Donnerstag, 19. Juli 2018


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Stefanie Oberfeld neue Demenzbeauftragte - Windhorst: Bedeutung der Demenz in der Patientenversorgung besonders herausstellen

Kammer will sich stärker im Bereich der Demenzerkrankungen engagieren: Prävention, Frühdiagnostik und frühe therapeutische Maßnahmen

Münster, (lifePR) - Mit der Benennung einer Demenzbeauftragten will sich die Ärztekammer Westfalen- Lippe (ÄKWL) in diesem Bereich stärker engagieren. Der Kammervorstand berief Frau Stefanie Oberfeld, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, seit 2007 Oberärztin am Alexianer-Krankenhaus in Münster, in das neu geschaffene Amt.

"Die demographische Entwicklung zeigt, dass die Menschen nicht nur älter werden, sie werden auch anders älter. Und umso mehr nehmen Demenzerkrankungen zu", erklärt dazu ÄKWL-Präsident Dr. Theodor Windhorst. "Deshalb ist es notwendig, dass wir uns neben medikamentösen Therapien auch mittels Prävention, Frühdiagnostik und der Aufnahme früher therapeutischer Maßnahmen um dieses Krankheitsbild kümmern und auch Verhaltensänderungen bewirken." Ziel dieser neuen Stelle bei der ÄKWL soll es sein, "die Bedeutung des Themas Demenz in der ärztlichen Patientenversorgung besonders herauszustellen und in ein fortschrittliches Konzept einzubinden", so Windhorst. Zudem sollen damit laut Kammerpräsident die "bereits bestehenden Einzelinitiativen von privat bis universitär unterstützend begleitet werden". Die neue Demenzbeauftragte könne hier als "zentrale Anlaufstelle und Ansprechpartnerin tätig werden und Kräfte bündeln".

In Deutschland sind circa 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. 2050 wird es voraussichtlich drei Millionen demenzkranke Menschen geben, prognostiziert die Kammer. Der Anteil der Erkrankten in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen steigt dann auf 15,7 Prozent, bei den Über-90-Jährigen sind es dann 41 Prozent.

"Demenz-Erkrankte machen einen wachsenden Anteil in der Praxis und auch im Krankenhaus aus", sagt die neue Demenzbeauftragte Stefanie Oberfeld, die auch ärztliche Mitarbeiterin im Demenz-Servicezentrum NRW für die Region Münster und das westliche Münsterland ist. Diese Patienten hätten andere Bedürfnisse in der pflegerischen und medizinischen Versorgung und forderten dadurch den Arzt sowie auch alle anderen Angehörigen medizinischer und pflegerischer Berufe besonders heraus. "Die Versorgung nimmt mehr Zeit in Anspruch, kostet mehr und Demenz ist oft Ursache vieler anderer Erkrankungen, die dann zu Krankenhausaufenthalten führen."

Nach Ansicht von Frau Oberfeld sind die Versorgungs- und Lebensbedingungen für Menschen mit Demenzerkrankungen "oft nicht so, wie sie sein sollten und müssten". Deshalb wolle sie die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren und bessere Voraussetzungen für die Versorgung von Demenzkranken schaffen. Dies soll durch vermehrte Fort- und Weiterbildung, Vernetzung von Strukturen sowie multiprofessioneller Zusammenarbeit von Medizin und Pflege geschehen. "Wir müssen Synergieeffekte besser erkennen und nutzen, um die Versorgung zu optimieren und auch Kosten zu sparen", so Oberfeld. Eine frühe Diagnosestellung sei notwendig, um rechtzeitig reagieren zu können. Auch müssten die Angehörigen durch Aufklärung, Begleitung und Schulung besser berücksichtigt werden. "Was wir brauchen, sind regionenspezifische Strukturen und Angebote sowie eine optimierte medizinische Frühversorgung." Dies solle unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der Landesinitiative Demenz-Service NRW sowie der Landesstelle für pflegende Angehörige und den an der Diagnostik und Versorgung beteiligten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Krankenhäusern geschehen.

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