Samstag, 03. Dezember 2016


Keine Reifendruckkontrolle an LKW

Trotz Unfallgefahr und höheren Verbrauchs sieht EU-Kommission keinen Bedarf

(lifePR) (Würzburg, ) Unfälle, die durch platzende Lkw-Reifen ausgelöst werden, kommen fast jeden Tag irgendwo auf dem deutschen Autobahnnetz vor. Beispiel Unterfranken: Das hier zuständige Polizeipräsidium teilte dem Fachmedium "kfz-betrieb" Folgendes mit: "2014 verzeichneten wir neun Unfälle auf Autobahnen, bei denen Reifenplatzer an Lkw die Ursache waren. Dabei wurden 13 Personen verletzt. Zusätzlich haben wir bei Verkehrskontrollen 82 Mal Mängel an der Bereifung entdeckt." Dennoch sieht die EU-Kommission keinen Bedarf für ein verpflichtendes Reifendruckkontrollsystem für Lkw.

Reifendruckkontrollsysteme, wie sie für Pkw seit November 2014 gesetzlich vorgeschrieben sind, könnten viele dieser Schäden vermeiden. Trotzdem sind diese Systeme für Lkw nicht vorgeschrieben. Die Kontrolle des Reifendrucks an den bis zu 22 Rädern eines Sattelzugs ist Sache des jeweiligen Fahrers, der dieser Aufgabe leider nicht immer mit der nötigen Konzentration nachkommt. "Bis zu drei Prozent der Lkw-Reifen fallen frühzeitig aus", fasst Hartwig Kühn von Continental die Misere zusammen. "Und der Grund ist fast immer Minderdruck." Eine Erhebung des deutschen Reifenherstellers brachte die Erkenntnis, dass Nutzfahrzeuge im Durchschnitt mit circa zwölf Prozent zu wenig Luftdruck unterwegs sind. Das verkürzt nicht nur die Lebensdauer des Reifen um fast zehn Prozent, sondern erhöht auch den Verbrauch um etwa 1,5 Prozent.

Die EU-Kommission kam in einer Studie im Jahr 2013 allerdings zu anderen Ergebnissen. Ein flächendeckender RDKS-Einsatz würde danach den Kraftstoffverbrauch der europäischen Lkw-Flotte um gerade einmal 0,18 bis 0,35 Prozent und die Gesamtzahl der Unfälle um 0,8 bis 4 Prozent senken. Das war den Autoren der Studie wohl zu wenig, um der EU-Kommission eine RDKS-Pflicht für Lkw zu empfehlen.

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