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Pressemitteilung BoxID: 416999 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Vertrauensvolle Arbeit stärkt die Transparenz

Ärztekammer begrüßt gemeinsames Engagement für die Organspende

(lifePR) (Münster, ) Die geplanten Gesetzesänderungen zum Organspende- und Transplantationswesen können erneut die Solidarität mit den rund 12.000 Patienten stärken, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen. "Es ist sehr positiv, dass die Berliner Gesundheitspolitik, allen voran Gesundheitsminister Daniel Bahr, nach dem Transplantations-Skandal sich nun gemeinsam mit der Ärzteschaft engagiert, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", betont Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst, dass nach der Aufarbeitung des Skandals nun die Weiterentwicklung der Strukturen im Organspende-Wesen voran getrieben werden muss. Erst am Dienstag hatte Minister Bahr in Münster ein-drucksvoll für mehr Einsatz in Sachen Organspende geworben.

Dazu gehören nicht nur Änderungen des Transplantationsgesetzes. Auch die jetzt greifbar nahe Einrichtung eines Transplantationsregisters sei ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz und noch besserer Qualitätssicherung in der Transplantationsmedizin, begrüßte Windhorst die aktuellen Pläne, Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation und von Eurotransplant zusammenzuführen. Die nun verstärkte Zusammenarbeit von Ländervertretern und Ärzten in der Ständigen Konferenz Organtransplantation stärke die Transparenz der Abläufe - für kontraproduktiv erachtet der Ärztekammer-Präsident allerdings eine eigene Bundesbehörde, die ohne ärztliche Kompetenz Aufsicht über das Organspende-Wesen ausüben könnte. Dringlichkeit und Erfolg von Transplantationen für das Aufstellen und Arbeiten der Warteliste abzuschätzen, wie es das Gesetz fordere, sei nur mit ärztlicher Kompetenz zu leisten.

Um die Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte in der Transplantationsmedizin weiterzuentwickeln, befürwortet der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe die Verankerung einer speziellen Qualifikation "Transplantationsmedizin" in der ärztlichen Weiterbildungsordnung. Auch eine Bündelung der Organverpflanzungen auf eine geringere Anzahl von Zentren könne sich positiv auswirken.

Nicht nur bei der Transplantationsmedizin, auch auf einem weiteren wichtigen medizinischen Arbeitsfeld spüre die Ärzteschaft derzeit Rückenwind aus Berlin, stellt Dr. Windhorst fest. "Es ist wichtig, dass sich der Bundesgesundheitsminister so ausdrücklich für Prävention und hier besonders für die Verhütung von Krankheiten durch Schutzimpfungen ausspricht", lobt Windhorst. Impfmüdigkeit sei in Deutschland ein Problem - "wir können den Kampf gegen Krankheiten wie Masern und Mumps und gegen Rötelnembryopathien nicht gewinnen, wenn bei sorgeberechtigten Eltern kein Bewusstsein mehr für die Gefahren besteht, die durch solche Krankheiten drohen." Impfen sei freiwillig, doch müsse man sich fragen, ob in einem solidarisch gestalteten Gesundheitswesen nicht auch solidarisches Verhalten bei dieser einfachen Verhütung von Krankheiten gefordert werden müsse.