Weil es nicht egal ist, was man sich vor den Mund hängt

Ein Meinungsbeitrag von Martina Pühl-Bennewitz (ACP Collection)

(lifePR) ( München, )
Über das Für und Wider der Mund-Nasen-Masken ist alles gesagt, nun ist das Tragen selbiger auch gesetzlich festgelegt. Was ich aber absolut nicht nachvollziehen kann, ist, dass wir offensichtlich selbst bei der Wahl des Toilettenpapiers anspruchsvoller sind... Aber welchen Anspruch haben wir bei Mund-Nasen-Masken? Offen gestanden: Mir graut es aktuell, was da alles in welcher absonderlichen Qualität und zu welchen Preisen auf dem Markt kursiert. Zertifizierte Stoffe? Kinderarbeit? Herstellerland? Transportwege? Umwelt? Waschbarkeit? Gesundheitsschädlich? Ist uns das tatsächlich egal? Zumindest scheint es so zu sein. Dass es dazu bisher keinerlei gesetzliche Kontrolle oder Vorgaben gibt, kann ich nur schwer nachvollziehen. Aber warum lassen wir denn nicht wenigstens unseren eigenen gesunden Menschenverstand sprechen?

Als die Auswirkungen der Corona-Krise unser Unternehmen erreichten, waren innerhalb einer Woche alle mühsam erarbeiteten Projekte für dieses Jahr erst einmal ad acta gelegt. Und wie alle anderen auch beschäftigten uns die Fragen: Was können wir tun? Wie geht es weiter? Gut… Mund-Nasen-Masken bieten sich für uns als Hersteller hochwertiger Berufsbekleidung an, also begannen wir mit einer ausgiebigen Recherche: Welche Stoffe sollen verwendet werden? Wie können diese leicht gepflegt werden? Und was ist angenehm zu tragen? Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Und wir wollten in dieser Krise vor allem ein faires Angebot machen, das heißt eine sehr gute Qualität zu einem sehr guten Preis.

Seit 15 Jahren appelliere ich an meine Kunden: „Kauft hochwertige, zertifizierte Stoffe und gebt lieber etwas mehr Geld aus – dann halten die Produkte auch deutlich länger.“ Am Ende ist eine Mehrausgabe für qualitative Ware günstiger, weil die Textilien haltbarer sind – und das ist auch noch gut für die Umwelt und stärkt zudem die europäische Wirtschaft. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich habe keine Vorbehalte gegen die Produktion in Asien. Aber es stellt sich schon die Frage, warum wir hierzulande kaum noch Stofflieferanten haben. Deutschland war einmal eine richtig große Nummer in der Textilindustrie. Nach und nach gingen aber immer mehr Unternehmen in die Insolvenz – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Warum? Weil „Geiz ist geil“ die Devise und eine Produktion in der Dritten Welt unschlagbar günstig ist. Diese Haltung hat uns in Europa hervorragende Stoffhersteller gekostet. Und bitte verstehen Sie mich auch hier nicht falsch: Ich bin nicht gegen die Produktion in China, Bangladesch und anderen Ländern. Aber nicht ausschließlich! Alles hat seine Daseinsberechtigung. Aber bitte mit Augenmaß.

Wie hat die Bundesregierung kürzlich treffend festgestellt: Wir haben uns von Produktionen aus China abhängig gemacht. Und was passiert paradoxerweise nun? Asien überflutet uns nicht nur mit Einweg-, sondern inzwischen auch mit Stoff-Masken in zum Teil unfassbar schlechter Qualität. Alle großen Handelsketten werden uns damit in nächster Zeit überhäufen. Vermutlich ohne Angaben zu Herstellung und Qualität.

Wie gesagt, nicht alles aus Asien ist schlecht. Aber warum stärken wir nicht Europa? Was ist falsch daran? Ist Geiz immer noch geil oder können/wollen wir einfach nichts dazulernen?
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