Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 153541

Internet über Rundfunkfrequenzen im Ländlichen Raum getestet

Funkversuch Baldern zeigt Akzeptanz bei den Nutzern aber auch Störpotentiale beim Fernsehempfang und bei Mikrofonen

(lifePR) (Stuttgart, ) Durch die Nutzung von Rundfunkfrequenzen können bisher weiße Flecken im ländlichen Raum mit einem leistungsfähigen Internetzugang versorgt werden, das ist das Ergebnis eines von der Landesanstalt für Kommunikation auf Bitten der Landesregierung durchgeführten Modellversuchs. Mitbeteiligt waren u.a. neben Vodafone als Mobilfunkbetreiber auch die Netzbetrei-ber und Rundfunkveranstalter Media Broadcast, Kabel BW und SWR sowie die zu-ständigen Verbände für den Bereich Kabel und drahtlose Mikrofone DKE und ANGA.

Hohe Zufriedenheit bei den Nutzern

Über 100 Bürger und Gewerbetreibende in Bopfingen (Baldern, Kerkingen, Itzlingen) und der Nachbargemeinde Unterschneidheim (Zöbingen, Walxheim) betei-ligen sich seit fast einem Jahr an dem groß angelegten Versuch. Er soll zeigen, wie ein ländliches Gebiet ohne DSL oder Kabelinternet unter Alltagsbedingungen mit mobilem breitbandigem Internet versorgt werden kann. Die Nutzer wurden von Vo-dafone mit einem kostenlosen Endgerät ausgestattet und von dem von der LFK be-auftragten Marktforschungsunternehmen BIK MARPLAN zu ihrem Nutzerverhalten und den Erfahrungen mit dem Funkinternet befragt. Der Nutzertest ergab eine hohe Zufriedenheit mit dem neuen Internetzugang. Waren zuvor mehr als Dreiviertel der Bürger mit ihrer Internetversorgung unzufrieden, so lag die Zufriedenheit nach der Installation der neuen schnellen Internetverbindungen bei über 90%. Vor allem die Suchfunktionen im Internet sowie Musik- und Bewegtbildangebote wurden von den Privathaushalten verstärkt genutzt. Bemerkenswerte Unterschiede gab es auch bei der geschäftlichen Nutzung. Hier stiegen die Werte für die Nutzung des Internets für die Pflege von Geschäftskontakten, die Kunden- und Auftragsrecherche drastisch an.

Um die Verträglichkeit von Funkinternet mit dem Fernsehempfang über Kabel und Antenne sowie die Störanfälligkeit von drahtlosen Mikrofonen zu untersuchen, wur-den von den Projektbeteiligten ein gemeinsames Messkonzept entwickelt und mehre-re Messungen vor Ort durchgeführt.

Störungen beim TV-Empfang möglich

Der Pilotversuch hat gezeigt, dass die Frequenzlage von 790 -862 MHz deutliche Vorteile bei der Versorgung einer Gemeinde im Ländlichen Raum hat gegenüber den bisher für die Internetverbreitung verwendeten Frequenzen. Der Funkversuch hat aber auch ergeben, dass es zu Störungen beim Fernsehempfang beim Antennenfern-sehen (DVB-T) und beim Kabelfernsehen (DVB-C) sowie bei drahtlosen Mikrofonen kommen kann. Die durchgeführten Versuche und Messungen haben bestätigt, dass die aufgrund vorliegender (Labor-)Schutzabstandsmessungen zu erwartenden Störungen des DVB-T Empfangs beim praktischen Betrieb drahtloser Breitband-Modems auftreten können. Ebenso wurde gezeigt, dass Störungen beim Kabelemp-fang (DVB-C) mit unterschiedlich stark sichtbaren Auswirkungen durch die mobilen Datenmodems auftreten können. Messtechnisch konnten Beeinflussungen des Kabel-TV-Signals auch auf anderen Kanälen beobachtet werden, sie führten aber nicht zu Bildstörungen am TV-Gerät. Beim Betrieb des Modems in benachbarten Räumen konnten ebenfalls messtechnisch Beeinflussungen festgestellt werden, die von den Beteiligten hinsichtlich Bildstörungen am TV-Gerät unterschiedlich bewertet wur-den.

Maßnahmen zur Eindämmung von Störungen

Bei einer Zusammenarbeit aller Beteiligten können jedoch Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, um das Risiko von Störungen zu reduzieren. So bieten die Größen UMTS-Signalstärke, Verwendung von Dachantennen für DVB-T und der räumliche Abstand von Fernsehempfänger (bzw. -antenne) und Mo-bilfunkterminal sowie der ggf. denkbare Austausch von Teilen der Empfangsanlage Möglichkeiten zur Störungsbeseitigung, sodass im hier untersuchten Ländlichen Raum eine Koexistenz von DVB-Empfängern und UMTS-Endgeräten möglich ist oder mit vergleichsweise überschaubaren Mitteln möglich gemacht werden kann. Mögliche Störungen von Basisstationen auf die Empfangswege DVB-C und DVB-T wurden allerdings nicht untersucht.

Die ebenso untersuchten Beeinflussungen von UMTS-Systemen auf Drahtlos-Mikrofonsysteme haben gezeigt, dass bei sorgfältiger Planung von Drahtlos-Mikrofon-Anlagen für entsprechende Veranstaltungen (z.B. Konzerte, Rundfunk-Berichterstattung) eine Koexistenz von Drahtlos-Mikrofon-Systemen und einem UMTS-Funkinternet-System möglich sein wird.

Angesichts der zu erwartenden flächigen Nutzung der Digitalen Dividende für Breit-bandinternet empfiehlt die LFK, weitere Untersuchungen durchzuführen mit dem Ziel der Erstellung eines Katalogs konkreter Handlungsempfehlungen und der In-formation der Verbraucher.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Azubis ergrillen 1.500 Euro für Brot für die Welt

, Familie & Kind, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Am traditionellen Wintergrillstand verbinden Auszubildende des Diakonischen Werks Württemberg Kulinarisches mit Wohltätigkeit und Verantwortung....

Diakonie Württemberg fordert sofortigen Abschiebestopp für Menschen aus Afghanistan

, Familie & Kind, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Die Diakonie Württemberg fordert einen sofortigen Abschiebe-Stopp für Menschen aus Afghanistan. „Eine Rückkehr nach Afghanistan ist derzeit nicht...

IsoFree(R) - Befreit sanft und schonend Nase und Atemwege

, Familie & Kind, Pharma Stulln GmbH

Schnupfen bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern kann zu einer großen Belastung werden. Gerade Babys sind durch eine verstopfte Nase in ihrem...

Disclaimer