Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Buckelpistenfahrerin Laura Grasemann im Interview: "Ich hatte das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren"

Ski Freestylerin steht zur Wahl zum "Sport-Stipendiat des Jahres" / Deutsche Bank und Sporthilfe vergeben Auszeichnung für Spitzenleistungen in Sport und Studium / Top 5 in öffentlicher Online-Abstimmung unter sportstipendiat.de

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Laura Grasemann wurde im Januar 2015 bei der Ski Freestyle-Weltmeisterschaft auf der Buckelpiste Neunte. Damit erreichte sie als WM-Neuling nicht nur persönlich ihr erstes internationales "Top 10"-Ergebnis, sondern auch die beste deutsche Platzierung bei einer Großveranstaltung seit 16 Jahren. Auch im Weltcup überraschte die junge Athletin durch vier Finalteilnahmen und Platz 24 im Gesamtweltcup - trotz großer Widrigkeiten, denn der Verband hatte im März letzten Jahres die Förderung der Disziplin Buckelpiste eingestellt. Parallel zum Leistungssport studiert die 23-Jährige Molekulare Biotechnologie an der Technischen Universität München. In der direkten Vorbereitungsphase zur WM musste sie sowohl ihr letztes Pflichtpraktikum als auch ein weiteres Seminar mit voller Anwesenheitspflicht besuchen. Darüber hinaus erzielte sie bei ihren Prüfungen gute Leistungen, allein sechs Mal stand eine Eins vor dem Komma.

Im Februar 2014 hast Du in Sotschi Dein bis dahin sportliches Highlight erlebt, nur einen Monat später dann erfahren, dass der Verband die Förderung Deiner Disziplin einstellt. Hast Du in diesem Moment darüber nachgedacht aufzuhören?

Ganz klar ja. Das haben wohl alle gedacht. Ich hatte das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Aber dann stellte sich Trotz ein, nach dem Motto "jetzt erst recht". Da hatten wir, das ganze Team, aber noch keine Vorstellung von dem Ausmaß, das mit der Streichung verbunden war. Die Einstellung der Fördermaßnahmen hatte zur Folge, dass wir einen Trainer organisieren und selbst finanzieren, mit Privatfahrzeugen zu Trainingslagern und Wettkämpfen fahren mussten, im Zeitraum zwischen August und Februar blieb sogar die Sporthilfe-Förderung aus. Wir mussten die gesamte Saison aus eigener Tasche finanzieren.

Wie ist Dir das gelungen?

Es wurde an jedem Ende gespart. Wir sind zum Beispiel mit dem Auto ins Trainingslager nach Norwegen gefahren, zwei Tage hin, zwei Tage wieder zurück. Bei einem Großteil der Wettkämpfe mussten wir auf sämtliche Betreuer und Physiotherapeuten verzichten. Um überhaupt die Saison bestreiten zu können, habe ich Tennis-Trainerstunden gegeben - neben eigenem Training und Studium.

Wie bekommst Du Arbeit, Sport und Studium unter einen Hut?

In meinem letzten Jahr des Bachelor-Studiums konnte ich Prüfungstermine nicht mehr ins nächste Semester schieben. So habe ich zum Beispiel eine Klausur um 6 Uhr morgens von Kanada aus geschrieben, anschließend ging es zum Frühstück, eine Stunde später begann das Aufwärmen für den finalen Trainingstag vor dem Weltcup in Val St Come. Im Mai habe ich mit meiner Bachelorarbeit begonnen, so dass ich im August hoffentlich mein Bachelorstudium beenden kann und mich dann dem Masterstudium widmen werde.

Wärst Du gerne Profi-Skifahrerin?

Das Studium ist ein wichtiges zweites Standbein von mir. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass die sportliche Karriere aufgrund einer Verletzung ganz schnell vorbei sein kann, sondern das ist mir durch die Verbandssituation im letzten Jahr ganz klar geworden: Ich brauche etwas Zweites, worauf ich mich konzentrieren kann. Das Studium ist für mich ein wichtiger mentaler Ausgleich. Schön wäre natürlich eine stärkere finanzielle Unterstützung und ich bin froh, dass ich im Februar nach der WM rückwirkend Sporthilfe-Förderung erhalten habe und weiter erhalte. Durch das Deutsche Bank Sport-Stipendium muss ich - bei einem Stundenlohn von 18 Euro - pro Monat rund 23 Tennis-Trainerstunden weniger geben. Allerdings bin ich die einzige Athletin aus meinem Team, die diese Förderung aktuell erhält.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest, damit Du Spitzensport und Studium auch weiterhin gut vereinbaren kannst, dann.

. würde ich mir wünschen, dass die Förderung gerechter auf alle Sportarten verteilt wird. Die Koordination zwischen Studium und Sport ist schon nicht immer ganz einfach, jetzt kamen noch Probleme des wirtschaftlichen Überlebens dazu. Wir als Team, mittlerweile sind wir sechs Frauen und sieben Männer, haben inzwischen zwar eindrucksvoll gezeigt, dass es noch lange zu früh ist aufzugeben. Aber mit mehr Unterstützung von Verbandsseite könnten wir unser großes Ziel Olympia 2018 etwas beruhigter angehen.

Bewerbungs-Video von Laura Grasemann zur Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres:
https://youtu.be/dYqpA_-kBcs

Steckbrief
Laura Grasemann (*30. April 1992 in Heidelberg)
Sportart: Ski Freestyle / Buckelpiste
Wohnort: Garching bei München
Verein: SC Wiesloch
Größte Erfolge: WM-Neunte 2015, Olympia-Teilnehmerin 2014 in Sotschi
Studium: Molekulare Biotechnologie (Bachelor)
Universität: Technische Universität München

Stiftung Deutsche Sporthilfe

Diese Sporthilfe-Athleten stehen zur Wahl: Aline Focken (Ringen), Laura Grasemann (Ski Freestyle), Maximilian Hartung (Fechten), Sophia Saller (Triathlon) und Maike Naomi Schnittger (Schwimmen; paralympisch). Bis zum 23. August kann jeder unter www.sportstipendiat.de den Nachfolger von Malaika Mihambo, Weitspringerin und Sport-Stipendiatin 2014, wählen. Unter allen Teilnehmern des Online-Votings wird eine Deutsche Bank SparCard mit einem Guthaben von 500 Euro verlost. Die feierliche Preisverleihung findet am 22. September 2015 in der Deutschen Bank in Berlin statt.

Die Deutsche Bank unterstützt im Rahmen der Sporthilfe-Förderung studierende Spitzenathleten mit 400 Euro im Monat. Aktuell profitieren rund 400 Sporthilfe-geförderte Athleten vom Programm, das mit dem dritten Semester einsetzt und mit einem Zeitbonus über die Regelstudienzeit hinaus gewährt wird. Die besonderen Leistungen der studierenden Athleten sollen mit der Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres zusätzlich herausgestellt und gewürdigt werden. Der Preisträger erhält für 1 ½ Jahre von der Deutschen Bank den doppelten Stipendiumsbetrag von 800 Euro pro Monat. Die weiteren vier Finalisten erhalten für den gleichen Zeitraum eine Zusatzförderung in Höhe von 200 Euro.

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