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Pressemitteilung BoxID: 293990 (Agentur für Arbeit München)
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Von der Kinderbetreuung bis zur Qualifizierung

Potentiale von Alleinerziehenden fördern

(lifePR) (München, ) 58 % der Münchner Haushalte mit Kindern, die auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind, sind Haushalte von Alleinerziehenden. Das Jobcenter München setzt auf Sicherung der Kinderbetreuung und Qualifizierung.

Zum Weltfrauentag am 8. März macht das Jobcenter München auf die besondere Situation von Alleinerziehenden aufmerksam. 7.828 Alleinerziehende beziehen in München Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Knapp 29% (2.216 Alleinerziehende) stehen dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung, insbesondere, weil sie Kinder unter drei Jahren betreuen.

22 % der Alleinerziehenden üben bereits eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus. Diese reicht allerdings nicht, um den Lebensunterhalt der Familie zu decken. Sie beziehen ergänzend SGB-II-Leistungen.

Rund 3.900 Alleinerziehende suchen aktuell eine Arbeit. "Gerade bei den Alleinerziehenden müssen wir den Grundsatz des Jobcenters, Hilfen aus einer Hand zu gewähren, gut umsetzen.

Denn aus unserer Sicht gibt es zwei große Handlungsfelder: die Kinderbetreuung und die Qualifizierung", sagt die Geschäftsführerin des Jobcenters, Martina Musati.

In Sachen Kinderbetreuung prüft das Jobcenter gemeinsam mit dem Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt wie der Zugang von arbeitslos gemeldeten Alleinerziehenden zu Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen verbessert werden kann.

Dem Jobcenter geht es auch um die Kinderbetreuung in den Randzeiten: "Wenn wir davon ausgehen, dass ein Großteil der Alleinerziehenden eine Arbeitsstelle in den Bereichen Handel, Pflege und Gastronomie sucht, muss die Kinderbetreuung auch an Wochenenden beziehungsweise zu den sogenannten Randzeiten gewährleistet sein."

Die berufliche Qualifizierung ist dem Jobcenter für eine dauerhafte Integration besonders wichtig, da 67% der Alleinerziehenden über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. 20% haben keinen Schulabschluss. Auch ist nach einer längeren Familienphase zu prüfen, ob die beruflichen Kenntnisse aufzufrischen sind. "Ist die Kinderbetreuung geklärt, können wir an der beruflichen Qualifikation ansetzen", betont Brigitte Wolfram, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters München.

Das Jobcenter will hier auch neue Wege gehen. "Die Realisierung von Ausbildungen in Teilzeit in München liegt mir sehr am Herzen", erläutert Musati. "Denn so erhalten Alleinerziehende eine fundierte berufliche Perspektive und die Arbeitgeber gutes Fachpersonal."

Rund 12% aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Förderungen des Jobcenters sind Alleinerziehende. Diesen Anteil will das Jobcenter 2012 insbesondere im Bereich der Qualifizierung steigern.

Das Jobcenter setzt vor allem auf Qualifizierung sowie Coaching- und Vermittlungsprojekte, die die Alleinerziehenden in ihrer spezifischen Lebenssituation abholen. Maßnahmen wie das Coaching für Alleinerziehende der Deutschen Angestellten Akademie in München helfen unter anderem dabei, ein persönliches und berufliches Netzwerk aufzubauen, die Kinderbetreuung zu organisieren und berufliche Qualifikationen zu erwerben. Das Ziel ist, Vermittlungshemmnisse aus dem Weg zu räumen und an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Denn individuelle Beratung und intensive Betreuung sind der Schlüssel, um Alleinerziehenden eine berufliche Perspektive zu eröffnen.