Montag, 25. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 660682

Now and Here - Chengdu

Liu Jiakun: Selected Works

Berlin, (lifePR) -  

 

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- Ausstellungsort: Aedes Architekturforum, Christinenstr. 18/19, 10119 Berlin
- Ausstellung: 22.07.–31.08.2017
- Ausstellungseröffnung: Freitag, 21.07.2017, 18.30 Uhr
- Öffnungszeiten: Di–Fr 11–18.30 Uhr, So–Mo 13–17 Uhr

Mit einem Fokus auf die soziale Realität und unter Berücksichtigung des lokalen Kontexts und Handwerks überträgt das Werk Liu Jiakuns in einzigartiger Weise traditionelle chinesische Haltung in eine zeitgemäße Architektursprache und repräsentiert eine sensible Verwebung von individuellen und kollektiven Erinnerungen. Viele seiner Arbeiten thematisieren die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem öffentlichen Leben der chinesischen Bürger und den urbanen Kulturräumen. Aedes zeigt hauptsächlich Projekte in Chengdu, unter anderem den West Village Yard. An ihnen lassen sich einerseits die urbane Entwicklung und der genius loci der Stadt, andererseits Chengdus humanistischer Standpunkt bei der Verwirklichung eines neuen Modells für Urbanisierung ablesen. Damit möchte die Ausstellung ein neues Kapitel im Dialog über Stadtentwicklung zwischen Deutschland und China eröffnen.

Mit 19 Quadratmetern ist das Hu Huishan Memorial House das kleinste Museum in China. Hu Huishan starb im Alter von 15 Jahren durch das Wenchuan Erdbeben am 12. Mai 2008. Die Studentin interessierte sich sehr für Literatur und wollte Schriftstellerin werden. Größe, Fläche, Volumen und Form des Denkmals nehmen Bezug auf die Rettungszelte, die nach der Katastrophe eingesetzt wurden. Die Außenwände sind grau bemalt und ähneln den örtlichen Wohnhäusern. Der Innenraum ist in rosa gehalten – die Lieblingsfarbe des Mädchens. An den Wänden hängen übrig gebliebene Gegenstände aus ihrem Leben. 


Im Gegensatz zu Chinas weit verbreiteter Praxis der Konstruktion enormer Denkmäler, die für Heldentum und Patriotismus stehen, widmete der Architekt Liu Jiakun sein kleines Denkmal einer einzigen Person. Seine Botschaft ist klar und kraftvoll: „Die Achtung des Wertes des gewöhnlichen Lebens wird die Grundlage für die Wiederbelebung unserer Nation sein.“ 

Liu Jiakuns Vision bleibt offen für die vielfältigen Traditionen Chinas: die alten, modernen und offiziellen, die Volkssprache und das Fundament. Für jedes konkrete Projekt zielt die Gestaltung auf zeitgenössische architektonische Fragen ab mit einem Sinn für Realismus – ein Ansatz, der von der Volksklugheit inspiriert ist. Mit einem Vertrauen in die Kompatibilität von Traditionen und Realitäten hat sich das Büro Jiakun Architects dazu verpflichtet, das orientalische kulturelle Wesen in eine zeitgenössische Architektursprache umzusetzen. Die Suche nach geeigneten technischen Ansätzen in der Architektur ist eine logische Fortsetzung der professionellen Arbeit, die die Bedürfnisse der Menschen bedient. 

Jiakun Architects wurde 1999 von Liu Jiakun in Chengdu gegründet. Neben architektonischen Projekten ist das multidisziplinäre Büro spezialisiert auf großflächige Planung, Städtebau, Landschafts- und Innenarchitektur, Produktgestaltung und Installation. Das Büro erhielt mehrere inländische und internationale Auszeichnungen, nahm an mehreren internationalen Kooperationen und Ausstellungen teil.

