Freitag, 09. Dezember 2016


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Dreiklang: Wein, Architektur und Tourismus

Architekturpreis Wein wird im Rahmen der IVIF 2010 vergeben / Große Sonderausstellung mit Architekten

(lifePR) (Stuttgart, ) Am Anfang stand ein Pionier: Robert Mondavi. Seine Winery in Oakville (Kalifornien) setzte 1966 ein erstes Ausrufezeichen. Das in Sichtweite gelegene Opus One folgte - ein Joint Venture mit dem Hause Rothschild, in avantgardistischer Architektur wie ein Raumschiff im Rebenmeer des Napa Valley schwebend. Inzwischen hat der Dreiklang aus Wein, Architektur und Tourismus den Weg von der Neuen in die Alte Welt gefunden. Stars der internationalen Architektenszene, wie Sir Norman Foster, Zaha Hadid, Frank O. Gehry, Santiago Calatrava oder Steven Holl haben mit eindrucksvoll modernen Konstruktionen im Dienste des Weines, seiner Produktion und seiner Vermarktung Architekturgeschichte geschrieben. Das Weinerlebniszentrum Loisium im niederösterreichischen Langenlois, samt hippem Hotel und Restaurant, etwa steht für die "neue Zeit" auch in Europa. Man könnte aber genauso gut Angelo Gajas Ca' Marcanda in der italienischen Maremma nennen, die einem Knäuel aus Stahl und Titan ähnelnde "Weinstadt" von Marqués de Riscal in Spanien, das Weingut am Stein in Würzburg, Wegelin Scadena in Malans (Graubünden) oder Schloss Wackerbarth in Radebeul an der Elbe.

Auf der INTERVITIS INTERFRUCTA 2010 vom 24. - 28. März in Stuttgart liefert der beschriebene Dreiklang die Begleitmusik zur Technologiemesse für die Produktion von Wein, Obst, Fruchtsaft und Spirituosen. "Die Themengebiete Wein, Architektur und Tourismus wachsen enger zusammen und sind zu wesentlichen Elementen der Kundengewinnung geworden", sagt der Weinmarketingexperte Prof. Dieter Hoffmann von der Forschungsanstalt Geisenheim. Das Themenspektrum wird einerseits in diversen Modulen während des messebegleitenden internationalen IVIF-Kongresses behandelt. Andererseits präsentieren Aussteller den erwarteten 40.000 Fachbesuchern aus der ganzen Welt ihre Angebote rund um das Thema Architektur und Einrichtung - darunter erstmals zahlreiche Architekturbüros, die laufende Projekte sowie bereits umgesetzte Bauten vorstellen.

Wer in Deutschland auf Weinreisen geht und sich für Architektur interessiert, dem zeigt sich ein außergewöhnlich vielfältiges Bild: auf der einen Seite thronen vor allem an Rhein und Mosel herrschaftliche, Jahrhunderte alte Prachtbauten, die oft auch heute noch touristische Attraktionen sind. Andererseits nimmt die Anzahl moderner, architektonisch interessant gestalteter Neubauten seit einigen Jahren auch in Deutschland zu. Das spüren die Architektenkammern der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Beide Institutionen schenken dem Themendreiklang Wein, Architektur und Tourismus besondere Aufmerksamkeit. Und beide Architektenkammern werden auch 2010 wieder auf der IVIF vertreten sein. "Bei der letzten INTERVITIS INTERFRUCTA wurde das Thema erstmals angerissen und hat sofort begeistert. Für 2010 haben wir uns also mehr vorgenommen", kündigt Annette Müller von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz an: Der Architekturpreis Wein 2010 wird wieder im Rahmen der Messe vergeben, und die Ausstellung zum Preis soll ein Hauptevent auf der rund 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche zum Thema Wein und Architektur sein - zusammen mit einem Messestand und erstmals rund zwei Dutzend Architektur-, Innenarchitektur- und Landschaftsarchitekturbüros .

Selbst wenn man sich noch mitten in den Planungen befinde, so dürften sich die Besucher doch schon jetzt auf ein attraktives Programm freuen, organisiert in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Baden-Württemberg. Dort freut sich Carmen Mundorff darauf , viele Winzerinnen und Winzer am Stand begrüßen zu dürfen. Gemeinsam mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg wolle man Informationen und Beratungsleistungen rund um das Thema "Bauen mit Architekten" bieten. "Was alles möglich ist, werden Architekturbüros zeigen", verrät Carmen Mundorff, die bei Projekten im Weinbaubetrieb eine zunehmende Verknüpfung von Tradition und Moderne mit Respekt auf die umgebende Landschaft beobachtet - beispielsweise wenn es um das Bauen von neuen Degustations- und Verkaufsräumen geht. "Das Bau-Spektrum ist breit. Vom großen, fast spektakulären Neubau à la Steinbergkeller in Eltville bis hin zu recht kleinen, manchmal behutsamen, manchmal rebellischen Umbauten ist beinahe alles dabei", ergänzt Annette Müller. Generell fällt ihr auf, dass der eher traditionelle Stil auf dem Rückzug ist: "Winzer und Architekten möchten sich selbstbewusst und zeitgemäß präsentieren." Gute Beispiele wird es auf der INTERVITIS INTERFRUCTA 2010 zu Hauf zu sehen geben. Zum zweiten Architekturpreises Wein wurden mehr als 50 interessante Projekte eingereicht.

