Freitag, 09. Dezember 2016


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Mini-Asteroid trifft die Erde

Astronomen ist es erstmals gelungen, die Kollision eines kleinen Asteroiden mit der Erde vorherzusagen. Der rund zwei Meter große Brocken ist am frühen Morgen des 7. Oktober über dem Sudan in der Atmosphäre verglüht, ohne Schaden anzurichten

(lifePR) (Heidelberg, ) Erst in der Nacht zuvor hatte der Astronom Richard Kowalski am Mount Lemmon-Observatorium in Arizona den Himmelskörper entdeckt. Die dortigen Teleskope suchen im Auftrag der NASA den Himmel nach Objekten ab, die der Erde bedrohlich nahe kommen können. Am Montag, dem 6. Oktober, gegen 8.40 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, erfassten die Instrumente einen lichtschwachen Punkt im Sternbild Fische, der sich als Mini-Asteroid entpuppte. Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung befand er sich rund 500 000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa ein Drittel weiter weg als der Mond. Durch E-Mails alarmiert, konnten Amateurastronomen in Australien die Entdeckung bestätigen und das sich rasch nähernde kosmische Geschoss in den nächsten Stunden verfolgen.

Am Jet Propulsion Laboratory berechnete Steve Chesley aus den Beobachtungsdaten die Bahn des Mini-Asteroiden, genannt 2008 TC3. Demzufolge sollte der Brocken gegen 4.26 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit von Westen her kommend irgendwo über dem Sudan in die Erdatmosphäre eintauchen. Für die Bevölkerung stellte der Himmelskörper keine Bedrohung dar, denn Objekte dieser geringen Größe werden durch die Reibungswärme in der Atmosphäre derart aufgeheizt, dass sie zerfallen und vollständig verglühen. Vom Erdboden aus sind solche Eindringlinge als helle Sternschnuppe, als so genannter Bolide, zu sehen.

Bisher liegen noch keine Beobachtungsberichte aus dem vermuteten Absturzgebiet vor. Allerdings meldete der Pilot einer niederländischen Verkehrsmaschine, die sich etwa 1300 Kilometer südwestlich befand, zu der fraglichen Zeit einen Lichtblitz.

Asteroiden, deren Durchmesser wenige Meter beträgt, treffen alle paar Monate die Erde. Treten sie bei Tag in die Erdatmosphäre ein, bleibt dieses Ereignis in der Regel unbemerkt. Bei Nacht lässt sich ein heller Feuerball beobachten. Der Absturz von 2008 TC3 ist demnach nichts Ungewöhnliches. Allerdings ist es das erste Mal, dass Astronomen einen derartigen Himmelskörper vor seinem Auftreffen beobachteten und seine Bahn berechneten.

Weitere Informationen und Weblinks: www.astronomie-heute.de/artikel/969623

Quelle: Sterne und Weltraum

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