Aedes zeigt in der Ausstellung „Now and Here – Chengdu“ folgende Projekte:

Luyeyuan Buddhist Sculpture Museum I Fertigstellung 2002

Das Museum beinhaltet eine private Sammlung von buddhistischen Steinskulpturen. Ähnlich traditionellen chinesischen Gärten, ermöglicht es den Besuchern das abwechselnde Erleben von Natur und Architektur. Die Bauweise des Museums weist enge Verbindungen zur lokalen Handwerkskunst auf. An der Außenfassade ermöglichen Lücken zwischen den Blöcken natürliche Lichteinfälle in die Innenräume sowie Raum für Skulpturen, die mit der Landschaft korrespondieren. Indem sich die gesamte Anlage in die Umgebung einfügt, bildet der Ort eine unverwechselbare Atmosphäre.
Jianchuan Museum Cluster - Museum of Red Era I Fertigstellung 2007

Das Museum erstreckt sich im inneren Teil des Gebäudekomplexes, welcher im äußeren Bereich kommerzielle Aktivitäten bietet. Als Publikumsmagnet zieht es die Besuchenden an, während die Geschäfte mit ihren kommerziellen Gewinnen das Museum fördern. Als Ort der Ruhe steht das Museum im Gegensatz zum betriebsamen Geschäftsbereich. Sowohl der Zusammenhang als auch der Konflikt zwischen Wirtschaft und Kultur ist sichtbar. Beide Bereiche unterstützen sich gegenseitig und nehmen Bezug auf die enge Beziehung zwischen Straße und Tempel, die signifikant für die asiatische Tradition ist.
Shuijingfang Museum I Fertigstellung 2013

Die Typologie des Museums integriert sich in den Kontext der Nachbarschaft, indem es sich in Form und Dichte auf die umliegenden Gebäude bezieht. Umschlossen von der neu gebauten Architektur, wird der zentrale Weinkeller bewahrt und gewürdigt. Mit wiederhergestellten Ziegeln und antiseptischem konsolidiertem Bambus bestehen die Wände aus umweltfreundlichen Materialien. Das Projekt verbindet so zeitgenössische Architektur mit traditionellem Formgefühl.
Tianfu Software Park Cultural Center I Fertigstellung 2010

Als horizontales Gebäude breitet das Museum eine große Menge an Bauvolumen auf dem Boden aus. Zum Einen kann das Schrägdach als begehbarer Raum genutzt werden, zum Anderen bildet das V-förmige Dach einen schiefen Platz zum Verweilen. Das Museum schafft einen gemeinsamen öffentlichen Landschaftsraum mit Blick auf die Stadt in einer hochverdichteten städtischen Umgebung.
Hu Huishan Memorial I Fertigstellung 2009

Hu Huishan, eine Studentin der Dujiangyan High School, starb durch das Wenchuan Erdbeben am 12. Mai 2008 im Alter von 15 Jahren. Die Form des Gebäudes erinnert an die Rettungszelte, die nach der Katastrophe eingesetzt wurden. Auf der Außenseite sind die Wände grau verputzt. Im Inneren sind sie rosa bemalt und verziert mit den Gegenständen aus dem Leben von Hu Huishan. Das Museum setzt auch ein Denkmal für alle weiteren Opfer des Erdbebens.

West Village · Basis Yard I Fertigstellung 2015

Als multifunktionaler Komplex vereint das West Village verschiedene kulturelle Aktivitäten und kommerzielle Industrien. Dort wird eine Gemeinschaft von kollektiven Erinnerungen gebildet und gleichzeitig konventionelle Lebensstile reproduziert. Ein Weg, der den Hof umschlingt, verbindet jede Etage von der U-Bahn bis zum Dach und bietet eine ungewöhnliche Raumerfahrung. Der öffentliche Raum entwickelt sich zum Anziehungspunkt und vitalisiert so auch das öffentliche Leben der Nachbarschaft.
People Mountain People Sea - A Celebration of Everyday Life I Installation | 15th International Architecture Exhibition of La Biennale di Venezia | Reporting from the Front | Central Pavilion | 2016

Die gesamte Stahlinstallation bezieht sich auf das markanteste Merkmal des West Village · Basin Yard in Chengdu - die Rundlauframpe und den öffentlichen Raum. Kleine menschliche Figuren sind Teil der Installation und schaffen eine lebendige Atmosphäre. Innerhalb der Stahlinstallation gibt es eine interaktive Installation, die auf der konstruktiven Gestaltung des Hofes basiert. Durch das Rollen von Stahlkugeln können die Bewegungsströme der Anlage persönlich erlebt werden.

Aedes am Pfefferberg


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