- Pressemitteilung BoxID 301815
Schandtat: Luchs vergiftet
Die Luchsin ist eine von nur fünf führenden Muttertieren, die 2011/2012 in Bayern nachgewiesen werden konnten. Ihr Tod stellt einen schweren Schlag für die Artenschutzbemühungen dar. Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bayerische Jagdverband zusammen mit der Wildland-Stiftung verurteilen die illegale Tötung daher aufs Schärfste und haben Strafanzeige gestellt, ebenso wie die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Prämie von 5000 Euro ausgesetzt. Das Töten von Luchsen ist eine Straftat und wird mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug geahndet.
Das bayerisch-böhmische Grenzgebiet stellt den Kernlebensraum der Luchse in Bayern dar. Derzeit wird von maximal 10 bis 15 erwachsenen Tieren im Bayerischen Wald ausgegangen. Einzelne Tiere kommen entlang der bayerisch-tschechischen Grenze und dem Fichtelgebirge vor. Die Luchse im Bayerischen Wald stellen also die Quellpopulation dar, von der aus die Besiedlung weiterer Naturräume in Bayern zu erwarten wäre. Daher hat der Verlust jeden Tieres nicht nur lokale, sondern auch überregionale Bedeutung.
Die mangelnde Ausbreitung der Luchse in geeignete Lebensräume Bayerns ist seit Jahren ein alarmierendes Problem, das der behördliche Artenschutz nicht zur Kenntnis zu nehmen scheint. Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bayerischen Jagdverband fordern daher verstärkte Anstrengungen von den Jagd- und Naturschutzbehörden zum Schutz und Erhalt dieser gefährdeten Tierart.
Ansprechpartner der Verbände sind:
Bund Naturschutz Dr. Kai Frobel, 0911- 81878-19
Landesbund für Vogelschutz Dr. Andreas v. Lindeiner, 09174-4775-0
Bayerischer Jagdverband, Wildland Stiftung: Eric Imm, Tel. 089-990234-0
Informationen zu den Verbänden:
Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bayerische Jagdverband zusammen mit der Wildland-Stiftung haben sich schon 1997 für die Einrichtung und Umsetzung des Luchsfonds zusammengeschlossen. Seit 2008 kooperieren die drei Verbände in einer gemeinsamen Trägergemeinschaft und verwalten den Ausgleichsfonds "Große Beutegreifer", der bestätigte Übergriffe von Luchs, Wolf und Bär auf Nutztiere ausgleicht. Sie betreuen das Luchsprojekt Bayern, das die Umsetzung des Luchs-Managementplans vorantreibt. Der Managementplan ist die Basis für Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der empfindlichen Luchspopulation in Bayern. Darüber hinaus betreuen sie die Wanderausstellung "Die großen Vier", die sich mit dem Umgang des Menschen mit den drei großen Beutegreifern auseinandersetzt.
Mehr zum Luchsprojekt Bayern finden Sie unter www.luchs-bayern.de
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