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Pressemitteilung BoxID: 344651 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst: Minister Bahr muss im Honorarstreit Stellung beziehen

Gesundheitswesen nur noch nach Kassen-Gusto?

(lifePR) (Münster, ) Im Streit um die Honorarsteigerung für niedergelassene Ärzte fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf, klare Position zugunsten der Patienten und ihrer Ärzte zu beziehen. "Es ist zwar formal richtig, wenn der Minister darauf verweist, dass sich Ärzte und Krankenkassen als Vertragspartner ohne Eingriff des Staates einigen sollen. Doch die Politik kann nicht länger mit ansehen, wie ein Krankenkassenverband sich als oberste Sparkommission aufführt und dabei ohne Rücksicht auf Verluste alles plattwalzt, was nicht in sein ökonomisches Konzept passt", kritisiert Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst. Er fordert: "Der Minister muss sagen, ob er wirklich so ein Gesundheitswesen nach Kassen-Gusto will."

Dass die Krankenkassen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angesichts gestiegener Kosten in den Praxen nun eine angemessene Honoraranpassung verweigern, sei von langer Hand und auch erfolgreich vorbereitet worden. "Das Märchen vom Arzt, der viel zu viel verdient, haben wir in allen nur denkbaren Variationen gehört. Nun hat es offensichtlich auch der Schlichter geglaubt", kommentiert der westfälisch-lippische Ärztepräsident die Entscheidung der letzten Woche, für 2013 lediglich eine Honoraranpassung von 0,9 Prozent vorzunehmen. Diese Steigerungsrate liegt deutlich unter den Erhöhungen der Vorjahre - damals allerdings sah die finanzielle Situation der Kassen längst noch nicht so gut aus wie heute. "Unsere Bemühungen, die Unterfinanzierung des Gesundheitswesens nicht auf die Patienten durchschlagen zu lassen und Kostensteigerungen aus eigenen Kräften aufzufangen, haben sich nicht ausgezahlt", bilanziert Dr. Windhorst. Die Krankenkassen zeigten sich längst nicht mehr als solidarische Partner, sondern als eiskalte Wirtschaftsunternehmen.

Nicht nur das Bundeskartellamt sehe längst die Gefahr zu großer Machtbündelung bei den Krankenkassen. "Es muss nun auch dem letzten Gesundheitspolitiker klar geworden sein, dass es im mächtigen Block der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht um Solidarität und beste Versorgung, sondern vor allem um den preiswerten Einkauf von ärztlicher Leistung geht", mahnt Dr. Windhorst. "Das muss sich ändern! Nicht nur der Bundesgesundheitsminister ist gefragt, der Kassenmacht ihre Grenzen aufzuzeigen. Politische Entscheider und Wähler müssen sich sehr genau überlegen, ob sie ihre Gesundheit in Zukunft in die Hände von Billigheimern und Kostenoptimierern legen wollen."