Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Fördergeschäft in Nordrhein-Westfalen steigt 2009 um sieben Prozent auf rund 78.700 Zusagen /Volumen rückläufig

Beratungsleistungen stark nachgefragt / Wirtschaft in NRW nimmt wieder Fahrt auf

(lifePR) (Düsseldorf/Münster, ) Mit bedarfsgerechten Produkten und umfang­reichen Beratungsleistungen hat die NRW.BANK die mittelständische Wirtschaft im Krisenjahr 2009 unterstützt. Größere Investitionen wurden bei den kleinen und mittleren Unternehmen allerdings zurück­gestellt. Folge: Das Fördergeschäft stieg in der Stückzahl um sieben Prozent auf über 78.650 Zusagen, das Volumen sank um 12,7 Prozent auf knapp 8 Milliarden Euro im Ver­gleich zum Vorjahr. Die Wirtschaft in NRW nimmt allerdings wieder Fahrt auf. Seit dem vierten Quartal 2009 ist ein deutlicher Auf­wärtstrend im Neugeschäftsvolumen zu erkennen. Das teilte die NRW.BANK heute auf ihrer Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf mit.

Im Fördergeschäft des Krisenjahres 2009 wurden in erster Linie Liquiditätshilfen und Betriebsmittelfinanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nachgefragt, einem eher kleinvolumigen Geschäft. Das Neugeschäft lag mit rund 7,9 Milliarden Euro 12,7 Prozent unter dem Niveau des Boomjahres 2008 (9,1 Mrd €). Vor allem im ersten Halbjahr gab es einen massiven Ein­bruch. So lag das Fördergeschäft im ersten Quartal 2009 rund 30 Prozent unter dem des Vorjahres.

Um dem durch die Krise bedingten erhöhten Informationsbedarf der Unternehmen und Exis­tenzgründer Rechnung zu tragen, wurde das Beratungsangebot für Förderprodukte stark ausgeweitet. Über die neu geschaltete Infoline (0211/91741 4800) gingen z.B. im Laufe des Jahres rund 10.200 Anfragen ein. Mehr als 110 Veranstaltungen fanden im Rahmen der gemeinsamen Beratertage mit den Industrie- und Handelskammern sowie Handwerks­kammern statt. Eine spezielle Finanzierungs­beratung kümmert sich wettbewerbsneutral um Krisenprophylaxe und Krisenbewältigung.

"Im schwierigen konjunkturellen Umfeld der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise war die NRW.BANK besonders gefragt, mit einem krisenangepassten Förder- und Beratungsan­gebot den Konjunktureinbruch abzumildern und erste Impulse für den Aufschwung zu geben", so Dietmar P. Binkowska, Vorsitzender des Vorstands.

Zu den einzelnen Geschäftsfeldern. Einen deutlichen Rückgang im Neugeschäfts­volumen gab es bei der Existenz­gründungs- und Mittelstandsförderung. Mit 2,4 Milliarden Euro lag das Zusagevolumen um knapp 20 Prozent unter dem des Vorjahres (3 Mrd €). Der Rückgang erklärt sich im Wesentlichen durch den konjunkturbedingten Einbruch beim NRW.BANK.Mittelstandskredit, dem Flaggschiff im Fördergeschäft. Das Zusagevolumen erreichte nur noch 850 Millionen Euro. Das ent­spricht einem Rückgang von 45 Prozent gegen­über 2008, da größere Ausrüstungsinvestitionen im Mittelstand zurückgestellt wurden. Zuwächse konnten vor allem bei den "krisenangepassten" Förderprodukten verzeichnet werden. Sie bieten Betriebsmittelfinanzierungen und Haftungs­freistellungen für die Banken und Sparkassen. Der 2009 neu aufgelegte NRW.BANK.Konjunkturkredit erreichte ein Zusagevolumen von 48,6 Millionen Euro und beim NRW.BANK.Universalkredit wurden 210 Millionen Euro zugesagt (plus 11% zum Vj).

