Samstag, 25. November 2017


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Ein Jahr Arbeitnehmerfreizügigkeit

Chemnitz, (lifePR) - Die Zuwanderung aus den EU-8-Staaten fiel bisher moderat aus. Fachkräftepotenziale der ausländischen Arbeitskräfte werden in Sachsen nur wenig genutzt.

"Sachsen profitiert nur in geringem Umfang von der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich rund 1.200 Frauen und Männer aus den EU-8-Staaten zusätzlich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Sachsen ausgeübt. Das waren etwa drei Prozent der bundesweit rund 40.000 zusätzlichen Beschäftigten", erklärt Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, anlässlich des einjährigen Bestehens der Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Die meisten der 1.200 Personen kamen aus Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn. Die Beschäftigungsschwerpunkte lagen in den Bereichen Zeitarbeit, Baugewerbe, Verarbeitendes Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.

"Mit dem Blick auf die künftigen Fachkräftebedarfe der Wirtschaft und dem demografisch bedingten Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials ist das zu wenig. Bis 2025 wird die Zahl der Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter um rund 500.000 zurückgehen. Damit fehlt ein Teil der Arbeitskräfte, die zur Produktivität und Konkurrenzfähigkeit der sächsischen Betriebe beitragen", so Cordt.

Um diese Lücke auszugleichen verfolgt die Bundesagentur für Arbeit eine Doppelstrategie. "Zum einen müssen inländische Potenziale arbeitsloser Alleinerziehender, Schwerbehinderter und Älterer mehr genutzt und zum anderen muss die gezielte Zuwanderung weiter ausgebaut werden", erklärt Cordt.

Ein Grund für den zurückhaltenden Andrang ausländischer Arbeitskräfte nach Einführung der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit liegt, laut Cordt, an den ähnlichen Arbeitsmarktbedingungen in den osteuropäischen Ländern. "Diese Länder haben genau wie Deutschland die Herausforderungen des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfes zu lösen", so Cordt.

Eine weitere Ursache liegt am geringeren Lohngefüge in Sachsen. Mobile Arbeitnehmer fahren durch Sachsen hindurch, um in benachbarten Bundesländern eine höher bezahlte Tätigkeit aufzunehmen.

Um das zu ändern sieht Cordt für die Arbeitsmarktakteure mehrere Handlungsfelder: "Alle Partner auf dem Arbeitsmarkt können zum Beispiel die Willkommenskultur in und für Sachsen weiter ausbauen. Auch Betriebe können sich außerhalb des Lohnniveaus auf anderen Feldern attraktiv aufstellen. So zum Beispiel mit attraktiven Arbeitsbedingungen, wie flexiblen Arbeitszeiten und betrieblichen Weiterbildungsangeboten", so Cordt abschließend.

Mithilfe der Kommunen könnte die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden. Auch Grundstückspreise, Wohnungsmieten, kulturelle Angebote und Einkaufsmöglichkeiten spielen bei der Wahl des Wohn- und Arbeitsortes eine wesentliche Rolle.

Hintergrund:
Seit dem 1. Mai 2011 haben die Staatsangehörigen der acht EU-Mitgliedsstaaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit im gesamten Bundesgebiet. Damit entfiel die Verpflichtung, vor Aufnahme der Beschäftigung eine Arbeitsgenehmigung einzuholen.

Aktuelle Beschäftigungszahlen:
Auf Basis der Beschäftigungsdaten der Bundesagentur für Arbeit ist eine erste Einschätzung darüber möglich, wie sich die neue Arbeitnehmerfreizügigkeit auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. Angaben zur Beschäftigung liegen bis zum 29. Februar 2012 vor. Die Daten sind noch vorläufig und wurden auf Basis von Ergebnissen mit zwei-monatiger Wartezeit hochgerechnet.

Im Februar waren 5.600 Frauen und Männer aus den EU-8-Staaten in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren rund 1.600 mehr als vor dem 1. Mai 2011 und kann deshalb der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit zugerechnet werden.

Den statistischen Sonderbericht zu dem Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit finden Sie im Internetangebot des Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit.

Auf einen Klick: Arbeitnehmerfreizügigkeit im April 2012

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