Montag, 25. September 2017


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Rettungsgasse klappt nicht

Notärzte fordern höhere Sanktionen

Würzburg, (lifePR) - Schon mehrfach und vor vielen Jahren hat die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) auf das Problem der Rettungsgasse und der Gaffer hingewiesen. Aus der Praxis des notärztlichen Einsatzes ist seit Jahren bekannt und nicht erst seit den spektakulären Unfällen der unmittelbaren Vergangenheit, dass nicht nur auf Autobahnen durch eine fehlende Rettungsgasse die medizinische Notfallversorgung von Unfallopfern gerade bei starkem Reiseverkehr in der Urlaubszeit deutlich verzögert werden kann. Ein frühes Eintreffen am Unfallort kann die Überlebenschance um bis zu 40% erhöhen. 64% aller Führerscheinbesitzer wissen nicht, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist und nur 24% der über 60-Jährigen wissen, wie bei einem Stau das richtige Verhalten ist.

Die agbn begrüßt deshalb als einen Schritt zur Verbesserung der Situation die kürzliche Initiative des bayerischen Innenministeriums, nicht nur bei den Verkehrsmeldungen, sondern nunmehr auch durch digitale Anzeige auf den Schilderbrücken an den Autobahnen auf die Schaffung einer Rettungsgasse hinzuweisen. Auch der ADAC hat versucht durch eine Flyer-Aktion über das richtige Verhalten aufzuklären. Wie die tägliche Praxis jedoch zeigt, haben alle Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt.

Die Novelle der Straßenverkehrsordnung 2016 mit der Regelung in § 11 Abs.2   StVO zur Ahndung des Verstoßes sollte zu einer Änderung des Verhaltens der Autofahrer führen. Die agbn schließt sich der Forderung der Länder und des Bundesrates an, nachdem die Bundesregierung kürzlich einen entsprechenden Vorgangsentwurf zurückgezogen hat, das Bußgeld deutlich zu erhöhen. Das Verwarnungsgeld von 20,-EUR steht in keinem Verhältnis zu anderen Verkehrsverstößen, wie z.B das Rechtsüberholen, das mit  100,-EUR geahndet wird, die keine so weitreichenden medizinischen Folgen haben.  In Österreich kostet das Fehlverhalten bzw. widerrechtliche Benutzen der Rettungsgasse 2.180,-EUR.

Auch die Beschränkung der Vorschrift auf Außerortstraßen erscheint nicht sinnvoll, da inzwischen auch in geschlossenen Ortschaften in gleicher Weise mehrspurige Straßen bestehen.

Wie bei der Einführung des Sicherheitsgurtes haben alle Appelle nichts genutzt, sondern erst die Einführung von finanziellen Sanktionen hat zu einer Änderung des Verhaltens geführt. Aus diesem Grund glauben die Notärzte, dass auch im Fall der Verweigerung zur Bildung einer Rettungsgasse nur härtere finanzielle Sanktionen zu einer Verhaltensänderung führen können. Es ist müßig immer wieder zu betonen, dass es bei dieser Forderung darum geht, letztlich Leben zu retten und nachfolgende Verletzungsschäden zu verhindern.

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