Montag, 20. November 2017


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Nur mit Wald und Holz und einem klaren Bekenntnis zur Forst- und Holzwirtschaft kann die Bundesregierung die EU-Klimaziele erreichen

3. Bundeswaldinventur / EU-Klimagipfel

Berlin, (lifePR) - Die vor wenigen Tagen vorgestellten Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur zeigen, wie wertvoll der deutsche Wald und die Holzverwendung für den Klimaschutz sind. Diese eindeutigen Zahlen zeigen zugleich, dass die Politik die Forst- und Holzwirtschaft braucht, um die ambitionierten Ziele, wie sie der EU-Klimaschutzgipfel formulierte, zu erreichen. Die Bundesregierung muss die Leistungen der nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft in Deutschland deshalb ohne Kompromisse anerkennen und fördern. Sie darf nicht zulassen, dass der Klimaschutz gegen den Artenschutz auf Kosten der Menschen ausgespielt wird.

- Der Wald in Deutschland wirkt als Kohlenstoff-Senke, entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Die Holzverwendung substituiert weitere 86,8 Millionen Tonnen an Treibhausgasen. Damit mindern Wald und Holz die Emissionen in Deutschland um knapp 15 Prozent.

- Die Daten beweisen, dass hohe Klimaschutzleistungen nur durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung zu erzielen sind.

- Die Bundesregierung darf nicht nur auf Sonnen- und Windenergie setzen. Biomasse und insbesondere Holz sind zumindest gleichrangig zu behandeln.

Die Ergebnisse der neuesten Bundeswaldinventur haben nicht nur den guten Zustand der deutschen Wälder bewiesen. Sie haben auch die Datenbasis geliefert, um die außerordentliche Speicherkapazität unserer Wälder für klimaschädliches Kohlendioxid zu berechnen. Allein in den Bäumen sind 1.169 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden. Damit mindert der Wald die Emissionen jährlich um sechs Prozent oder rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Dieser Wert entspricht den jährlichen Treibhausgas-Emissionen von rund 4,5 Millionen Deutschen bzw. 5,5 Prozent der Emissionen Deutschlands 2013. Mit einer solchen Gutschrift könnten immerhin sämtliche 2013 in Deutschland zugelassenen Neuwagen fast 12 Jahre lang CO2-neutral betrieben werden (bei 11.000 km/Jahr).

Senkenleistung durch Nutzung sogar noch viel höher

Der Klimaschutzbeitrag des Forst- und Holzsektors bei der Einsparung von Treibhausgasen ist sogar noch größer. Denn Holz speichert den Kohlenstoff längerfristig. Bei stofflicher Nutzung, etwa im Hausbau oder in der Möbelproduktion, bleibt der Kohlenstoff jahrzehntelang gebunden. Nach jüngst publizierten Berechnungen des Thünen-Instituts konnten von 2005 bis 2009 durch die stoffliche Verwendung von Holz jährlich rund 57 Mio. Tonnen und

durch die energetische Nutzung 30 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente substituiert werden. Eine vermehrte Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist daher die wirksamste Strategie, um energieintensive und damit umweltschädlichere Stoffe wie Beton, Stahl oder Glas sowie Öl und Gas auf Dauer ersetzen zu können. Diese Zahlen belegen, dass Holz ein nicht wegzudenkender Bestandteil des nachhaltigen Energiemixes sein muss, um die vernünftigen und ambitionierten Klimaziele, die auf dem Brüsseler Klimaschutz-Gipfel diskutiert worden sind, zu realisieren.

Für Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident von AGDW - Die Waldeigentümer, bestätigen diese Fakten die hervorragende Arbeit der deutschen Forstleute und Waldbesitzer: "Mit dem Wald haben wir den besten Klimaretter, den man sich vorstellen kann. Die eindeutigen Zahlen der Bundeswaldinventur sollten auch die Bundesregierung und die EU beeindrucken. Die erfreulichen neuen Klimaschutz- Beschlüsse aus Brüssel bereiten grundlegend den Weg, um eine nachhaltiger wirtschaftende Gesellschaft zu erreichen. Dabei dürfen Bundesregierung und EU aber nicht nur auf andere Sektoren wie die Solar- und Windkraftbranche setzen, sondern müssen den wichtigsten nachwachsenden Rohstoff, den wir haben, das Holz, endlich gleichberechtigt behandeln."

Bewirtschaftete Wälder sind überlegen

Zu Guttenberg äußerte sich auch zu den Vorstellungen einiger Umweltverbände, die der Meinung sind, dass nicht bewirtschaftete Wälder noch bessere Kohlenstoffspeicher als von Menschen genutzte Wälder seien: "Tatsache ist, dass Urwälder nur 30 Prozent der Klimaschutzleistungen von bewirtschafteten Wäldern erreichen. Die Klimavorteile erzielt unser Wald nur, weil er stabil und ökologisch intakt ist, von verantwortungsbewussten Waldbesitzern bewirtschaftet wird und im Einklang mit seiner natürlichen Entwicklung Holz zum nachhaltigen Bauen, Wohnen und Heizen liefert. Der heutigen Forstwirtschaft gelingt es, Waldnaturschutz und wirtschaftliche Nutzung in harmonischer Art und Weise miteinander zu verbinden." Wer auf die Nutzung von Holz verzichtet und es lieber der Zersetzung in einem vermeintlichen "Urwald" überlässt, nehme in Kauf, dass die Menschheit länger als notwendig auf fossile Rohstoffe zugreift und den

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V.

AGDW - Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland. Unser Denken und Handeln orientiert sich stets an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. In diesem Sinne sehen wir in der verantwortungsvollen Nutzung des Waldes die Grundlage für dessen Schutz und Sicherung als Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Verband ist Mitglied im Zentralverband der Europäischen Waldbesitzer (CEPF).

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