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Pressemitteilung BoxID: 270463 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst appelliert an die Eigenverantwortung der Patienten: Impfmüdigkeit bekämpfen

Impfungen: Wichtig, wirkungsvoll und wirtschaftlich

(lifePR) (Münster, ) Vor dem Hintergrund des gravierenden Anstiegs der Masern-Erkrankungen warnt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, vor einer neuerlichen Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Aus seiner Sicht ist es dringend notwendig, die Impfmotivation in der Bevölkerung zu verbessern. "Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Patienten. Wir müssen die bestehenden Impflücken vor allem bei jungen Erwachsenen schließen, um eine Verbreitung der Masern-Viren nachhaltig zu verhindern und die Krankheit endgültig einzudämmen."

In den ersten drei Quartalen des Jahres sind nach Angabe des Robert-Koch-Institutes (RKI) mehr als 1.500 Menschen in Deutschland an Masern erkrankt. 2010 gab es das ganze Jahr über nur knapp 800 Masern-Fälle. Dies ist der höchste Anstieg seit fünf Jahren. Auffällig sei laut RKI die Zunahme von Erkrankungen bei jungen und ungeimpften Erwachsenen. In Westfalen-Lippe ist die Zahl der Erkrankungen von 42 (2010) auf bisher 57 in diesem Jahr gestiegen. Auch europaweit breiten sich die Masern wieder massiv aus, meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Windhorst: "Manche Erkrankungen sind aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden. Wenn es aber wieder vermehrt zum Auftreten von Infektionskrankheiten kommt, die eigentlich schon überwunden schienen, ist das ein deutliches Warnsignal." Dies zeige, dass die Impfmotivation immer schlechter werde. "Um dieser Impfmüdigkeit zu begegnen, müssen durch gezielte Informationen irrationale Ängste, etwa auch über angebliche Nebenwirkungen von Impfstoffen, abgebaut und das Impfbewusstsein wieder gestärkt werden."

Hier sieht der Kammerpräsident auch eine wichtige Funktion der Ärzteschaft. "Erster Ansprechpartner beim Impfen ist der Arzt. Jeder Arztbesuch kann dazu genutzt werden, auch als Erwachsener seinen Impfstatus zu überprüfen." Ein konsequentes Fortführen der Impfungen sei nicht nur Selbstschutz, sondern verhindere auch das Übergreifen von gefährlichen Infektionskrankheiten auf die Mitmenschen.

Gerade am Beispiel der Masern sei gut zu erkennen, dass eine hohe Durchimpfungsrate eine regionale Ausbreitung der Krankheit verhindern könne. Mit einer Impfbeteiligung von 95 Prozent könnten Masernerkrankungen langfristig eliminiert werden.

Impfungen gegen Masern, Mumps oder Röteln sind laut ÄKWL-Präsident Windhorst die "wichtigsten, wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Präventionsmaßnahmen" in der Gesundheitsvorsorge und können zuverlässig Krankheiten verhindern.