Windhorst warnt: "Patienten im Land werden abgehängt"

Kammerversammlung fordert faire Finanzierung für ambulante Versorgung

(lifePR) ( Münster, )
Die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe fordert Gerechtigkeit in der Finanzierung der ambulanten medizinischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen. "Wir haben in Westfalen-Lippe einen gravierenden Standortnachteil, die Patienten im Land werden regelrecht abgehängt", warnt Ärztekammerpräsident Dr. Theodor Windhorst. Während in Berlin 386 Euro für die gesamte ambulante Versorgung eines gesetzlich Krankenversicherten pro Jahr zur Verfügung stehen, sind es in Westfalen-Lippe nur 321 Euro. "Dieses Ungleichgewicht ist in der Politik bestens bekannt. Die Politiker hören zwar die Warnungen, doch es passiert nichts." Nun müsse bei den Bundestagsabgeordneten und auch im Bundesministerium für Gesundheit deutlich der Wille erkennbar werden, eine faire Finanzierung zu schaffen.

Bei seiner jüngsten Sitzung unterstützte das Parlament der Ärzteschaft deshalb ausdrücklich die Initiative der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, die auf eine bundesweit angemessene Finanzierung der ambulanten Versorgung zielt. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung unterstütze eine Angleichung der finanziellen Bedingungen in den Bundesländern. "Es kann nicht sein, dass die Patientinnen und Patienten im bevölkerungsreichsten Bundesland so benachteiligt werden", stellt Dr. Windhorst klar. Die Schieflage in der Finanzierung werde schwer wiegende Folgen haben: "Nordrhein-Westfalen steht längst im Wettbewerb um junge Ärztinnen und Ärzte. Deswegen braucht es attraktive Bedingungen für eine Niederlassung, die junge Kolleginnen und Kollegen ans Land binden können und eine Abwanderung des Berufsnachwuchses in andere Regionen verhindern." Von den Rahmenbedingungen für die ärztliche Arbeit hänge die Qualität der Versorgung für die Zukunft ab. "Wenn die Praxisnachfolger für die in den kommenden Jahren ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen ausbleiben, wird es die gewohnte flächendeckende Versorgung mit wohnortnahen Arztpraxen kurz über lang nicht mehr geben können."
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