Freitag, 26. Mai 2017


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ACE fordert strikte Bindung der Blitzereinnahmen

Verkehrskongress Saarbrücken

(lifePR) (Saarbrücken, ) In der Diskussion über Geschwindigkeitsmessungen im Straßenverkehr hat Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE Auto Club Europa auf dem Verkehrskongress in Saarbrücken eine strikte Zweckbindung der Bußgeldeinnahmen gefordert: "Es kann nicht sein, dass Kommunen ein wirtschaftliches Interesse daran haben, möglichst viele Blitzer aufzustellen, um damit ihre Haushalte zu entlasten. Da denkt der Autofahrer natürlich gleich an Abzocke, Gängelei und staatliche Schikane. Das Geld sollte stattdessen zweckgebunden in die Verkehrssicherheitsarbeit fließen, denn dafür werden die Blitzer ja offiziell aufgestellt."

Grundsätzlich sprach sich Heimlich am Freitag für Geschwindigkeitsüberwachung aus: "Sie ist aus Sicht der Verkehrssicherheit sinnvoll und gut begründet". Jedes Jahr sterben in Deutschland über 3.300 Menschen im Straßenverkehr, das sind im Schnitt 9 Verkehrstote pro Tag. Überhöhte Geschwindigkeit gehört dabei zu den häufigsten Ursachen bei Unfällen mit Personenschaden, zitierte Heimlich aus Zahlenmaterial des Statistischen Bundesamts. Steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit um einen Kilometer pro Stunde (km/h), wächst die Unfallwahrscheinlichkeit um drei Prozent. Deshalb haben Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung aus Sicht von Heimlich ihre Berechtigung. Wer als Geblitzter jedoch begründete Zweifel an der Korrektheit der Messung hegt, sollte dies gegebenenfalls mithilfe eines Gutachtens klären lassen.

Die Einnahmen, die Kommunen aufgrund von Geschwindigkeitskontrollen erzielen, sollen jedoch aus Sicht des ACE nicht im Stadtsäckel verschwinden, sondern besser verwendet werden für nachhaltige Maßnahmen auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit. "Untersuchungen haben gezeigt, dass begründete Tempolimits vor Unfallschwerpunkten und zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer - beispielsweise vor Kitas und Schulen - besser befolgt und akzeptiert werden. Deshalb sollten die Einnahmen aus der Geschwindigkeitsüberwachung in Aufklärung und Kommunikationsmaßnahmen zur Unfallverhütung investiert werden", so Heimlich weiter.

Die elektronischen Tempoüberwachungseinrichtungen stehen entgegen dem gelegentlich suggerierten Eindruck auch nicht "an jeder Ecke". Die rund 4.000 in Deutschland fest installierten Geräte zur Geschwindigkeitsüberwachung erfassen nur einen kleinen Bruchteil des Straßennetzes in Deutschland, das mehr als 600.000 Streckenkilometer umfasst. "Trotz alledem wissen wir, dass die Blitzer von vielen nicht gemocht werden. Es mangelt an Akzeptanz. Die aber benötigen wir", so Heimlich weiter.

Der Vorsitzende des ACE sprach sich dafür aus, in der Verkehrsüberwachung nicht ausschließlich auf repressive Maßnahmen zu setzen: "Mit polizeilichen Anhaltekontrollen und unmittelbar auf Fehlverhalten folgenden verkehrserzieherischen Gesprächen direkt am Tatort lässt sich möglicherweise mehr Gutes bewirken, als durch einen zeitlich versetzten Bußgeldbescheid, der auf dem Wohnzimmertisch landet".

Was Sie noch wissen sollten:
Straßen, Brücken, Schienen - die gesamte Verkehrsinfrastruktur in Deutschland geht kaputt. Wie dramatisch, das zeigt unser digitaler Wertverlustrechner Verkehrswege in Deutschland.

ACE Auto Club Europa e.V.

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu

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