Dienstag, 21. November 2017


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Weniger Arbeitslose in Sachsen

Der sächsische Arbeitsmarkt im Juni 2013

Chemnitz, (lifePR) - Im Juni waren in Sachsen mit rund 191.000 Frauen und Männern deutlich weniger Menschen in den Arbeitsagenturen und Grundsicherungsstellen arbeitslos gemeldet als im Vormonat und Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,0 Prozent weiter im einstelligen Bereich.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist insbesondere auf die relativ stabile konjunkturelle Situation in Sachsen zurückzuführen.

"Der sächsische Arbeitsmarkt zeigt sich robust und folgt der positiven Entwicklung der vergangenen Monate. Im Juni ging die Arbeitslosigkeit in einem üblichen Umfang saisonbedingt zurück, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gestiegen und auch das gemeldete Stellenangebot blieb stabil. Eine erfreuliche Situation, die in erster Linie auf die relativ stabile konjunkturelle Situation zurückzuführen ist", sagte Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Juni: 191.012
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: -8.513 oder -4,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -7.981 oder -4,0 Prozent
Arbeitslosenquote im Juni: 9,0 Prozent

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im Monatsverlauf weiter zurückgegangen. Aktuell sind in Sachsen 191.012 Menschen arbeitslos gemeldet, 8.513 weniger als vor einem Monat. Für den Monat Juni ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit in dieser Größenordnung durchaus üblich und liegt etwa auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Juni 7.981 Menschen weniger arbeitslos.

Blendet man die saisonalen Einflüsse aus, bleibt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr unverändert positiv. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit liegt mit aktuell 199.000 um 1.000 unter dem Wert des Vormonats und um 8.000 unter dem Wert vom Vorjahr.

Im Juni wurden 27,9 Prozent aller Arbeitslosen (53.356) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 72,1 Prozent (137.656) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind sowohl in den Arbeitsagenturen als auch in den Jobcentern weniger arbeitslose Frauen und Männer gemeldet.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung erhöhte sie sich um 3.104 Personen (6,2 Prozent), während sie in der Grundsicherung um 11.085 Personen (7,5 Prozent) zurückging.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,0 Prozent weiter im einstelligen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte. Differenziert nach Rechtskreisen liegt die Arbeitslosenquote im Bereich der Arbeitslosenversicherung bei 2,5 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei 6,5 Prozent.

Beschäftigung

Im April 2013 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,457 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 11.100 liegt der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr bei 0,8 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 6.800), im Gastgewerbe (plus 1.400) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (plus 1.300). Aber auch in den Bereichen Verkehr und Lagerei sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als noch vor einem Jahr.

"Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Winterpause an Fahrt aufgenommen. Von März auf April sind über 12.000 Menschen mehr beschäftigt. Ein Beweis für die Frühjahresbelebung im April diesen Jahres", so Cordt.

Die saisonbereinigte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, welche um jahreszeitliche und witterungsbedingte Faktoren korrigiert ist, stieg im April 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 11.000 auf rund 1,464 Millionen Beschäftigte.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juni wurden den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 8.024 neue Stellen gemeldet, 6,6 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch 10,3 Prozent weniger als im Juni 2012. Die meisten freien Stellen meldeten Arbeitgeber aus der Zeitarbeit (2.149), dem Verarbeitenden Gewerbe (974), dem Handel (730) sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (728).

"Die Einstellungsbereitschaft der sächsischen Betriebe befindet sich weiter auf stabilem Niveau. Aktuell sind über 18.200 freie Stellen zu besetzen. Davon sind 80 Prozent unbefristete Jobangebote und 83 Prozent sofort zu besetzen", erklärt Cordt.

In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sind die freien Stellen veröffentlicht und können von Interessenten per Internet unter www.arbeitsagentur.de oder auch mobil mit der neuen Smartphone-App abrufen werden.

Unterbeschäftigung

Im Juni 2013 haben nach ersten Hochrechnungen 71.400 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika in Betrieben und Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen und dadurch den Arbeitsmarkt entlastet. Das waren etwa 2.500 oder 3,3 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung - die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen - belief sich insgesamt auf 262.400 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juni 2012 um 10.400 oder 3,8 Prozent.

Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 72,8 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Juni bei 12,1 Prozent.

Der sächsische Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2012 bis Juni 2013 haben insgesamt 18.244 Mädchen und Jungen mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Das sind 750 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen) insgesamt 17.668 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 656 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Aktuell sind in Sachsen noch 7.469 gemeldete Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 8.189 freie Ausbildungsstellen.

Auf den ersten Blick scheint der sächsische Ausbildungsmarkt ausgeglichen. "Die Chancen auf einen Lehrvertrag stehen rein rechnerisch gut. So gibt es mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber, die noch auf der Suche nach einem Lehrvertrag sind", erklärt Cordt mit dem Blick auf die aktuelle Ausbildungsmarktstatistik.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Angebot und Nachfrage nicht immer zusammenpassen. Unterschiede in den schulischen Leistungen der Bewerber und dem Anforderungsprofil der Betriebe, aber auch bei den angebotenen und nachgefragten Berufen sowie in der räumlichen Entfernung zwischen Ausbildungsbewerbern und den zu besetzenden Ausbildungsstellen gehören zu den Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt.

"Die Berufsberater helfen eigene Stärken und Talente zu erkennen, unterstützen durch Beratung zu den mehr als 300 Ausbildungsberufen und können gleich vor Ort freie Ausbildungsstellen anbieten", so Cordt. Zudem kennen die Berater regionale Besonderheiten, und beraten die Jugendlichen auch unter Berücksichtigung der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung.

Personalentscheider treffen häufig noch allein auf Grundlage von Schulnoten ihre Entscheidungen oder lassen ihre freien Ausbildungsstellen unbesetzt. Mit Blick auf die steigenden Fachkräftebedarfe werden Ausbildungsbetriebe auch schwächeren Jugendlichen eine Chance geben müssen. "Besondere Aufmerksamkeit sollte der Motivation, der Leistungsbereitschaft und den praktischen Fertigkeiten der potenziellen Nachwuchskräfte geschenkt werden" sagte Cordt abschließend.

Betriebe die leistungsschwächeren Schülern eine Chance geben, werden im Falle von Ausbildungsproblemen von der Arbeitsagentur unterstützt. Durch ausbildungsbegleitende Hilfen - Nachhilfeunterricht in Theorie oder Praxis - können fehlende Kenntnisse oder schlechtere Ergebnisse in der Berufsschule ausgeglichen werden. Dieser Stützunterricht kostet den Betrieb keinen Cent und findet außerhalb der Arbeits- oder Schulzeit statt.

Hilfe und Unterstützung rund um die Themen Ausbildung und Beruf gibt es bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur vor Ort. Über die Hotline der Bundesagentur für Arbeit können die Jugendlichen einen Termin mit ihrem Berufsberater vereinbaren.

Kostenfreie Hotline: 0800 4 5555 00

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