Samstag, 10. Dezember 2016


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Aal vor dem Aussterben

WWF fordert Fangstop für kommerzielle Fischerei und Sportfischer / Interviewpartnerin Catherine Zucco, WWF-Expertin für Fischerei

(lifePR) (Frankfurt, ) Der Europäische Aal steht kurz vor dem Aussterben. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat heute dringend einen maximalen Schutz des Aals in allen Entwicklungsstadien empfohlen. Als Konsequenz fordert der WWF eine Schließung jeder Aal Fischerei . Die Jungtierpopulation ist seit den achtziger Jahren auf ein bis neun Prozent ihrer Größe geschrumpft. Selbst bei Inkrafttreten eines sofortigen Fangstops wird es nach wissenschaftlichen Prognosen 60 - 100 Jahre dauern, ehe sich der Aalbestande erholen, da es zuwenig fortpflanzungsfähige Tiere gibt.

Überfischung ist die Hauptbedrohung für das Überleben des Aals. Allein in Deutschland wurden 2008 fast 2.400 Tonnen Aal verzehrt. Zu Beginn der Aalsaison appelliert der WWF aufgrund des dramatischen Niedergangs des Gesamtbestands an Verbraucher und Politik. "Jeder Aal auf dem Teller gefährdet das Überleben der gesamten Art. Dabei ist es gleichgültig ob die Tiere in kommerzieller oder Sportfischerei gefangen werden. Es darf keine Ausnahmen mehr geben, wenn wir diesen Fisch nicht ausrotten wollen" sagt Cathrine Zucco, WWF-Fischereiexpertin. Auch Aal aus Aquakultur sei keine Alternative, da hierfür Jungtiere, die sogenannten Glasaale, dem Wildbestand entnommen werden und keine Chance bekommen, sich fortzupflanzen. "Aalzucht ist lediglich Aalmast - jedes entnommene Jungtier fehlt dem Arterhalt" so Catherine Zucco weiter. Auch Besatzmaßnahmen, bei denen Aale als Jungfische gefischt, aufgezogen und als ältere Tiere in Flüsse eingesetzt werden werden von Wissenschaftlern kritisch beurteilt. Es ist ungewiss, ob diese Tiere den Weg zu ihren Laichplätzen in der Sargassosee finden.

Gerade der Glasaal steht unter hohem kommerziellen Druck: Die Preise für ein Kilo - das entspricht ca. 3000 Fischen - liegen bei 600-650 Euro mit Preisspitzen von bis zu 1000 Euro. Glasaale werden hauptsächlich in Frankreich, Spanien und Portugal für den asiatischen Markt gefangen. Auch Deutschland importiert Glasaal für die kommerzielle Aalproduktion in Aquakulturen zum Verzehr oder für Besatzmaßnahmen.

Aufgrund seines komplexen und von langen Wanderungen geprägten Lebenszyklus ist der Aal doppelt bedroht: Neben der Fischerei stellen auch Flussbebauungen wie Dämme, Wehre und Turbinen tödliche Hindernisse auf der Wanderung durch Europa dar.

Aale schlüpfen in der Sargassosee und durchqueren in einer 5.000 Kilometer langen Wanderung den Atlantik. Als 7 cm lange Glasaale erreichen sie nach ca. drei Jahren Europa, wandern die Flussmündungen hinauf, wo sie im Süsswasser ca. 10-20 Jahre bis zur Geschlechtsreife heranzuwachsen. Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die adulten Aale durch Flüsse und Atlantik in die Sargassosee zurück, wo sie nach dem Ablaichen sterben.

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