Im Bereich Kommunal- und Infrastruktur­förderung lag das Neugeschäftsvolumen bei knapp 2,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von rund 22 Prozent. Auch hier zeigt sich der Trend zu kleinvolumigeren Förderungen - bei rück­läufigem Volumen konnte die Zahl der Förde­rungen mit 925 Zusagen nahezu auf dem Vor­jahresniveau gehalten werden (minus 1,1%). Einen deutlichen Anstieg gab es bei den indivi­duellen Finanzierungen für Infrastrukturmaß­nahmen in Höhe von 570 Millionen Euro (Vj. 408 Mio €, +39,8%). Einer der Schwerpunkte lag dabei im sozialen Bereich.

Im Bereich Individualförderung lag das Neu­geschäftsvolumen mit 1,7 Milliarden Euro um 1,4 Prozent unter dem Ergebnis des entspre­chenden Vorjahreszeitraums. Das Stu­dien­bei­trags­darlehen wird nach wie vor stark nachge­fragt. Mehr als 85.000 Darlehensnehmer in NRW finanzieren inzwischen ihre Studienbei­träge mithilfe der NRW.BANK - das sind 22 Prozent der bei­tragspflichtigen und darlehens­berechtigten Stu­dierenden in NRW. Mit dem Wintersemester 2009/2010 sind die ersten Studierenden in die Rückzahlungsphase einge­treten. Mehr als 44 Prozent wurden auf Grund der gesetzlichen Basis von der Rückzahlung befreit.

Ebenso erfreut sich das NRW/EU.Mikrodarlehen großer Beliebtheit. Seit Start des Pilotprojekts im Oktober 2008 wurden bis Ende letzten Jahres knapp 230 Darlehen mit einem Volumen von 4,7 Millionen Euro zugesagt. Entstanden sind fast 360 Arbeitsplätze.

Im Rahmen der wohnwirt­schaftlichen Pro­gramme der KfW Bankengruppe vergab die NRW.BANK 1,4 Milliarden Euro (Vj. 1,2 Mrd €). Dabei stand die energetische Gebäudesanierung im Vordergrund.

Besonders stark war der Zuwachs in der sozialen Wohnraumförderung. Das Zusage­volumen erhöhte sich - nach einer Steigerung im Jahr 2008 - nochmals auf 1,1 Milliarden Euro in 2009. Dies bedeutet ein Plus von 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das gestiegene Förder­volumen kommt einem Konjunkturpaket für die Bauwirtschaft gleich, denn jeder zugesagte Euro stößt ein Mehrfaches an privaten Investitionen an. Einen besonders starken Anteil an der Entwicklung hatte der Mietwohnungsbau. Die Erhöhung des Zusagevolumens beruht in diesem Segment auf den deutlich gestiegenen Förderzusagen sowie auf der bedarfsorientierten Fokussierung auf Regionen mit hohem Miet­niveau.

Um die Konditionen der Förderpro­gramme noch attraktiver zu machen, setzte die NRW.BANK im vergangenen Jahr 21,4 Mil­lionen Euro (Vj. 32,9 Mio €) aus eigenen Erträgen ein, die so genannte Förderdividende. Der Jahres­über­schuss nach Ertragsteuern und Förder­dividende stieg auf 170,8 Millionen Euro (Vj 32,4 Mio €). Ein wesentlicher Grund für die Steigerung liegt in der im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Risikovorsorge (196,1 Mio €, minus 28,2%). Bereits 2008 hatte die Bank für mögliche Risiken aus der Finanzmarktkrise entsprechende Drohverlustrückstellungen gebildet. Sie konnten im letzten Jahr stark reduziert werden.

Der wesentliche Teil des Jahresüberschusses wurde den Kapital- und Gewinnrücklagen der Bank zugeführt. Die Kernkapi­tal­quote erreichte knapp 12 Prozent.

Inzwischen nimmt die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen wieder Fahrt auf. Dabei markiert das vierte Quartal 2009 die Wende: Das Förder­volumen insgesamt lag mit 31 Prozent (rund 2,9 Mrd €) bereits deutlich über dem vierten Quartal 2008 (2,2 Mrd €).

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