Freitag, 20. Januar 2017


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Je enger die Leistung, desto mehr wird gedopt

Wittener Wirtschaftswissenschaftler sieht Doping als Folge der Wettkämpfe und des Leistungsdrucks im Profisport als Breitenphänomen

(lifePR) (Witten, ) Der schier endlose Fall der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein zeigt für Frank Tolsdorf, Wirtschaftswissenschaftler der Universität Witten/Herdecke, wie die typischen Reaktionen der Sportler, der Sportverbände und der Politik auf Dopingvorfälle aussehen: "Regelmäßig wird von den Verbänden das individuelle Fehlverhalten einzelner Athleten ebenso betont, wie es von den Betroffenen bestritten wird. Alle zusammen, insbesondere die Sportpresse, stellen Doping so dar, als sei es ein vereinzeltes Problem von moralisch zweifelhaft agierenden Athleten." Daran, so Tolsdorf weiter, glaubt kein Sportfan mehr - Beweise sind aber naturgemäß in einem Feld, das von Heimlichkeit geprägt ist, nur schwer zu finden.

Und genau die liefert Tolsdorf und sein Mitautor, der Wirtschaftswissenschaftler Alexander Dilger (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): Sie haben 188 Dopingfälle in der Leichtathletik aus den Jahren 1999 - 2004 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis wurde aktuell in "Schmollers Jahrbuch - Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" veröffentlicht. Sie kommen darin zu klaren Ergebnissen. Je dichter die Leistungen der Topathleten beieinander liegen, desto eher neigen Sportler dazu, Dopingmittel zu benutzen. Der Dopinganreiz resultiert sowohl aus der Hoffnung, ungedopte Konkurrenten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit besiegen zu können, als auch aus der Furcht, gegenüber (potentiell) gedopten Konkurrenten in einen Wettbewerbsnachteil zu geraten.

Durch die Analyse der 188 Dopingfälle wird ebenfalls offensichtlich, dass es sich bei den des Dopings Überführten keinesfalls nur um unbedeutende Sportler handelt. Vielmehr befinden sich unter den Athleten viele Weltrekordhalter, Olympiasieger, Weltmeister, Kontinentalmeister, Kontinentalrekordler sowie Nationalmeister. Diese Ergebnisse stützen die nahe liegende Vermutung, dass es sich beim Doping um ein flächendeckendes Phänomen handelt, welches sich durch alle Bereiche des professionellen Sports zieht.

Die Autoren gehen davon aus, dass es auch zukünftig keinen "sauberen Sport" im traditionellen Sinne geben wird. Frank Tolsdorf erklärt dazu: "Sofern es keine flächendeckenden Dopingtests einschließlich Trainingskontrollen gibt, wird das System des Profisportes dazu führen, dass weiter umfangreich und systematisch mit Dopingmitteln zum Zweck der Leistungssteigerung gearbeitet wird. Eine hohe Aufdeckungswahrscheinlichkeit' ist das A und O. Genau daran aber mangelt es systematisch".

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