Donnerstag, 19. Januar 2017


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Kinder der Bildungsexpansion

Ergebnisse einer Längsschnittstudie zum lebenslangen Lernen

(lifePR) (Hamburg, ) Bildung und Weiterbildung sind für Menschen, die ihre Schullaufbahn in Hamburg im Jahr 1979 abgeschlossen hatten, zur ersten Bürgerpflicht geworden. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine fast 30 Jahre umfassende Längsschnittstudie einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Prof. Dr. Harry Friebel vom Department Wirtschaft und Politik zum Thema Bildungsbeteiligung und -benachteiligung.

Von 1980 bis 2006 verfolgten die Forscherinnen und Forscher in 17 Feldphasen die Lebenswege von 130 Schulabgängerinnen und -abgängern aus Hamburg.

Fragestellungen der Längsschnittstudie mit dem Titel "Hamburger Biografie- und Lebenslauf-Panel" sind: Wer ist Gewinner, wer ist Verlierer des Bildungsbooms? Wie regiert die soziale Herkunft und das Geschlecht in den Lebens- und Bildungsweg hinein? Was sind Chancen und Risiken von Bildung und Weiterbildung? Die aktuelle Befragung der mittlerweile 42 bis 47jährigen macht deutlich, dass sie Bildung und Weiterbildung für entscheidend für ihr berufliches Fortkommen ansehen. Bei der Auswertung der biografischen Daten zeigt sich, dass die soziale Herkunft, das Geschlecht und auch der Arbeitsplatz Einfluss auf die Bildungsbeteiligung und darüber auf den Lebenslauf der Beteiligten hatten. Gleichzeitig verstehen sich die Befragten selbst aber als eigentliche Konstrukteure ihrer Handlungen, d.h., sie gehen davon aus, dass sie ihre Beteiligung an Bildung und Weiterbildung individuell steuern, ohne von ihrem Umfeld beeinflusst zu sein.

So zeigen die Ergebnisse zur Weiterbildung, dass Mitarbeiter(innen) größerer Unternehmen, die häufig ein betriebliches Weiterbildungsangebot haben, signifikant häufiger an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen als Mitarbeiter(innen) kleinerer und mittlerer Unternehmen ohne ein solches Angebot. In beiden Fällen gaben die Befragten aber mehrheitlich an, sich allein zur Teilnahme an der Weiterbildung entschieden zu haben.

Die europaweit einzigartige Längsschnittstudie kombinierte methodisch quantitativ auswertbare Fragebögen mit qualitativen Interviews. Die 130 untersuchten Hamburger Schulabgänger(innen) sind kontinuierlich seit 1980 bei der Befragung dabei. 1980 waren sie Jugendliche, heute sind sie im mittleren Erwachsenenalter und haben größtenteils Kinder. Neben Bildungs- und Weiterbildungsbiografien und persönlichen Wunschträumen werden auch die zentralen Lebensbereiche Berufsausbildung und berufliche Entwicklung einerseits sowie Familiengründung und Familienentwicklung andererseits thematisiert.

Die Ergebnisse sind in folgenden aktuellen Veröffentlichungen ausführlich dargestellt:

Friebel, Harry: Die Kinder der Bildungsexpansion und das lebenslange Lernen, Hergensweiler (Ziel-Verlag) 2008 Friebel, Harry u.a.: Kinder der Bildungsexpansion: Weiterbildungsteilnahme im Lebenszusammenhang, Pädagogische Rundschau, August 2008 Friebel, Harry: The Children of the Educational Expansion Era in Germany:

Education and Further Training Participation in the Life-Course, British Journal of Sociology of Education, Volume 29, Number 5/ 2008

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Harry Friebel
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Department Wirtschaft und Politik
Telefon: 42838-3205
E-mail: Harry.Friebel@wiso.uni-hamburg.de

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