Mittwoch, 25. April 2018


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Ärztekammer warnt vor Einheits-Versicherung und Staatsmedizin nach Kassenlage

Windhorst: Systemwechsel bringt deutliche Nachteile chsel für Patienten

Münster, (lifePR) - Die Ärztekammer Westfalen-Lippe warnt vor einer Einheits-Krankenversicherung: "Die Pläne zur Aufgabe unseres bewährten und einmaligen deutschen Versicherungssystems mit Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen sind der direkte Weg in eine Zwei-Klassen-Medizin", ist Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst überzeugt. Die von den Oppositionsparteien im Bundestag favorisierte Bürgerversicherung werde für Patienten deutliche Nachteile bringen. Ein solcher Systemwechsel wäre eine Verschlechterung für die Patientenversorgung. "Die Einheitsversicherung teilt die Patienten knallhart in arm und reich: Wer Geld hat, kann sich zur Einheitsversorgung innovative Gesundheitsleistungen hinzukaufen. Wer kein Geld hat, greift ins Leere." Mit staatlich verordneter Einheitsmedizin werde das bislang gut funktionierende Gesundheitswesen sehenden Auges vor die Wand gefahren. Die Ärzteschaft stehe nicht allein mit ihrer Sorge: Selbst Spitzenvertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung warnten vor den Problemen, die mit der Abschaffung des bisherigen dualen Versicherungssystem entstünden.

Eine Einheits-Krankenversicherung würde die gesamte Patientenversorgung zentralistisch steuern. "Sie ist mitnichten solidarisch, sondern beschleunigt erst das Auseinanderdriften der Versichertengemeinschaft in Arme und Kränkere und Reiche und Gesündere", befürchtet Windhorst. "Mit dem Wegfall Privater Krankenversicherungen wird auch der Motor für Innovationen in der Gesundheitsversorgung abgewürgt." Medizinischer Fortschritt mit neuen Diagnostik-Möglichkeiten, Behandlungsmethoden und Medikamenten würde dann nur noch denen zugute kommen, die dafür zahlen können. Das Gros der Versicherten müsse unter Umständen sehr lange darauf warten, dass solche Innovationen für alle freigegeben werden. Alternativen für Patienten gebe es dann nicht mehr, denn auch die Wahlfreiheit bei der Krankenversicherung falle mit der Bürgerversicherung weg. Für die Bewältigung der Zukunft sehe die Ärzteschaft bereits heute in diesem Zusammenhang für beide Versicherungszweige Erneuerungs- und Verbesserungsbedarf.

Der Systemwechsel zur Einheits-Krankenversicherung werde die Patientenversorgung verschlechtern, warnt der Ärztekammer-Präsident. Es werde längere Wartezeiten für einen Behandlungstermin geben. Die Möglichkeit für Ärzte, eine individuell passende Therapie für ihre Patienten auszuwählen, werde aus Kostengründen durch Medizin nach Checkliste abgelöst. "Außerdem ist abzusehen, dass die Freiheit, einen Arzt seines Vertrauens auszuwählen, eingeschränkt wird bis hin zur Regelung, dass ein von der Versicherung vorgeschriebener Arzt aufgesucht werden muss." Dabei werde die Einheitskasse unter dem Strich noch nicht einmal preiswerter: "Die Einheits-Krankenversicherung wird immer mehr Steuergelder als Unterstützung brauchen. Eine Medizin nach Kassenlage ist aber keine Antwort auf die wachsenden Bedürfnisse von immer mehr immer älteren und chronisch kranken Patienten, die am medizinischen Fortschritt teilhaben wollen und müssen."

Für die Patientensouveränität, so Dr. Windhorst, ist die bestehende Versicherungs-Vielfalt ein unverzichtbares Privileg. "Patienten brauchen ein Gesundheitssystem, das die Herausforderungen von demografischem Wandel und medizinischem Fortschritt im Wettbewerb um Qualität schultern kann." Dazu habe bereits der Deutsche Ärztetag in diesem Jahr richtungweisende Diskussionsvorschläge zum Wohl der Patientenversorgung gemacht.

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