Mittwoch, 22. August 2018


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Bilanz zur Lage am Ausbildungsmarkt 2012

Chemnitz, (lifePR) - .
- Weniger Lehrstellenbewerber als im Vorjahr (minus 4,2 Prozent)
- Zahl betrieblicher Ausbildungsplätze leicht gestiegen (0,4 Prozent)
- 17 Jugendliche noch auf der Suche bei 161 unbesetzten Stellen

Weniger Bewerber bei steigendem Lehrstellenangebot: das lässt den Kampf um den Nachwuchs härter werden. "Betriebe, Berufsschulen und Gymnasien werben alle zugleich um die Absolventen der Mittelschulen. Wir beobachten einen Trend zu weiterführenden Schulen wie Gymnasien und Fachoberschulen. So schrumpft die Zahl der Ausbildungsbewerber zusätzlich. Schüler mit schwachen Noten haben es zudem deutlich schwerer, sich im Bewerbungsverfahren zu behaupten. Es ist jedoch erste Wahl, möglichst jedem Interessenten direkt zum Lehrvertrag zu verhelfen und Warteschleifen zu vermeiden. Ich empfehle unseren Unternehmen, sich schneller als früher für ihren künftigen Azubi zu entscheiden und auch Leistungsschwächeren eine Chance zu geben. Es lohnt sich, Kraft zu investieren und mit denen zu arbeiten, die hier leben und lernen wollen. Wir finanzieren leistungsschwächeren Azubis Nachhilfeunterricht vom ersten Tag der Ausbildung an. Das kostet den Betrieben nichts und hilft Schülern, die nicht mit Bestnoten glänzen können, erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Chemnitz und Umgebung bietet sehr gute Angebote für Ausbildung. Gemeinsam mit den Unternehmen müssen wir alles daran setzen, die Abwanderung Jugendlicher zu verhindern", sagt Christiane Müller, Bereichsleiterin Berufsberatung der Agentur für Arbeit Chemnitz.

Waren vor Jahren noch weit über 6.000 Jugendliche jährlich auf der Suche, so verringerte sich ihre Zahl in diesem Jahr weiter deutlich (s. Abb. 3). Von Oktober 2011 bis September 2012 haben 2.212 Ausbildungsplatzbewerber die Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagentur Chemnitz in Anspruch genommen, 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil an Schulabgängern früherer Jahre, sogenannter Altbewerber, lag bei 40,3 Prozent und sinkt damit weiter leicht (2011: 41 Prozent; 2010: 42,1 Prozent; 2009: 43,7 Prozent; 2008: 49,1 Prozent). 17 Jugendliche waren im Agenturbezirk Ende September noch unversorgt (2011: 29; 2010: 28; 2009: 13; 2008: 7; 2007: 40). Erfreulich ist, dass der Schülerrückgang im Agenturbezirk gestoppt scheint. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 6,5 Prozent mehr Absolventen in den Mittelschulen. Diese Entwicklung hält auch im aktuellen Schuljahr weiter an. So werden für 2013 knapp 9 Prozent mehr Mittelschulabsolventen prognostiziert (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen).

Noch Wochen nach dem Start des neuen Ausbildungsjahres waren im Agenturbezirk Chemnitz Lehrstellen unbesetzt, darunter Anlagenmechaniker, Elektroniker, Papiertechnologen, Kaufleute im Einzelhandel, Bäcker und Friseure. Der Arbeitsagentur stand ein Gesamtangebot von 2.789 Ausbildungsstellen für die Vermittlung zur Verfügung (plus 0,4 Prozent zum Vorjahr). Am meisten Ausbildungsplätze gab es im Handel, gefolgt von Berufen im Metall- und Elektrobereich, Bürokaufleuten, Friseuren, Fachkräften für Lagerlogistik und Köchen. Ende September waren noch 161 Ausbildungsplätze zur sofortigen Besetzung gemeldet.

Die Relation von Stellen und Bewerbern hat sich weiter zugunsten der Jugendlichen verschoben. Im gesamten Agenturbezirk stehen durchschnittlich 1,3 Ausbildungsplätze pro Bewerber bereit (Vorjahr 1,2). In der Stadt Chemnitz ist das Verhältnis mit 1,6 Stellen pro Bewerber am günstigsten. Der Landkreis Mittelsachsen bietet rechnerisch jedem Bewerber einen Ausbildungsplatz. Berufe mit einem Überangebot an Bewerbern finden sich in der Liste der Top-10-Berufswünsche (s. Abb. 1) mit Schwerpunkt Handel und Büro.

"Die Ansprüche an künftige Azubis sind nicht zu unterschätzen. Betriebe achten auf die Qualität der Bewerber, fordern solide Grundkenntnisse in verschiedenen Fächern, aber auch Verantwortungsbewusstsein, Pünktlichkeit und Engagement. Andererseits ist vielen Schülern oft nicht klar, wo ihre Talente liegen. Wir setzen uns deshalb gemeinsam mit Handwerk und Industrie für eine frühzeitige und wirtschaftsnahe Berufsorientierung und intensive Arbeitgeberberatung ein", so Christiane Müller weiter.

Stadt Chemnitz

In der Stadt Chemnitz waren deutlich mehr Stellen als Bewerber gemeldet. 1.410 Ausbildungsplätze standen 893 Bewerbern gegenüber. Rein rechnerisch kommen auf jeden Bewerber 1,6 Ausbildungsstellen. Damit hat die Stadt Chemnitz die günstigste Relation im Agenturbezirk. Von den 893 Bewerbern waren Ende September 15 ohne Lehrvertrag.

Landkreis Mittelsachsen (inkl. Döbeln, derzeit noch AA Oschatz)

Im Landkreis waren 1.705 Mädchen und Jungen bei der Berufsberatung als Bewerber gemeldet, 4 Prozent weniger als 2011. Für die Vermittlung standen 1.727 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Rechnerisch ergibt sich damit eine Relation von einer Stelle pro Bewerber. Ende September waren 70 Jugendliche im Landkreis unversorgt.

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