Entdeckungen verspricht die Messe sowohl für Betriebe, die einen Neubau planen, als auch für Winzer, deren Fokus auf dem An- oder Umbau liegt. Mit dem Neubau von Weinkellern befasst sich beispielsweise das Bauunternehmen Welz & Co. GmbH, das in Stuttgart Bauten aus Sandstein in den Mittelpunkt rücken wird. Dass die Wirtschaft in der Krise steckt, ficht Bernd Welz dabei nicht an. Im Gegenteil: "Durch die Finanzkrise sind repräsentative und einmalige Bauten wie der Weinkellerneubau gefragt wie nie zu vor. Die Leute legen lieber ihr Geld wieder in etwas an, das sie sehen und das auch gesehen wird - und das nicht jeder hat!" Auch beim Ziegelwerk Neuschwander kann man den Silberstreif am Horizont erkennen: "Nachdem wir ein flaues erstes Halbjahr hatten, müssen wir momentan Überstunden machen", berichtet Stefanie Neuschwander, die sich zunehmend mit dem Thema Umbauten beschäftigt: "Beim Gewölbebau für Barriquelager haben wir seit einigen Monaten vermehrt Aufträge gerade aus deutschen Anbaugebieten, nachdem dies zuvor fast nur in der Schweiz, in Frankreich und in Spanien ein Thema war." Bei der IVIF 2010 sollen dem Messepublikum deshalb einerseits die firmeneigenen handgemauerten Kreuzgewölbe und Gewölbekuppeln präsentiert werden. Andererseits will man zeigen, dass Umbauten von Lagerhallen zu wertigen Verkaufsräumen gemeinsam mit Partnerbetrieben, etwa aus Schreinerhandwerk und Beleuchtung, durchgeführt werden können - "selbstständig direkt für die Bauherrschaft oder als Partner des Architekten."

Für Letzteres plädieren natürlich die Architektenkammern. Auch dies soll im März 2010 Thema der Standgespräche sein: "Mit der gleichen Sorgfalt, mit der Winzer ihre Weine an- und ausbauen, sind auch Baumaßnahmen zu planen. Zunächst muss der Bauherr also am Status quo orientiert seinen Bedarf und seine Wünsche formulieren, das zu Verfügung stehende Budget klären und dann gemeinsam mit einem Architekten oder einer Architektin in die konkrete Planung einsteigen", unterstreicht Carmen Mundorff. Und Annette Müller ergänzt: "Jeder Winzerbetrieb ist individuell. Deshalb gibt es keine fertigen Rezepte zum perfekten Entwurf, sondern immer nur den Rat, die eigene Situation gründlich zu analysieren, sorgfältig Ziele zu formulieren und dann mit ausgewiesenen Experten zu planen."

In welche Richtung die Baumaßnahme geht, ist dabei sekundär. Und was genau im Trend liegt, wird ganz unterschiedlich beschrieben. Stefanie Neuschwander : "Bei der modernen kubischen Bauweise, die sich am allgemeinen internationalen Architektur-Trend orientiert, wird viel Wert gelegt auf eine gerade, symmetrische Linienführung der Bauwerke. Dagegen stehen bei der eher traditionellen Stilrichtung die Gemütlichkeit und gutes altes Brauchtum des Winzers im Vordergrund. Fachwerk wird hier wieder freigelegt und der alte Gewölbekeller urig eingerichtet. Viele Winzer haben aber einen schlicht klassisch-zeitlosen Geschmack." - Eine Einschätzung, die sowohl die Baumaßnahme selbst betrifft, als auch die Inneneinrichtung.

Auch hier verspricht die INTERVITIS INTERFRUCTA 2010 zunehmend interessante Entdeckungen. Genannt sei stellvertretend die Firma Möbelkreationen Beaupoil. Bei Michael Beaupoil steht das Arbeitsmaterial des Winzers im Mittelpunkt, zum Beispiel gesägte, vom Rotwein verfärbte Fassdauben oder Scheiben aus Rebenholz. Diese Materialien werden in Weinfasstische oder in Weinregale eingearbeitet und zeigen, wie sich die Themen Wein und (Innen-)Architektur in der Praxis verknüpfen lassen. Denn dies ist letztendlich für den Gesamteindruck des Weintouristen oder des potenziellen Kunden von entscheidender Bedeutung. "Die Architektur von Kellereien und Vinotheken sowie die Gestaltung der Präsentationsräume wird immer stärker zu einem integralen Bestandteil der Kultur um den Weingenuss", bilanziert Prof. Dieter Hoffmann aus Geisenheim. Dies gilt es angesichts der Tatsache, dass der Weintourismus weltweit stark im Kommen ist und große Zukunftspotenziale bietet, zu beachten. Die INTERVITIS INTERFRUCTA 2010 in Stuttgart bietet hierfür vom 24. - 28. März einzigartige Informationsmöglichkeiten. Erstmals findet die Technologie-Leitmesse für die Produktion von Wein, Obst, Fruchtsaft und Spirituosen unmittelbar im Anschluss an die internationale Weinhandelsmesse ProWein in Düsseldorf (21. - 23. März) statt.

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