Dienstag, 06. Dezember 2016


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Studie zum Anlegerverhalten im ersten Quartal 2010: Angst vor Inflation steigt deutlich

Aktienmärkte: Gedämpfter Optimismus / Positive Einschätzung der eigenen finanziellen Situation

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Stimmung der Anleger in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2010 eingetrübt. Jedoch erwarten nur 23 Prozent der Befragten in den nächsten sechs Monaten fallende Aktienkurse. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal. Deutlich gestiegen ist im Quartalsvergleich dagegen die Inflationserwartung. 58 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Preisen. Dennoch halten die meisten von ihnen wenig rentierliche Geldanlagen für attraktiv. Dies zeigt eine Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im ersten Quartal 2010.

Die Einschätzungen zur Entwicklung der Aktienmärkte fallen ähnlich positiv aus wie im vierten Quartal 2009. Aktuell gehen 41 Prozent der Befragten von einer Aufwärtsbewegung in den nächsten sechs Monaten aus, ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Mit einem konstanten Kursniveau rechnen 29 Prozent (Vorquartal 28 Prozent).

Sorge um Ersparnisse

Erheblich gewachsen sind dagegen die Inflationserwartungen. Der Anteil derer, die im nächsten halben Jahr steigende Preise erwarten, hat mit 58 Prozent den höchsten Wert der letzten sechs Quartale erreicht. Er stieg allein gegenüber dem vierten Quartal 2009 um 11 Prozentpunkte. Von denjenigen, die mit Preissteigerungen rechnen, machen sich 62 Prozent Sorgen um ihre Ersparnisse, bei den Frauen sogar 73 Prozent. Allerdings wollen deshalb nur die wenigsten ihr Anlageverhalten verändern: 78 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihr Spar- und Geldausgabeverhalten konstant zu halten.

Rendite weckt Misstrauen

Obwohl die Mehrheit der Befragten neben Preissteigerungen keine steigenden Zinsen erwartet (54 Prozent), werden aktuell niedrig verzinste Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld von 57 Prozent beziehungsweise 54 Prozent der Befragten als attraktiv eingestuft.

Die Bevorzugung wenig rentierlicher Anlageformen geht mit ausgeprägten Zweifeln an Renditeprognosen einher: Bei Renditen von fünf Prozent bis unter sieben Prozent pro Jahr bezweifeln 30 Prozent die Seriosität eines Investmentfonds. Acht Prozent der Befragten stellen bereits bei in Aussicht gestellten Renditen bis zu fünf Prozent die Seriosität eines Fondsangebots in Frage. Keinerlei Einschätzung können 14 Prozent der Befragten geben, bei den Frauen hat sogar fast jede Vierte (23 Prozent) keine konkreten Vorstellungen, welche Renditen mit Fonds realistisch erzielbar sind.

"Die Risikoaversion der Anleger ist hoch. Viele haben den Börsenaufschwung im letzten Jahr verpasst und verzichten trotz eines anhaltend niedrigen Zinsniveaus auf zusätzliche Renditechancen. Häufig ist ihnen nicht bewusst, dass Investmentfonds einen weit reichenden Anlegerschutz und umfassende Transparenz bieten", erklärt Hans Joachim Reinke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Union Asset Management Holding AG.

Positive Einschätzung der eigenen finanziellen Lage

Leichter taten sich die Befragten mit einer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Sie beurteilen diese kritisch: Während im Vorquartal noch 30 Prozent eine Verbesserung erwarteten, liegt der Anteil aktuell nur noch bei 24 Prozent. Von einer Verschlechterung gehen 39 Prozent (Vorquartal 38 Prozent), von einer gleichbleibenden Situation 37 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) aus. Besonders pessimistisch sind die Frauen, von denen 45 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen, gegenüber 35 Prozent bei den Männern.

Im Gegensatz dazu hat sich die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation verbessert. Seit dem dritten Quartal 2009 stieg der Anteil der Befragten, die innerhalb der nächsten sechs Monate eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation erwarten, um jeweils vier Prozentpunkte auf derzeit 22 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Pessimisten, die mit einer Verschlechterung rechnen, deutlich: von 21 Prozent im vierten Quartal 2009 auf aktuell 14 Prozent.

"Viele Anleger sind angesichts positiver Unternehmensnachrichten auf der einen und der Schuldenprobleme Griechenlands auf der anderen Seite verunsichert. Dazu besteht aber wenig Anlass. Unser Ausblick für die globale Konjunktur ist trotz der aktuellen Turbulenzen in Griechenland positiv. Wir sind auf dem Weg zu einem selbsttragenden Wachstum", sagt Reinke.

Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das erste Quartal 2010 fand in der Zeit vom 1. bis 10. Februar statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)

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