Freitag, 22. Juni 2018


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Afrika-Verein: Neuer ANC-Vorsitz entscheidet über Südafrikas Zukunft

Berlin/Kapstadt, (lifePR) - In Südafrika steht an diesem Wochenende der Parteitag des African National Congress (ANC) an. Seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 hat der ANC jeweils den Präsidenten gestellt. Der derzeit amtierende Präsident Jacob Zuma kann allerdings nicht noch einmal antreten. Traditionell gibt der amtierende Präsident sein Parteiamt rund ein Jahr vor den nächsten Wahlen ab. Die stehen 2019 an und ein Sieg des ANC gilt als sicher. Trotz aller Unzufriedenheit mit der Politik des ANC, gilt ein Sieg des ANC bei den Wahlen 2019 als sicher.

Derzeit werden vor allem Nkosazana Dlamini-Zuma, Ex-Frau des Präsidenten und ehemalige Chair-Woman der AU sowie Vizepräsident Cyril Ramaphosa als aussichtsreichste Anwärter auf den Posten des Vorsitzenden gehandelt. Cyril Ramaphosa hat den derzeitigen Präsidenten Zuma wiederholt öffentlich kritisiert und will nach Amtsantritt vermehrt gegen die Korruption auf Regierungsebene vorgehen. Er wird generell als wirtschaftsfreundlicher eingestuft und pflegt enge Beziehungen zum ehemaligen, bei der Wirtschaft gut angesehenen, Finanzminister Pravin Gordhan.

Frau Dlamini-Zuma hingegen wird stark unterstützt durch die etablierten Netzwerke ihres Ex-Mannes innerhalb des ANC. Man geht davon aus, dass sie den Kurs von Präsident Zuma, der in den letzten Monaten massiv der Wirtschaft geschadet hat, fortsetzen wird. Unabhängig davon welcher der beiden Kandidaten gewinnt, nimmt die Spaltung innerhalb des ANC zu. Dadurch könnten sich Möglichkeiten für die Opposition, insbesondere für die Democratic Alliance, ergeben, die bei den Kommunalwahlen 2016 in wichtigen wirtschaftlichen Zentren bereits die Mehrheit gewonnen hat.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage bleibt Südafrika für den deutschen Außenhandel von großer Bedeutung. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2016 mit knapp 15 Mrd. Euro ein gutes Ergebnis. Der Warenaustausch lag damit nur leicht unter dem Rekordergebnis aus dem Vorjahr von 15,5 Mrd. Euro. Mit 8,8 Mrd. Euro gingen die deutschen Ausfuhren ans Kap zwar um rund 8,5% zurück. Südafrika steht damit auf der Rangliste der wichtigsten Exportabnehmer Deutschlands in Übersee dennoch an 10. Stelle, vor der wesentlich größeren Volkswirtschaft Brasilien. Deutschland konnte seinen Rang als zweitwichtigstes Lieferland Südafrikas nach China behaupten, mit deutlichem Abstand vor den USA, Indien, Saudi-Arabien und Japan.

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