Freitag, 09. Dezember 2016


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Bestseller-Autor und Asienspezialist Frank Sieren im RaiffeisenForum: "Dem wirtschaftlichen Aufschwung Chinas folgt eine globale politische Macht- und Werteverschiebung"

(lifePR) (Linz, ) Trotz der weltweiten Finanzmarktturbulenzen verzeichnet China im laufenden Jahr dank einer weiterhin rasant wachsenden Exportwirtschaft ein ungebremstes Wirtschaftswachstum von rund acht Prozent. Wie der Aufstieg Chinas zu einer weltweit maßgebenden Wirtschaftsmacht auch die globalen politischen Machtverhältnisse beeinflussen wird, diskutierten gestern bei der Veranstaltung "Die weltpolitische sowie weltökonomische Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der überdurchschnittlichen Entwicklung Chinas" vor rund 900 Gästen im RaiffeisenForum der Raiffeisenlandesbank OÖ der Bestseller-Autor und Asienspezialist Frank Sieren, Martin Sajdik, Österreichischer Botschafter in der Volksrepublik China, Ken Wu, Botschafter der Volksrepublik China in Österreich, Hongyu Hui, Repräsentant für Wirtschaft und Handel der Provinz Shandong in München, Jin Liu, General Manager ICBC Frankfurt und Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Von der westlichorientierten zur multipolaren Weltordnung

"Wir erleben zurzeit eine Epochenwende. Seit der Entdeckung Amerikas vor rund 400 Jahren hat der Westen weltweit die Spielregeln bestimmt. Nun hat der Wandel von einer westlich geprägten Weltordnung hin zu einer multipolaren Weltordnung mit einem starken chinesischen Einfluss begonnen", so Asienspezialist Frank Sieren bei seinem Impulsreferat unter dem Titel "Der China Schock - Wie Peking sich die Welt gefügig macht". Die enorme Schlagkraft Chinas veranschaulichte Sieren an einigen Beispielen: "China hat die globale Wirtschaftskrise ohne substanzielle Erschütterung überstanden, hat die Devisenreserven auf rund 2,3 Milliarden Dollar weiter ausgebaut und ist der größte Gläubiger der USA." Den Weg zu dieser international einzigartigen Stellung ebnete ein relativ einfaches, aber doch sehr erfolgreiches Geschäftsmodell: "Wenn immer China und der Westen in Geschäftsbeziehung treten, geht es am Ende um die Frage, wie viel Technologie bekommt China dafür, dass es an den Westen etwas von seinem großen Wachstumsmarkt abgibt."

Interessenskoalition mit der EU

Die Wirtschaftskraft des Landes lasse sich natürlich auch in seine politische Kraft ummünzen. Eine globale Machtverschiebung beobachtete der Asienexperte bei den kürzlich stattfindenden Gipfeln zwischen den USA und China und der EU und China: "Erstmals seit sich Europäer und Chinesen treffen, gibt es in einer weltpolitischen Frage eine starke gemeinsame Interessenskoalition gegen die USA. Beide Länder sind davon überzeugt, dass die internationalen Finanzmärkte stärker reguliert werden sollen, vor allem, um die Amerikaner stärker zu kontrollieren und nicht von deren Handlungen und Aktionen so stark abhängig zu bleiben."

Wirtschaftliche Interessen vor politischer Verbundenheit

China will allerdings der weltpolitischen Konfrontation mit den USA noch ausweichen und Partner an sich binden. Sieren: "Die Chinesen werden eine Reihe von asiatischen Ländern, allen voran Japan, die strategisch sehr eng mit den USA verbunden sind, vor die Frage stellen: Wollt ihr militärische Sicherheit oder wollt ihr wirtschaftliche Prosperität? Die Entscheidung wird eher in Richtung von realen Arbeitsplätzen gehen, als in Richtung einer fiktiven Sicherheit."

Großartige Chancen für österreichische Unternehmen

"Trotz aller Probleme wie der Schere zwischen Arm und Reich, der aktuellen Überkapazitäten oder der Umweltprobleme ist China ein stabiler und verlässlicher wirtschaftlicher Partner der Zukunft für österreichische Unternehmen", so Martin Sajdik, Österreichischer Botschafter in der Volksrepublik China. Die bilaterale Beziehungen zwischen China und Österreich seien ausgezeichnet, auf europäischer Ebene müsse man aber über das Handelsdefizit diskutieren: "China exportierte im Jahr 2008 nach Europa Waren im Wert von 247,6 Milliarden Euro. Importiert hat China aus der EU im Vorjahr um 74,8 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von 172,8 Milliarden Euro. Das sind fast 20 Millionen Euro pro Stunde."

Oberösterreich als Technologielieferant

"China steht auch in Anbetracht aller wirtschaftlichen Erfolge erst am Beginn seiner Entwicklung und liegt beim Bruttoinlandsprodukt weltweit erst an 105. Stelle. Vor allem das derzeitige Gefälle zwischen Stadt und Land stellt ein Problem dar", so Ken Wu, Botschafter der Volksrepublik China in Österreich. "Die Europäische Union ist der größte Handelspartner von China. Es gibt aber auch speziell ein großes Potenzial für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit oberösterreichischen Unternehme in Sahndong. Die Provinz hat mit 490 Millionen Einwohner das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt in China und ein Wirtschaftswachstum von mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Oberösterreich ist ein starker Technologielieferant für Sahndong", so Hongyu Hui, Repräsentant für Wirtschaft und Handel der Provinz Shandong in München. Man arbeite bereits seit mehr als 20 Jahren mit der Firma MAN aus Steyr oder der VAI zusammen.

Stabiles Finanzsystem in China

Jin Liu, General Manager ICBC Frankfurt, gab einen kurzen Überblick über das Banksystem in China und die ICBC: "Gemessen am Nettoprofit der letzen drei Quartale sind unter den Top 10 der größten chinesischen Unternehmen sechs Banken. Allen voran die ICBC mit einem Gewinn von 14 Billionen Dollar." Insgesamt sei man durch das sehr gesunde Finanzsystem in China ein stabiler Partner für ausländische Unternehmen: "Das Vermögen am Bankensektor beläuft sich auf 7,5 Trillionen Euro, alle Banken unterstehen der staatlichen Bankenaufsicht." Die Raiffeisenlandesbank OÖ sei für die ICBC einer der wichtigsten Bankenpartner in Europa. Gemeinsam werden österreichische und europäische Kunden erfolgreich unterstützt, wenn sie nach China gehen.

Währungsdifferenzen lösen

Ebenfalls zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der ICBC zeigte sich Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ: "Wir begleiten über unseren Asien-Desk und in Zusammenarbeit mit der ICBC bereits 627 Kunden nach China. Dabei unterstützen wir bei Kontoeröffnungen, organisieren lokalen Betriebsmittelbedarf und bieten komfortable Cash-Management-Lösungen. Aber auch beim Zugang zu Öffentlichen Stellen hilft die ICBC." Österreich habe Riesenchancen in China. "Wir können in diesen unglaublich großen Markt Hightech und Know-how exportieren." Die Handelsbeziehungen zwischen Europa und China werden laut Scharinger auch von der künftigen Entwicklung der Währungen abhängen. "Die Währungsdifferenzen sind ein Problem. Wenn der Dollar weiter schwächelt, wird sich der Yuan vom Dollar abkoppeln müssen." Außerdem plädierte Scharinger angesichts der Entwicklung des Dollars für eine gemeinsame Faktorierungswährung mit Euro, Yuan, Yen und Rubel.

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