"Vertane Chance für Wiederaufbau des liberianischen Gesundheitssystems"

Afrika-Verein kritisiert mangelnde Verknüpfung von Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft

(lifePR) ( Berlin, )
Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft begrüßt die gemeinsame Reise des Bundesentwicklungsministers Gerd Müller und des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe nach Ghana und Liberia. Dass in der mitreisenden Delegation keine Vertreter deutscher Gesundheitsunternehmen dabei sind, kritisiert der Wirtschaftsverband jedoch entschieden.

"Der Bedarf an Gesundheitsprodukten aus Deutschland ist in Liberia gerade jetzt besonders hoch", erklärte Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins, der allein 50 in Afrika tätige Firmen aus dem Gesundheitsbereich vertritt (Mitglieder gesamt: 600). Deutsche Firmen sowohl aus der Pharma-, Gesundheitsinfrastruktur- als auch aus der Medizintechnikbranche können beim Wiederaufbau des liberianischen Gesundheitssystems eine wichtige Rolle spielen. Dass die beiden Bundesminister keine Vertreter der deutschen Gesundheitswirtschaft auf ihrer Reise mitgenommen haben, sei eine vertane Chance, so Liebing. "Das Beispiel der Gesundheitswirtschaft zeigt mehr als alles andere, welche positiven Wirkungen eine stärkere Verknüpfung der entwicklungspolitischen Maßnahmen mit den Stärken der deutschen Wirtschaft hätte", ergänzte Liebing.

Die deutschen, international orientierten Firmen decken alle Bereiche des Sektors ab. Vorhaben reichen von Krankenhausneubau, -ausstattung und -betrieb über Beratungsleistungen, die Herstellung pharmazeutischer und diagnostischer Produkte bis hin zu Versicherungskonzepten. "Leistungen, die in den von Ebola betroffenen Staaten, aber auch den übrigen afrikanischen Ländern dringend gebraucht werden", sagte Liebing weiter.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe starteten heute zu einer viertägigen Reise in die westafrikanischen Länder Ghana und Liberia. Themen der Reise sind vor allem die Stärkung der Gesundheitssysteme in Afrika und der Wiederaufbau nach der Ebola-Epidemie, an der bisher mehr als 10.000 Menschen gestorben sind. Begleitet werden die beiden Minister von Mitgliedern des Bundestages sowie Vertretern verschiedener Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
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