hinzu. So sei sogar festzustellen, dass die Erhöhung der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel in diesem Jahr deutlich geringer ausfalle als im vergangenen. Auch das generelle Niveau bewege sich unter dem des Januars 2013. Vor einem Jahr waren 28.389 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote lag bei 8,8 Prozent.

"Die Ursache für diese günstigere Situation in diesem Jahr ist vordergründig darin zu sehen, dass deutlich mehr Menschen - nämlich 13,9 Prozent - eine neue Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen konnten", analysiert Agentur-Chefin Woythe. Das stimme sie zuversichtlich, schließlich sei der Januar grundsätzlich nicht der klassische Einstellungsmonat. Sicher habe auch der bis dato ausgebliebene Winter seinen Anteil daran.

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich 7.205 Menschen im Januar arbeitslos. Dies waren 1.662 mehr als im Dezember und 339 mehr als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild etwas anders dar: Mit 3.745 Meldungen lag der Wert aufgrund des klassischen Kündigungstermins zum Jahresende deutlich über dem Vormonatsniveau (+72,4 Prozent), jedoch unter dem Wert vom Januar 2013 (-0,5 Prozent). 200 Personen kamen im Januar direkt aus einer Selbständigkeit. 101 junge Menschen mussten sich direkt nach einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Das entspricht einer Veränderungsrate von -24,1 Prozent zum Vorjahr.

Im Januar 2014 meldeten sich 4.727 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 47 mehr als im Dezember und 649 mehr als im Januar 2013. 1.364 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf (+148 zum Vormonat und +166 zum Vorjahresmonat), 161 eine selbständige Tätigkeit (+41,2 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich:

Die Agentur für Arbeit betreute 9.433 Arbeitslose. Das waren 1.763 mehr als im Dezember und 448 weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 18.179 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 734 mehr als im Dezember und 329 weniger als vor Jahresfrist.

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 13,4 Prozent in Brandenburg an der Havel. In allen Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten war zum Vorjahresmonat ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen. Nur in der Landeshauptstadt Potsdam war die Entwicklung durch einen leichten Anstieg um 0,8 Prozentpunkte gekennzeichnet.

Der Stellenmarkt

2.228 Stellen waren im Januar vakant, 14 mehr als im Dezember und 266 weniger als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 755 Jobangebote - 72 mehr als im Vormonat und 89 weniger als im Januar 2013.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Weiterhin händeringend gesucht wurden Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen.

Das Baugewerbe sucht derzeit aufgrund der unsicheren Wetterlage vordergründig neue Mitarbeiter für den Innenausbau. Die Nachfrage nach Paketauslieferern und Auslieferungsfahrern blieb auch nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts hoch. Im Kfz-Gewerbe wurden weiterhin Mechaniker, Mechatroniker, Lackierer, Betriebsschlosser und Karosseriebauer gesucht - wenngleich der grundsätzliche Wunsch der Unternehmen nach Bewerbern mit Berufserfahrung bestand, konnte der Arbeitgeberservice dahingehend überzeugen, auch junge Ausbildungsabsolventen einzustellen. Ein erhöhter Bedarf besteht derzeit auch an Buchhaltern beziehungsweise Bürokräften mit buchhalterischen Kenntnissen. Hier spielt insbesondere die Tatsache eine Rolle, dass vorhandene Mitarbeiter in der nächsten Zeit altersbedingt ausscheiden.

Die Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im Januar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 34.218 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 10,3 Prozent. Im Januar 2013 hatte sie 10,7 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Arbeitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 6.740 Teilnehmer gefördert (-427 zum Vormonat und -169 zum Vorjahr). Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.212 Menschen finanziell bezuschusst. In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 1.484 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten oder die Beschäftigungsphase Bürgerarbeit. 1.283 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung. 1.246 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

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