Montag, 23. Oktober 2017


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Wieder mehr Arbeitslose im Winter

Der sächsische Arbeitsmarkt im Januar 2017

Chemnitz, (lifePR) - Im Januar waren wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet, als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich der Arbeitsmarkt weiter positiv. Bei einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent waren im Januar in Sachsen insgesamt 161.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

„Im Januar waren wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Zurückzuführen ist das auf saisonale Effekte. Vor allem in Außenberufen können Arbeiten wegen dem frostigen Wetter nicht ausgeführt werden, gleichzeitig wurden Befristungen und Kündigungen zum Jahresende wirksam. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Größenordnung ist im Winter üblich und meist nur von kurzer Dauer. Deshalb bin ich auch nicht beunruhigt. Vielmehr sind heute zehn Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet, als noch vor einem Jahr. Die Entwicklung seit Januar 2016 verdeutlicht damit insgesamt die gute Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen zwölf Monate“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Januar:  161.544
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (146.988): +14.556 oder +9,9 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (179.745):  -18.201 oder -10,1 Prozent
Arbeitslosenquote im Januar:  7,6 Prozent

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im Monatsverlauf saisonbedingt angestiegen. Saisonale Faktoren, die zu diesem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt haben, waren beispielsweise witterungsbedingte Kündigungen, da Außenarbeiten nicht mehr im vollen Umfang ausgeübt werden können, oder zum Jahresende 2016 wirksam gewordene Kündigungen. Damit ist vor allem die Arbeitslosigkeit in den saisonabhängigen Berufen gestiegen. Dazu gehören beispielsweise Hoch-  und Tiefbauberufe, Berufe im Transportwesen, Ausbauberufe, Berufe in der Landwirtschaft, Berufe im Gartenbau sowie Hotel- und Gaststättenberufe.

Blendet man die jahreszeitlichen Einflüsse aus, bleibt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat weiter positiv. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit liegt mit aktuell 148.000 Menschen um 2.000 unter dem Wert vom Dezember 2016.

Insgesamt waren im Januar in Sachsen 161.544 Menschen arbeitslos gemeldet, 14.556 mehr als im Dezember 2016. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 18.201 Menschen weniger arbeitslos.

Im Januar wurden 34,1 Prozent aller Arbeitslosen (55.101) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 65,9 Prozent (106.443) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich weniger. In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit sowohl zum Vormonat, als auch zum Vorjahresmonat gesunken. Das liegt vor allem an zwei Gründen: Saisonale Faktoren führen zuerst im Bereich der Arbeitsagenturen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zusätzlich werden seit Januar 2017 Menschen von den Arbeitsagenturen unterstützt, die zum normalen Arbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld 2 erhalten. Diese Frauen und Männer wurden bis Dezember 2016 statistisch den Jobcentern zugeordnet.

Die Arbeitslosenquote belief sich im Januar auf 7,6 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Quote um 0,7 Prozentpunkte und im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,9 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosenquote bei 2,6 und im Bereich der Grundsicherung bei fünf Prozent. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger ist im Monatsverlauf um zwei Prozentpunkte auf 27,1 Prozent gestiegen.

Seit Juni 2016 werden geflüchtete Menschen auch in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen. Bisher war das nur näherungsweise durch die Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern möglich.

Von Dezember auf Januar ist die Zahl der arbeitslosen geflüchteten Menschen um 467 auf 6.571 Menschen gestiegen. Davon waren 5.385 anerkannte Schutzberechtigte bzw. Flüchtlinge  (82 Prozent), die durch die Jobcenter betreut werden. Weitere 1.021 Asylbewerber (15,5 Prozent) sowie 165 geduldete Menschen (2,5 Prozent) werden durch die Arbeitsagenturen betreut. Damit liegt der Anteil der arbeitslosen geflüchteten Menschen an allen Arbeitslosen bei 4,1 Prozent. Von 6.571 arbeitslosen geflüchteten Menschen kommen unter anderem 3.488 aus Syrien (53,1 Prozent), 690 aus Afghanistan (10,5 Prozent), 595 aus dem Irak (9,1 Prozent) und 271 aus Eritrea (4,1 Prozent).

Beschäftigung

Im November 2016 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,573 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 16.500  hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,1 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 4.700). Auch in den Bereich Verkehr und Lagerei (plus 2.600) sowie Erziehung und Unterricht (plus 2.100) und im Bereich Information und Kommunikation (plus 2.0000) sind mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin in den Bereichen der freiberuflichen und wissenschaftlichen Dienstleistungen sowie in der wirtschaftlichen Dienstleistung.

Damit wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter und erreicht den höchsten Stand in einem November seit dem Jahr 1999. Damals waren in Sachsen rund 1,576 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Arbeitskräftenachfrage

Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.801 freie Stellen gemeldet. Damit liegt die Arbeitskräftenachfrage um 315 Stellen über dem Niveau des Vormonats und um 3.808 Stellen über der des Vorjahres.

Allein im Januar haben sächsische Betriebe insgesamt 8.378 freie Stellen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat wurden von sächsischen Unternehmen 473 Stellen weniger gemeldet. Im Vergleich zum Januar 2016 stieg die Nachfrage um 394 neu gemeldete Stellen.

Die meisten freien Stellen meldeten im Januar die Unternehmen aus der Zeitarbeit (2.966). Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (841), dem Gesundheits- und Sozialwesen (837), dem Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (704) und dem Gastgewerbe (461).

Diese und viele andere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 61.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im Januar 2017 haben nach ersten Hochrechnungen rund 48.500 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Viele von ihnen haben an Weiterbildungen (9.900), Arbeitsgelegenheiten (5.100) und an Aktivierungsmaßnahmen (7.100) teilgenommen oder wurden durch andere Einrichtungen gefördert (10.100). Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer standen aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 4.300). Damit lag die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen, um rund 1.400 unter dem Niveau des Vormonats und um rund 5.700 über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im Januar 2017 auf insgesamt auf 210.082 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Januar 2016 um rund 12.500 oder 5,6 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 76,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Januar mit 9,8 Prozent weiter im einstelligen Bereich.
 

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