Dienstag, 17. Januar 2017


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Jugendarbeit in Zeiten der Ganztagsschule

(lifePR) (Siegen, ) Der Fachbereich Erziehungswissenschaft - Psychologie der Universität Siegen führte gemeinsam mit den Jugendämtern der Stadt Siegen und des Kreises Siegen Wittgenstein am 26. August 2008 einen Fachtag zum Thema "Jugendarbeit 'in Zeiten' der Ganztagsschule" durch. Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der haupt- und ehren-amtlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie aus Schulen und aus Offenen Jugendeinrichtungen ließen den Stellenwert des Themas für die Zukunft bzw. den Fortbestand der Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich werden.

Die Tagung, zu der PD Dr. Thomas Coelen gemeinsam mit den Jugendpflegern Frank Klöckner (Kreisjugendamt) und Heiner Friesenhagen (Stadtjugendamt) eingeladen hatte, bot ein breites Forum für den Austausch von Erfahrungen, Befürchtungen und Wünschen.

"In kaum einer Region Nordrhein-Westfalens sind so viele Kinder und Jugendliche in Vereinen organisiert wie im Kreis Siegen-Wittgenstein. Darüber hinaus existiert ein Netz von Kinder- und Jugendeinrichtungen in freier oder kommunaler Trägerschaft, in denen attraktive und qualifizierte Angebote der Freizeitgestaltung, der Biographiebegleitung und der Unterstützung in schwierigen Lebensphasen vorhanden sind", so Frank Klöckner, Jugendpfleger des Kreises Siegen-Wittgenstein. Der Stellenwert dieser auf Freiwilligkeit basierenden und in vielseitigen Formen bewährten Jugendarbeit ist unbestritten. ehrenamtliches Engagement und hauptberufliches Wirken ergänzen sich hier zum Nutzen der Kinder und Jugendlichen.

"Die Kinder- und Jugendarbeit in Vereinen und Einrichtungen muss sich seit einiger Zeit mit dem Trend zum Ausbau der Ganztagsschule beschäftigen. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden ganztägig, d.h. bis weit in den Nachmittag in der Schule unterrichtet und betreut", ergänzte dazu Heiner Friesenhagen vom städtischen Jugendamt. Diese einschneidenden Veränderungen im Bildungssystem werden zu einer fast existenziellen Frage für die Kinder- und Jugendarbeit. Kinder und Jugendliche, die bisher am Nachmittag einen Jugendtreff besuchten oder am Training ihres Sportvereins teilnahmen, können dies jetzt häufig nicht mehr, weil sie erst später Frei-zeit haben; auch die Motivation ist nach einem achtstündigen Schultag eingeschränkt. Gleichzeitig steigt der schulische Bedarf an Nutzungszeiten für Sport- und Schwimmhallen etc. auf Kosten von Sportvereinen.

PD Dr. Thomas Coelen erarbeitete mit dem Teilnehmerkreis Erwartungen, Befürchtungen sowie Wünsche aus der Praxis und ging auf Erfahrungen im aktuellen Entwicklungsprozess ein. "Wie verändert sich das Aufwachsen in Zeiten einer Entwicklung zur Ganztagsschule? Sollten sich Vereine, Jugendpfleger und Einrichtungen der Jugendarbeit bei der Ausgestaltung des schulischen Ganztags engagieren? Inwiefern handelt es sich dabei noch um Jugendarbeit?", so fasst Coelen die Leitfragen zusammen. "Dazu wollen wir Anfragen aus der Praxis bündeln und aus wissenschaftlicher Sicht beantworten".

Die Veranstalter hoffen, dass durch den Austausch und die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen bzw. Argumenten der unterschiedlichen Gruppierungen Wege zur Kommunikation und Kooperation geebnet werden und sich in der Nachfolgeveranstaltung noch verfestigen.

So wird die Rückmeldung aus der Wissenschaft an die Praxis in einem Workshop im Rahmen des "4. Symposium der Sozialen Arbeit" am 16./17. Oktober 2008 in der Siegener Oberstadt erfolgen. Dort soll der aus der Praxis formulierte Forschungs- und Entwicklungsbedarf nach dem Stand der Wissenschaft diskutiert werden.

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