Sommerforum Medienkompetenz: Zu jung fürs Netz? Jugend zwischen Verbot und digitaler Mündigkeit
Das Verbot von Sozialen Medien für Jugendliche in Australien hat auch in Deutschland und Europa eine intensive Debatte rund um den angemessenen Schutz von Jugendlichen entfacht.
Dabei sind die Risiken Sozialer Medien insbesondere für Heranwachsende in den Fokus gerückt. Dazu gehören u. a. Cybergrooming, Cybermobbing, gefährliche Online-Challenges, Kostenfallen, Hassrede, Gewaltdarstellungen oder Inhalte, die Essstörungen verherrlichen. Aber auch potenziell suchtfördernde Plattformarchitekturen, die auf maximale Verweildauer, kontinuierliche Rückkopplung und hohe Interaktionsdichte ausgelegt sind.
Gleichzeitig sind Soziale Medien für sehr viele Jugendliche Teil ihres Sozialisationsraums und wichtiges Mittel der Teilhabe. Sie organisieren und pflegen dort Beziehungen, entwickeln eigene Identitäten und nutzen die vielfältigen Angebote für das Ausbilden und Äußern eigener Meinungen. In diesen digitalen Räumen verorten sich Jugendliche ständig neu: Sie deuten Inhalte und Medienformate um, entwickeln eigene Sprachen und etablieren in ihren Gruppen Interaktionsstrukturen, in denen sie ihre Rollen und ihren Status gemeinsam verhandeln.
Das Sommerforum Medienkompetenz möchte sich dieser komplexen Ausgangslage nähern und jenseits vermeintlich einfacher Lösungen diskutieren, wie wirksamer Schutz verbessert werden kann, ohne Ausdrucksmöglichkeiten und Teilhabe einzuschränken.
Im Mittelpunkt stehen hierbei folgende Fragen:
Welche Kompetenzen benötigen junge Menschen, um unbeschadet an Sozialen Medien teilzuhaben?
Welchen Beitrag kann das Bildungssystem leisten, was Eltern, Kinderärzt:innen und Jugendpsycholog:innen?
Wie sehen altersgerechte Soziale Medien aus, welche Verantwortung tragen die Plattformanbieter und was kann der Gesetzgeber tun?
Das Sommerforum ist eine gemeinsame Veranstaltung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und der FSF.