Sonntag, 11. Dezember 2016


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Katastrophenbond-Markt hat sich normalisiert - 2010 steigendes Emissionsvolumen bei niedrigeren Preisen zu erwarten

(lifePR) (München, ) Der Markt für Katastrophen-Anleihen hat sich 2009 wieder normalisiert.
Nachdem es Ende 2008 im Zuge der Finanzkrise keine Neuemissionen mehr gegeben hatte, kam der Markt im vergangenen Jahr wieder in Bewegung. Das Volumen der Neuemissionen erreichte knapp 3,5 Mrd. US$. Die Summe übertraf damit auch das Volumen auslaufender Bonds, so dass die ausstehenden Bonds insgesamt leicht auf knapp 12 Mrd. US$ zunahmen.
Auch die von Investoren geforderte Verzinsung normalisierte sich. Für 2010 ist bei nochmals leicht fallendem Zinsniveau ein Neuemissionsvolumen von etwa 5 Mrd. US$ zu erwarten.

"Auch der Sektor für Versicherungsverbriefungen hatte seine Lektion aus der Finanzkrise zu lernen. Heute sind die Strukturen so, dass Investoren sicher sein können, wirklich nur in Versicherungsrisiken zu investieren", so Thomas Blunck, Vorstandsmitglied von Munich Re. "Mit der Rückkehr des Vertrauens der Investoren sowie gesunkenen und damit angemessenen Renditeerwartungen können Katastrophenbonds die ihnen zugedachte Rolle einnehmen. Der Kapitalmarkt ist ein ergänzender Risikoträger speziell bei Spitzenrisiken, für die auf dem traditionellen Versicherungsmarkt die Kapazität mitunter knapp ist."

Die wesentlichen Trends im Markt 2009:
- Als Folge der Lehman-Pleite war die von Investoren geforderte Verzinsung deutlich in die Höhe gegangen, da viele Hedge-Fonds auf dem Sekundärmarkt Bonds veräußern mussten. Im dritten und vierten Quartal sanken die Risikoprämien dann aber wieder deutlich.
- Die Nachfrage der Investoren war hoch - ein Zeichen hoher Liquidität nach Auslaufen verschiedener Bonds und des wiederkehrenden Vertrauens. Die Zusammensetzung der Investoren hat sich deutlich zu spezialisierten Fonds und Versicherern/Rückversicherern verschoben.
Die Bedeutung von Hedge-Fonds ist hingegen gesunken.
- Bei den Besicherungsfonds wurde das Kredit- und Gegenparteirisiko minimiert, nachdem durch den Lehman-Zusammenbruch vier Katastrophenbonds direkt betroffen gewesen waren. Viele Neuemissionen sind nun durch Geldmarktfonds und staatsgarantierte Papiere besichert, so dass das Investment in das Versicherungsrisiko wieder im Vordergrund steht und keine undurchsichtige Vermischung mit Kreditrisiken mehr stattfindet.
- Der weitaus größte Anteil der Katastrophenbond-Neuemissionen betraf auch 2009 US-Risiken: Mehr als vier Fünftel des Emissionsvolumens entfiel auf Sturm- und Erdbebenrisiken in den USA.

Insgesamt sind die Preise für Katastrophenbonds ab dem 2. Quartal auf das Niveau von Mitte 2008 zurückgekehrt. "Die Preise zeigen damit eine Erholung des Marktes an", sagte Rupert Flatscher, Leiter der Risk Trading Unit von Munich Re. "2010 laufen Bonds für 4,5 Mrd. US$ aus, die wieder investiert werden wollen. Die gute Performance des Katastrophenbond-Marktes auch während der Finanzkrise dürfte dazu führen, dass die auf solche Bonds spezialisierten Fonds zudem Mittelzuflüsse von etwa 1 Mrd. US$ verzeichnen können.
Dazu kommt grundsätzliches Interesse von neuen Investoren wie Pensionsfonds, das sich mittelfristig in weiter wachsender Nachfrage niederschlagen wird."

Daher ist für 2010 ein Neuemissionsvolumen von etwa 5 Mrd. US$ denkbar, die geforderte Verzinsung dürfte bis zur Jahresmitte in der Größenordnung noch um etwa 50 Basispunkte sinken. Europäische Risiken werden weiter zu geringeren Risikoprämien als US-Risiken platzierbar sein. Der Aufbau des Gemeinschaftsunternehmens PERILS, das branchenweit Versicherungssummen und -schäden erhebt und damit marktschadenbasierte Trigger für europäische Risiken möglich macht, wird die Platzierung von europäischen Versicherungsrisiken am Kapitalmarkt begünstigen.

"Munich Re kommt die Marktentwicklung sehr entgegen. In der Krise haben wir sehr stark in Katastrophenbonds auf dem Sekundärmarkt investiert. Und jetzt bei der Wiederbelebung des Marktes begleiten wir unsere Kunden bei Neuemissionen, wie zuletzt die Zurich Financial Services Group bei der Strukturierung und Platzierung von kalifornischen Erdbebenrisiken", so Vorstandsmitglied Blunck, zu dessen Ressort die Risk Trading Unit zählt. "Unsere Strategie des Komplettanbieters für die Risikoübernahme und den Risikotransfer hat sich damit ausgezahlt."

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München

Munich Re steht für ausgeprägte Lösungs-Expertise, konsequentes Risikomanagement, finanzielle Stabilität und große Kundennähe. Damit schafft Munich Re Wert für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Gruppe, die ein integriertes Geschäftsmodell aus Erst- und Rückversicherung verfolgt, einen Gewinn in Höhe von 1,5 Mrd. €. Ihre Beitragseinnahmen beliefen sich auf ca. 38 Mrd. €. Sie ist in allen Versicherungssparten aktiv und mit rund 44.000 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten. Mit Beitragseinnahmen von rund 22 Mrd. € allein aus der Rückversicherung ist sie einer der weltweit führenden Rückversicherer. Besonders wenn Lösungen für komplexe Risiken gefragt sind, ist Munich Re ein gesuchter Risikoträger. Die Erstversicherungsaktivitäten bündelt Munich Re vor allem in der ERGO Versicherungsgruppe. Mit über 17 Mrd. € Beitragseinnahmen ist ERGO eine der großen Versicherungsgruppen in Europa und in Deutschland. Sowohl in der Krankenversicherung als auch in der Rechtsschutzversicherung ist sie europäischer Marktführer. 40 Millionen Kunden in über 30 Ländern vertrauen der Leistung und der Sicherheit der ERGO. Im internationalen Gesundheitsgeschäft bündelt Munich Re ihre Leistungen in der Erst- und Rückversicherung sowie den damit verbundenen Services unter dem Dach der Marke Munich Health. Die weltweiten Kapitalanlagen von Munich Re in Höhe von 175 Mrd. € werden von der MEAG betreut, die ihre Kompetenz auch privaten und institutionellen Anlegern außerhalb der Gruppe anbietet.

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