Samstag, 10. Dezember 2016


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Universität Kassel am 19. und 20. März: Fachtagungen "Feldhase" und "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft"

(lifePR) (Kassel, ) Dem Feldhasen geht es schlecht. Das kann die Werbung zu Ostern mit flauschigen Häschen nicht verbergen. Die intensivierte Landwirtschaft schadet dem Lebensraum von Wildtieren und -pflanzen. Auf der "Fachtagung Feldhase" wird der aktuelle Stand der Hasenforschung im deutschsprachigen Raum zusammengetragen. Die Tagung findet am 20. März von 9:00 bis 18:30 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel, Mönchebergstraße 5 statt. Sie wird organisiert vom Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde.

Die Ökologische Landwirtschaft trägt entscheidend dazu bei, den Lebensraum von Feldhasen zu verbessern. Neben den Zielkonflikten zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ergibt sich unter veränderten sozio-ökonomischen Bedingungen eine Zusammenarbeit. Auf der Tagung "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft" am 18. März von 9:00 bis 20 Uhr werden im Gießhaus die naturschutzwirksamen Maßnahmen in der Landwirtschaft diskutiert. Eine Exkursion am 19. März bildet sowohl den Abschluss der Tagung "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft", als auch den Auftakt der "Fachtagung Feldhase" (siehe gesonderte Presseeinladung).

Zurück zum Feldhasen

Seit Jahrzehnten steht der Feldhase im Mittelpunkt des Naturschutzes. Die Ursachen seines Rückgangs sind bisher nicht vollständig geklärt, doch kann die Forschung seit der letzten Tagung zum Feldhasen in Berlin 2001 zu vielen offenen Fragen Antworten liefern. Die Universität Kassel forscht im Rahmen eines großen Projekts an den Möglichkeiten der naturschutzfachlichen Verbesserung der Lebensbedingungen einzelner Tierarten. Der Feldhase dient, aufgrund seiner weiten Verbreitung und spezifischen Lebensraumansprüche, als Indikatorart für weitere Wildtiere mit ähnlichen Bedürfnissen. Die Grundannahme der Forschung ist, dass die Bedrohung des Feldhasen nicht - wie häufig angenommen - hauptsächlich von seinen natürlichen Fressfeinden wie dem Fuchs ausgeht, sondern die stark intensivierte Landwirtschaft ihm ungünstige Lebensbedingungen bereitet.

Der ausgewogene Speiseplan eines Feldhasen besteht aus einer abwechslungsreichen Ernährung aus Klee, Wildkräutern, Klatschmohn und Karotten. Da das Angebot an Wildkräutern in intensiv genutzten Agrarlandschaften dürftig ist, müssen Hasen auf eine reichhaltige Ernährung verzichten und weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen zurückgreifen. Früher waren Landwirte verpflichtet, einen Teil der Ackerflächen brach fallen zu lassen, um Subventionen zu erhalten. Diese Flächen boten Wildtieren Rückzugsräume und Platz für Wildpflanzen. Heute wächst auf den ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die entstehenden Biogasanlagen. Daher fordert die Deutsche Wildtierstiftung, den Naturschutz in der Landwirtschaft gezielt zu honorieren.

Der ökologische Landbau, wie er seit 1998 in Frankenhausen betrieben wird, fördert den Hasen durch eine vielfältige Fruchtfolge, insbesondere durch den Kleegrasanbau. Mit Hilfe von Biotopverbesserungsmaßnahmen können zusätzlich die Lebensbedingungen des Feldhasen verbessert und die Population gesteigert werden, wie ein Forschungsvorhaben der Universität Kassel gezeigt hat.

Zum Hintergrund:

Vor der Umstellung auf Ökologische Landwirtschaft 1998 hat die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen die typische Intensivierung der konventionellen Landwirtschaft aufgewiesen. Die Landwirtschaft war geprägt von ausgeräumten Ackerschlägen, tief in Ablagerungssteine eingeschnittenen Fließgewässern und überdüngten Feldern. Das von Universität Kassel geleitete E+E-Vorhaben "Die Integration von Naturschutzzielen in den ökologischen Landbau am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen", gefördert von dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), renaturierte die ausgeräumte Landschaft.

In der Laufzeit von vier Jahren (2006-2009) wurden umfangreiche Sanierungen an Fließgewässern vorgenommen und auf Pestizide verzichtet, so dass eine vielfältige Fruchtfolge und standortangepasste Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten folgte.

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