Mittwoch, 07. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 156413

Ina Seidl. Schmuck

(lifePR) (Wien, ) Ina Seidl beschäftigt sich sowohl mit tragbaren Schmuckstücken als auch mit Objektkunst. Neben Gold und Silber verwendet die Künstlerin auch Papier, Stahl, Gips, Porzellan und getrocknete Pflanzenteile. Schmuck entfaltet für sie seine volle Bedeutung, sobald er am Körper getragen und dadurch lebendig wird. Seidl erlebt die Entstehung ihrer Stücke als Metamorphose, als Sinnbild für ständige Verwandlungsprozesse im Leben.

Ausgestellt werden ca. 70 Objekte, wie etwa der Halsschmuck "Wien", der aus Henkeln von Porzellantassen besteht. Fundstücke aus "weißem Gold", die die Künstlerin mit dem Klischee 'goldenes Wienerherz', aber auch mit der Kaffeehauskultur verbindet, werden zu Anhängeschmuck umfunktioniert.

Inspirationen für die formale Umsetzung ihrer Ideen entnimmt Seidl auch der Natur. Fläche, Volumen und Strukturen sind wesentliche Elemente in der Arbeit mit natürlichen Materialien, im Besonderen fasziniert sie die Form von Bienenwaben. Die sechseckigen Waben aus brüchigem Wachs werden von ihr oft bis zur Unkenntlichkeit verformt. Durch den Guss im Cire-perdue- Verfahren (Guss der "verlorenen Form") wandelt Seidl die Wachsformen in Unikate - Ringe, Anhänger und Broschen - aus Metall um.

Bei einigen Stücken ist das Vorbild Bienenwabe noch deutlich festzustellen, während beispielsweise bei einem ausgestellten Ring aus der Sammlung des MAK das Ursprungsmaterial nur mehr durch die poröse Zellenstruktur erkennbar ist. Die Waben können auch zu Schalen mutieren, wie ein archaisch anmutendes Ringpaar verdeutlicht, während ein anderes Objekt pflanzenstielartigen Charakter durch das mehrstöckige Übereinandersetzen der Waben erhält.

Das MAK präsentiert nach "Susanne Hammer. Short Storys" (2006/2007) und "Florian Ladstätter. Les Fleurs du Mal" (2007) ein weiteres Spektrum zeitgenössischer Schmuckkunst. 2010 wird dieser Schwerpunkt mit der Ausstellung "Gegenwärtig. Schmuck aus Österreich. Eligius-Schmuckpreis des Landes Salzburg" (ab 24.11.2010) fortgesetzt.

Ina Seidl, 1971 in Wien geboren, lebt und arbeitet in Linz. Sie interessierte sich anfangs speziell für das Material Papier. Aus unterschiedlichsten Arten von Papieren entstanden Körperobjekte für eine Performance in Linz sowie Schmuckstücke. Ein Studienaufenthalt in der Schmuckklasse der Rietveld Akademie Amsterdam brachte mit dem experimentellen Einsatz von Materialien wichtige Impulse. In der internationalen Schmuckklasse der Akademie der bildenden Künste München fand sie erneut einen Studienort, an dem Schmuck als zeitgenössisches Medium in der künstlerischen Auseinandersetzung einen großen Stellenwert hat. Den Prozess des Sammelns und Auswählens von Fundstücken beschreibt Seidl in ihrem Text "WIEN" in der Publikation zur Ausstellung "Ina Seidl. Schmuck". Alte Tassen erfahren dabei eine völlig neue Interpretation und werden formal und inhaltlich zum Symbol für die Geburtsstadt der Goldschmiedin.

Eröffnung Dienstag, 4. Mai 2010, 20.00 Uhr
Ausstellungsort MAK-Studiensammlung Metall
MAK, Stubenring 5, Wien 1
Ausstellungsdauer 5. Mai 2010 - 26. Oktober 2010
Öffnungszeiten Di MAK NITE© 10.00-24.00 Uhr
Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen

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